Vor mehr als zwanzig Jahren war ich arbeitslos, war ich umgezogen, hatte ein wenig Schulden und null Knete. Meine neue Wohnung war in den Niederlanden und ich musste schnell Arbeit finden, sonst hätte ich bei der Ausländerpolizei keine Aufenthaltsgenehmigung bekommen.
So fing ich erstmal bei Mc Donalds zu arbeiten an, für einen Stundenlohn von 7 DM, sprich 3,50 Euro.
Ich hatte so wenig Geld, dass ich mir nicht mal genug zu essen kaufen konnte und ich nahm rapide ab. Ich fragte eine Freundin, ob sie mir Geld leihen könnte. Diese Freundin lehnte ab. Sie hielt mir einen Vortrag darüber, dass ich nicht mit Geld umgehen könnte. So nahm ich weiter ab, bis ich schließlich wieder liquide war.
Ich fühlte mich sehr enttäuscht und im Stich gelassen. Wann sollte man Geld brauchen, wenn nicht, wenn man am Verhungern war?
Heute sehe ich die Geschichte anders. Ich hatte mir immer gewünscht schön schlank zu sein und so schlank, wie zu Zeiten dieser Hungerkur, war ich nie gewesen. Eigentlich hatte ich mir einen Traum erfüllt, aber das war mir damals nicht klar. Mein verletztes Ego ließ diese Sicht nicht zu... In der Folge legte ich dann ein paar Kilos zu.
Wenn man eine Sache nicht bekommt, ist vielleicht ein anderer Wunsch daran schuld...
Thursday, November 5, 2009
Lang, lang ist es her...
Posted by
Ray Gratzner
at
12:26 AM
3
comments
Labels: Absicht
Monday, November 2, 2009
Tapetenlagen
So halten sie mich tagelang vom Bloggen ab, wenn ich sie einzeln verfolgen muss und jeder Fetzen an der Wand boshafterweisen noch einen kleinen Fitzel stehen lässt. Und wenn man sie anfeuchtet, dann geben sie nach, nur um am Fussboden kleben zu bleiben.
Im Jahre 1922 hat einer die Westfalenpost tapeziert, ein evangelisches Blatt... Dazwischen hat jemand eine Vorliebe für Blumentapeten gehabt und hat teilweise auch Tapeten übergipst. Ja Himmel, kann man den nicht erst die Wand frei machen und dann gipsen? Nein? Was will mir das Universum damit sagen?
Am besten funktioniert das Tapetenablösen, wenn die Tapete gar nicht merkt, dass sie abgelöst werden soll. Hinterhältig schiebe ich den Spachtel in die buchdeckeldicken Ablagerungen aus der Kaiserzeit und dann löse ich langsam hebelnd die Tapete hoch, so als wollte ich ihr nur ein bisschen den Sitz auf der Wand erleichtern. Aber dann löst sich das zähe Luder plötzlich in großen Stücken, weil der Brei sich selbst nicht missen will...
Ich weiss, man soll die Welt lieben, aber alte Tapetenbahnen müssen auch aus Pandoras Büchse stammen. Von dort gelangten sie in das Obergschoss meines neuen Domizils, um mich weinen zu machen...Schluchz...
| Einschätzung: |
Posted by
Ray Gratzner
at
12:21 AM
8
comments
Labels: Alltag
Thursday, October 29, 2009
Furcht
Wer seine Wahrnehmung erweitert, kommt irgendwann an einen Punkt, wo sich die Erweiterung beschleunigt oder verselbständigt.
Plötzlich (können):
- die Gefühle anderer Menschen nicht ausgeblendet werden,
- verliert man sein gewohntes Selbst-Gefühl,
- hat man das Gefühl von akuter Bedrohung,
- zeigen sich somatische Folgen wie Herzrasen, Schluckbeschwerden, Ausschlag,
- wird man von Kleinigkeiten aus der Bahn geworfen, z.B. wenn man ein Glas Marmelade nicht öffnen kann.
Wenn Du in einer solchen Phase bist und täglich Angst empfindest solltest Du wissen, dass diese Phase unausweichlich für jeden ist, der sich auf den Weg gemacht hat. Jetzt merkst Du warum jeder Weg ein Ritual anbietet, dass den Reisenden absichern soll, ihm Schutz gewähren soll. Umgebe Dich mit Dingen, die du liebst. Tue Dinge, die Du liebst. Stabilisiere Deine Innenwelt, indem Du dich von negativen Gefühlen befreist, indem Du sie einfach ziehen lässt. Sieh ihnen zu wie sie ankommen und wie sie wieder gehen.
Ganz wichtig, du bist nicht verrückt, sondern Dein Verstand versucht seine Herrschaft über Dein Leben zurückzugewinnen, indem er Dir eine riesige Angst schickt - irrationale Angst. Hinter der Angst wartet ein nüchternes rationales Leben auf Dich, dem einige verblödende Wahrnehmungsfilter abgehen.
An irgendeinem Punkt wird Dein Körper Dich von der Angst befreien, indem er die Angst akzeptiert. Sie wird da sein, ohne dass sie dich noch berührt und du kannst Deine Reise weiter fortsetzen.
| Einschätzung: |
Posted by
Ray Gratzner
at
10:55 PM
2
comments
Labels: Aufmerksamkeit
Tuesday, October 27, 2009
Die Kammer der Seelenverträge
Vor einige Zeit hat mich Lelia auf Alberto Villoldo hingewiesen. Zurzeit beschäftige ich mich mit seinem Buch zur Seelenrückholung und ich habe schon einige sehr interessante Meditationen mit seinem Vorgehensmodell erlebt.
Alberto hat sich die Mühe gemacht zu indianischen Schamanen im Regenwald zu reisen. Nach und nach lernte er von ihnen und das Buch zur Seelenrückholung enthält indianisches Wissen zur Heilung. Alberto weiß um mehrere Kammern in sich, die man/frau aufsuchen kann. Z. B. die Kammern der Wunden, die Kammer der Seelenverträge, die Kammer der Gnade und weiteres. Er unterweist wie man sein Krafttier findet etc..
Eines Abends habe ich mich hingesetzt und bin auf der von Alberto beschriebenen Weise in die Kammer der Seelenverträge gereist.
Dort angekommen fand ich mich in einem Pferdewagenkonvoi wieder. Ich war hungrig, fror und war zutiefst verzweifelt. Um mich herum waren die Menschen ebenso verzweifelt wie ich. Wir hatten das Gefühl um unser Leben zu laufen und wir verstanden nicht, warum wir - friedliche Menschen - von anderen Menschen gejagt wurden, warum man uns töten wollte.
Der Treck war so lebendig, so real und doch so im Widerspruch zu dem, was ich alltäglich erlebe. Dieses Erleben hat mir einen Vertrag klargemacht, Not und Verfolgung zu entgehen, immer dafür zu sorgen, dass alles zum Leben Notwendige vorhanden ist. Mit einer solchen Intensität brauche ich das heute sicher nicht mehr und so habe ich diesen Vertrag gekündigt.
Meine Großeltern sind per Pferdewagen aus dem Schlesien und Ostpreußen geflüchtet. Was immer sie sich geschworen hatten, sie hatten es mir mit auf den Lebensweg gegeben
Alberto Villoldo kann ich empfehlen, ich habe mit seinem Konzept etwas anfangen können und vielleicht könnt ihr das auch.
| Einschätzung: |
Posted by
Ray Gratzner
at
11:36 PM
6
comments
Holz

Ich werde nicht müde auf Holzmaserungen zu schauen und meine Hände über massives schönes Holz gleiten zu lassen. Stein ist kalt und hart. Holz scheint warm und hart zu sein. Holz erzählt immer eine Geschichte eines Lebens, eines Baumlebens.
Ich bin gerne auf dem Holzweg. Ich liebe ihn.
| Einschätzung: |
Posted by
Ray Gratzner
at
12:01 AM
9
comments
Labels: Liebe
Saturday, October 24, 2009
Alltagsstrategien

Du bist einsam? Du hast Probleme? Prima. Das ist immer eine gute Ausgangslage, um sich mit Esoterik zu beschäftigen.
Die Einsamkeit ist hilfreich beim Loslassen 'gemeinsam' geteilten Überzeugungen, die die Erfahrung der Welt begrenzen.
Die Einsamkeit ist hilfreich, weil sie die Stärke verleiht, keiner Sekte zu folgen und keinem Guru auf den Leim zu gehen.
Die Einsamkeit ist wie ein Pforte, durch die wir gehen können um Fülle und (einsame) Freunde zu finden.
Probleme sind wie persönliche Botschaften, die mir einen Spiegel vorhalten, die mich auffordern, mich zu ändern.
Mit dem Willen zur Veränderung und einer guten Portion Loslassen beginnen wir die innere Stimme zu hören, den inneren Meister. Diese Stimme sagt jedem Menschen etwas Anderes, weil Menschen unterschiedlich sind, sie kann den Weg zur Erfüllung weisen, wenn ich sie danach frage.
Gestern unterhielt ich mich mit einem Kollegen und der fragte mich, "kennst Du nicht diesen Bayern - ich komme nicht auf den Namen - der sehr viel gereist ist und bei vielen Schamanen war. Der hat dann auch Bücher geschrieben. Ich habe davon eins gelesen, aber das war viel zu langweilig geschrieben, nicht unterhaltsam genug."
Esoterik und die persönliche Suche nach Erfüllung sind weniger Themen der Unterhaltung oder des Konsums. Für mich ist sie wie der Fall der Blätter im Herbst. Wir alle fallen und drehen uns auf unterschiedlichen einmaligen Wegen gemeinsam durch die Luft des Lebens. Dieses Schauspiel ist faszinierend schön und manche Blätter lernen die Thermik zu beherrschen und trotzen der Schwerkraft, das eigene Schicksal im Blick.
| Einschätzung: |
Posted by
Ray Gratzner
at
12:11 PM
7
comments
Labels: Alltag
Was ist ein Schamane?

"Ich bin Schamane. Wusstest du das?", er blickte mir freundlich ins Gesicht.
"Nein", sagte ich unbeeindruckt. Ich rätselte was ein Schamane sein sollte.
"Weisst du was ein Schamane ist?", fragte er.
Ich schüttelte den Kopf. "Nein, tut mir leid, ich hatte noch nie mit einem zu tun. Was machst du denn so?"
"Nun eigentlich ist das ganz einfach was ein Schamane macht. Ein Schamane dient Gott ohne an Gott zu glauben." Er schaute mich aufmerksam an so als erwartete er, dass ich jetzt genau wüsste, was er täte. Ich verstand nicht.
"Also es ist wie fernsehen ohne zu verstehen, wie der Fernseher funktioniert."
Ich schüttelte den Kopf. "Aber der Fernseher funktioniert doch unabhängig davon, dass ich ihn verstehe. Hingegen, wenn es keinen Gott gäbe, warum sollte man ihm dienen?"
"Ganz einfach, weil Gott dienen immer funktioniert, ob es ihn gäbe oder nicht. Doch der Schamane geht ein Schritt weiter. Er dient ohne zu glauben. "
"Verrückt, durchgeknallt", murmelte ich.
"Wenn jemand an das glaubt, dem er dient, dann dient er seinem Glauben, er wird gewissermaßen blind auf einem Auge. Sehend wird der Schamane, wenn er nichts glaubt und an Niemanden glaubt. Deswegen dient der Schamane einem Gott an den er nicht glaubt. "
"Ich bräuchte also stets nur nie etwas glauben, um sehend zu werden?"
Er nickte. "Dienend nichts glauben. Der Schamane ist ein Ungläubiger und kein Romantiker."
| Einschätzung: |
Posted by
Ray Gratzner
at
12:54 AM
12
comments
Labels: Meister






