Sunday, May 25, 2008

Feuer

Lebensform?

Sie setzten sich um das Feuer und wärmten sich die Hände. "Ray?", fragte einer von Ihnen. "Hast Du je gehört, wie das Feuer zu den Menschen kam?"

Ich schüttelte den Kopf und entspannte mich. Jetzt würde er wieder eine Geschichte erzählen.

"Na denn höre schön zu." Er hustete kurz und fing an.

"Als der Mensch auf der Erde ankam, da fehlte ihm alles. Die Nahrung, die Werkzeuge und das Wissen. Er war nackt, preisgegeben den Elementen und er musste sein bisschen Leben schützen gegen Krankheiten und wilde Tiere. Da er nichts besaß wanderte er stets umher. Unterwegs aß er, was er fand und wenn die Nahrung aufgebraucht war, zog er weiter.

Weil er eigentlich überall umherzog, zog er die Neugier des Feuers auf sich. Das Feuer beobachtete diese lustigen Wesen und es fühlte sich zu den Menschen hingezogen, es spürte, dass die Menschen und das Feuer viele gemeinsame Interessen haben könnten und mehr noch, mehr als jedes andere Tier, das dem Feuer bislang bekannt war, schienen die Menschen eine Geheimnis mit sich herumzutragen. Ein Geheimnis in ihrem Inneren, ein Geheimnis ihrer Seele.

Das Feuer bemerkte, dass die Menschen anfingen es zu beobachten, nicht nur mit Angst in der Seele, sondern mit Neugier und Verehrung. Das Feuer bemerkte, dass die Menschen zu ihm beteten, dass sie einen Geist besaßen, der wanderte und der das Feuer suchte. Und, da das Feuer neugierig, gierig und ungeduldig ist, da lockte es die Menschen zu sich, indem es den Menschen im Traum erschien und sie zu sich her holte.

So verbrachten viele Menschen lange Zeit im Traum mit dem Geist des Feuers, bis das Feuer so sehr an seine neuen Freunde gewöhnt war, dass es ihnen erlaubte das Feuer zu verstehen. Es brachte den Menschen das Feuer machen bei. Das Feuer war sehr froh darüber, dass es eine Art gab unter den Lebewesen, die gerne Feuer legten. Mit den Menschen konnte das Feuer das erste mal seit langer Zeit darauf hoffen, die Weltherrschaft wieder zu erlangen, wie damals, als der Planet eine einzige feurige Kugel gewesen war. Und seit der Zeit treibt das Feuer die Menschen an, alles zu verbrennen und immer mehr Gelegenheiten zu ersinnen, noch mehr Feuer und größere Feuer zu entfachen

Der Mensch herrscht durch die Macht des Feuers, aber er hat lange schon vergessen, dass das Feuer einen Geist hat und das das Feuer ein Ziel hat, den Glutball wieder zu erschaffen, den es früher einmal in seiner Paradieszeit erlebt hat, bevor die Schlange es aus dem Paradies vertrieb und die Erde zu einem Garten wurde."

"Das war es ?", erkundigte ich mich.

"Ja, das war es. "

"Und die Moral von der Geschichte?"

"Die Moral von er Geschichte ist die, dass es auf diesem Planeten nichts Unbelebtes gibt. Das Wasser lebt, die Erde lebt, die Sonne lebt, die Steine leben und leben bedeutet, einen eigenen Willen zu haben und je mehr der Mensch vom Planeten selber nutzt, umso mehr bedienen sich auch die anderen Lebewesen seiner und wenn er das vergessen hat, dann wird er es auf die harte Tour wieder lernen."

"Wieder lernen?"

"Ja, das Gleichgewicht der Urkräfte war das Ergebnis eines jahrtausendelangen Kampfes. Dieser Kampf könnte wieder beginnen und dann sind es auf alle Fälle nicht mehr die Menschen die die Regeln machen."

"Sondern?"

"Lass gut sein, noch ist es nicht so weit. Sei einfach wachsam und achte alle Lebensformen."

3 comments:

der Gauzibauz said...

Lieber Ray,

nicht so ganz feuerlich, ein Lob auf unseren Gasherd!
Da kann ich vor dem Kochen ein kleines Rauchopfer bringen, damit die Speisen gelingen und uns positiv nähren.

Wünsche Dir einen schönen Sonntag/Feuertag

Ganz liebe Grüsse//Erika

zentao said...

Gratuliere das ist eine sehr schöne Geschichte.Wer beherrscht wen, das Feuer den Menschen oder doch der Mensch das Feuer? Das mit dem Geist des Feuers, ist eine ganz gute Idee.
Liebe Grüsse zentao

Ray Gratzner said...

Liebe Erika, herzlichen Dank für Deinen feurigen Kommentar. An Deinen Rezepten erkenne ich klar, dass Du das Feuer gemeistert hast.

Lieber zentao, ich danke Dir. ;-)