Tuesday, July 8, 2008

Der Makel der guten Bücher


"Der einzige Fehler, den die recht guten Schriften haben, ist der, dass sie gewöhnlich die Ursache von sehr vielen schlechten oder mittlemäßigen sind." Lichtenberg

Ich hatte mal einen Deutschlehrer, der die Menschen als eine große Herde Widerkäuer ansah. Nun gut. Schauen wir uns einmal um. Klar werden Dinge nachgemacht. Klar gibt es das Nachplappern und das Kopieren von Trends und Verhaltensweisen die gerade in sind.

Menschen fühlen sich sicherer in der Menge von Gleichgesinnten oder wenn sie von Dingen sprechen, die nicht auf Ablehnung stoßen. Aber ist das ein Problem der Esoterik?

Nein. Wir machen alle persönliche Erfahrungen, und die kleine und feine aber auch erlesene Leserschaft meines Blogs hat es esoterisch faustdick hinter den Ohren, das habe ich schon öfter gemerkt.

Träumer, Heiler, Seher, Lehrer und weitere Reisende lesen und kommentieren hier. Dafür bin ich dankbar. (Mit der männlichen Form sind auch die weiblichen Personen gemeint.) Danke.

Und wir alle brauchen nichts kopieren, weil wir originale eigene Erfahrungen machen, und Hand aufs Herz, erkennen wir die Plapperer nicht sofort unter den Reisenden?

4 comments:

zentao said...

Grüss Dich rainer
seit wir von den Bäumen runter gestiegen sind. lernen wir durch kopieren, manchmal verbessern wir das kopierte sogar. Das liegt glaub ich in der Natur der Dinge. Das nur Kopieren find ich sehr schlecht. Klar das geistige Eigentum soll geschützt sein,auch ich schreibe eigene Texte, doch auch ich werde von anderen inspiriert und mein Geschriebenes inspiriert andere zu neuen Texten, so solls glaub ich auch sein.
Liebe Grüsse zentao

Die Große Vorsitzende said...

Hi Ray,

also, mein persönlicher Liebling ist die Affendame, die in den 50ern irgendwo in Japan für sich auskasperte, dass ihr beim Essen viel weniger Sand zwischen den Zähnen knirscht, wenn sie die Süßkartoffeln, die ihr von wohlmeinenden Menschen hingeworfen wurden, erst einmal wäscht.

Diese Affendame hat nicht einfach getan, was alle anderen Affen um sie herum getan haben. Sie hat etwas Neues getan - und damit das Verhalten ganzer Affenpopulationen geändert.

Ich stimme mit zentao überein, dass Menschen einander inspirieren, und das auch gut ist. Es kann und soll ja nicht Jeder das Rad neu erfinden.

Aber ich denke, ohne diejenigen, die Neues, Eigenes schaffen, würden wir immer noch auf den Bäumen hocken.

ahora said...

Den Nachahmungstrieb haben nicht nur die Affen. Ich werde auch oft inspiriert. Manchmal ist es nur ein Wort, dann ein Satz ... wenn wir alle eins sind
- so sagt man doch besonders oft in der Esoterikszene -
was erwartest Du? Alle teilen alles, kommunizieren miteinander - wie die Affen ;-).

Allerdings stimme ich mit Dir überein, wenn zum Beispiel Prophezeiungen oder Trends so lange nachgeplappert werden, bis man selber daran glaubt, dann ist das ziemlich öde.

Ray Gratzner said...

Lieber zentao, Deine Bildersprache ist reich und mächtig und ja, es wird nicht nur wiedergekäut, sondern auch verbessert.

Liebe große Vorsitzende, die 50er waren also nicht nur für die Menschen eine tolle Zeit sondern auch für die Affen, und natürlich für die Damen unter ihnen.
Mir gefällt übrigens Dein neuer Post ausnehmend gut.


Liebe barbara - wir alle sind eins, auch in dieser Frage. Deine Gedichte sind unschlagbar einzigartig. Aber ehrlich - Jetzt ist doch auch mal ein gedicht über Affen fällig oder?