Sunday, August 10, 2008

Unermessliche Gleichmut


Für die Buddhisten ist die unermessliche Gleichmut eine bedeutsame Sache. Die Gleichmut macht unerreichbar für die Unterscheidung von Freund und Feind. Für alle fühlenden Lebewesen wünscht sich der Buddhist gleichermaßen Liebe, Glück und Freude. Er entgeht so dem Konflikt von Freund und Feind und verschwendet keine mentale Energie in Konflikten, die aus der Bindung an Werturteile und Begehren resultiert.

Die Buddhisten wissen, dass Gleichmut mit 'sich nicht kümmern' verwechselt werden kann, in dem sie eine Form des Egoismus sehen.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Warum nicht einen Blick auf die Erzfeinde im eigenen Leben werfen und in ihnen zum Ausgleich Freunde sehen, bis sich ein Gefühl der Gleichmut einstellt, die es mir ermöglicht auch diesen Menschen Liebe, Glück und Freude in ihrem Leben zu wünschen.... Fühle ich mich hinterher besser?.....Bin ich mehr im Fluss... Ich meine schon.

Und weiß nicht auch schon Plautus, "Bei Trübsal ist Gleichmut die beste Würze."

7 comments:

Die Große Vorsitzende said...
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Die Große Vorsitzende said...

Hi Ray,

schön, wenn man so "drüber stehen" kann.
Aber nicht so ganz einfach, wenn man - anders als die buddhistischen Mönche, die die Schriften, auf die Du Dich beziehst, meist verfasst haben - außerhalb von Klostermauern lebt.

Ich bin mir nicht sicher, ob das im Alltag praktizierbar ist. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob das überhaupt erstrebenswert wäre.

Schon die Buddhisten haben offenbar das Problem gesehen, dass der Weg in diese Richtung auf eine Selbstbezogenheit hinaus laufen kann, die alles an sich abprallen lässt, was die eigene Seelenruhe stören könnte. Das wäre eine ziemlich egoistische Haltung. Und auch bei ihr frage ich mich, wie sie sich mit einer aktiven Teilnahme am Leben in der Gesellschaft verheiraten ließe.

Par la vie en rose?

trinergy3 said...

Du Lieber,
so schöne Worte und Gedanken - danke dir!
Ich glaube daran, dass das funktionieren kann, mit viel Geduld, mit viel Zeit, und viel noch zu lernen...
Herz-lichst Elisabeth

giocanda said...

Gleichmut ist ein erstrebenswertes Ziel. Es zu stark zu wünschen oder zu wollen, ist kein Gleichmut. ;-)

Herzliche Grüße
Barbara

Ray Gratzner said...

Liebe große Vorsitzende, vielleicht geht es um die Teilnahme am Leben, mit Gleichmut die einem hilft sich nicht vor jeden Karren spannen zu lassen, die die Welt in Freund und Feind einteilt... LG Rainer.

Liebe Elisabeth, danke für Deinen Besuch und klar, Geduld und das eigene Tempo beim Lernen sollten dazugehören.

Liebe Dichterfürstin, wie weise...und wie wahr... LG Rainer

giocanda said...

Lieber Ray, Du übertreibst ;-).
Ich nehme Deine Aussage gleichmütig hin. :-)

Geschmunzelt am Morgen, vertreibt alle Sorgen.
Schade, dass in Deinem Blog die günen Männchen fehlen, die Du bei Bedarf in meinem so gerne einsetzt (imagine-toi 5)

Liebe Grüße
Barbara

Astraryllis said...

Hallo Ray,

ich musste, als ich Deine Worte las, an eine schwierige Zeit in meinem Leben denken. Damals wurde ich von allen Seiten angegriffen und es gab einige Leute, die gezielt Lügen über mich verbreiteten, um von sich selbst abzulenken.
Zuerst war es ein Schock. Doch dann fiel mit ein Buch über den Buddhismus in die Hände und ich entdeckte den Begriff des "Dukhas". Ich begriff, dass in erster Linie ich selbst mir das Leben schwer machte und dass ich vor allem unter meinen eigenen Ängsten, die nur meiner Phantasie entsprangen, litt. Deshalb erlernte ich die Kunst der Gelassenheit. Ich lehnte mich zurück und beobachtete, was vor sich ging, wie aus weiter Ferne, ohne eingreifen zu wollen. Ich denke in so weit kann man das Wort "Gelassenheit" durch "Gleichmut" ersetzen. Frei nach dem Motto: Wer seine Mitte nicht verliert, ist unüberwindlich.

Noch einen schönen Abend,
Astraryllis.