Thursday, January 14, 2010

Im Tal I



Er nimmt meine Hand und hilft mir raus aus meinem Körper. Ich möchte mich umdrehen - irgendwie bin ich mir sicher, dass ich tot bin. Dass ich mich da liegen sehen müsste.

"Dreh' dich nicht um Ray, es hat eh keinen Zweck, denn deine Zeit war gekommen."

"Dann bin ich tot?", frage ich verwirrt. "Und ich habe es nicht mehr geschafft?"

"Was wolltest du denn geschafft haben?"

Ich bin innerlich sehr klar und mein Leben scheint mir leer zu sein. "Mein Traum von Liebe ist nicht so in Erfüllung gegangen, wie ich es gehofft hatte", sage ich mit einem scharfen Bitterkeitsgefühl.

Er sagt nichts und wir schreiten weiter.

"Ray, du bringst es wirklich fertig, auf dem Weg zur Veränderung jeden Schritt mit Unzufriedenheit zu tränken. Ist es nicht egal, ob du tot bist oder träumst. Ist es nicht egal, ob du auf Dinge gewartet hast, die sich nie erfüllten. Ist das alles nicht egal, wenn du mit jedem Schritt einem neuen wunderbaren Lebensabschnitt entgegengehst?"

Ich fühle mich schwer und unglücklich und kann nicht mehr Schritt halten mit ihm. Schwer und mit dem Gefühl niemand auf der Welt könne mich trösten sinke ich zu Boden in eine mich umgebende Dunkelheit und Stille.

Nach einer Weile kommt er wieder. Er ruft nach mir und hat ein Licht, eine Fackel dabei. Im Lichtschein erkenne ich, dass ich nicht alleine bin....

wird fortgesetzt.

1 comment:

Ashmodai said...

Ja, manchmal müssen wir uns das nur bewusst machen, dass wir einem wunderbaren neuen Lebensabschnitt entgegen gehen.
Bzw. einfach darauf vertrauen.
Sehr, sehr schön geschrieben.