Sunday, March 13, 2011

Menschliches Gleichgewicht


Mondfrau: "Am Ende meines Dorfes führt die Straße zu einem Teich. In seinem Wasser badete ich meine Füße, während die Seele zu Himmel aufschaute. Mir lachte der Himmel mit sonnigem Schein, tief in mein müdes Herz hinein. Seerosen, Schilf, Blumen und Klee, erfreuten meine Augen mit buntem Farbenspiel. Ich atmete Liebe ein und ließ die Erschöpfungen zu Mutter Erde zurückkehren."

"Ist es nicht merkwürdig, dass ein Teil von uns zur Erde und ein anderer zum Himmel will?"

Ich zuckte mit den Achseln.


Mondfrau:" Wir Menschen sind erst dann im Gleichgewicht, wenn unser Himmel wie die Erde und unsere Erde wie der Himmel für uns ist. Wir müssen vereinen, was unsere Geburt geschieden hat."

2 comments:

Irmi said...

Und es ist unsagbar schwer, dieses Gleichgewicht zu finden. Schon Dr. Faustus sagte:
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
Die eine will sich von der andern trennen;
Die eine hält, in derber Liebeslust,
Sich an die Welt mit klammernden Organen;
Die andere hebt gewaltsam sich vom Dust (= Staub) Zu den Gefilden hoher Ahnen.

Das ist das tragische Dilemma, indem der melancholische Doktor Faust steckt und das ihm "schier das Herz verbrennt".
Und hat er den Gleichklang je erreicht? Wohl kaum.
Liebe Grüße
Irmi

Ray Gratzner said...

Hallo liebe Irmi,

jetzt bringst Du aber Tiefgang in die Kommentare mit Dr. Faustus.

Ja, dem Dr. Faustus war eine rechte Harmonie nicht beschieden. Aber für Dich rechne ich da mit hohen Chancen...

Vielen Dank und liebe Grüße an den Neckarstrand.