Sunday, June 10, 2012

Angst, ein häufiges Gefühl

Immer wieder kommt in meinen Meditationen das Gefühl der Angst hoch. Ich spüre die Angst im Alltag, der Menschen denen ich begegne. Menschen, denen es gut geht, haben Angst ihren Wohlstand zu verlieren. Menschen, denen es schlecht geht, haben Angst, dass es noch schlimmer werden könnte.

Die Angst lebt im Kopf und im Herzen und wer sie spürt, der sucht Anzeichen für Situationen, in denen der Ängstliche etwas zu verlieren meint oder zu Schaden kommen könnte. Und damit zieht er das an, was er zu vermeiden sucht.
Beispiele:

Es gibt Menschen die Angst vor einem Herzinfarkt haben und deswegen zur Vorbeugung besondere Magarine essen. Mittlerweile gibt es Hinweise, dass diese besondere Magarine wohlmöglich Herzinfarkte fördern kann, wenn sie täglich in einer bestimmten Menge gegessen wird.

Chefs, die gute Mitarbeiter wegbeißen, weil sie selber konkurrenzlos die Besten in ihrem Ressort sein wollen, sind irgendwann mit einer unterdurchschnittlich leistungsfähigen Mannschaft  umgeben und geraten wohlmöglich wegen schlechter Leistungen ihres Ressorts unter Druck.

Diktatoren erzeugen durch brutale Unterdrückungsmaßnahmen gegen ihre Bürger überhaupt erst die unzufriedenen Massen, die sie schließlich aus dem Amt verjagen.

Die Angst ist ein schlechter Ratgeber, denn sie zeigt uns den Weg in die Welt, in der wir eigentlich nicht sein wollen.

Besser ist es da unbekümmert zu handeln und zu leben - Angst ist dann immer noch genug da, um uns herum.








12 comments:

Angelika said...

Hallo lieber Rainer
Ein Thema, was sicherlich einige Menschen sehr beschäftigt.
Angst ist kein guter Ratgeber und man sollte sich fragen, warum gerade jetzt die Angst wieder da ist.....
Ich wünsche Dir einen schönen Abend.
Liebe Grüße
Angelika

Gabaretha said...

Lieber Rainer,
die Angst beschäftigt viele Menschen und macht steif und unbeweglich. Das lässt sich oft beobachten. Die gute Nachricht: Niemand ist machtlos. Entspannung hilft immer!
In meinen workshops Ende 2011 war Angst das Thema und wir konnten viele Ängste aus der Nähe betrachten und in Klarheit auflösen.
Ich wünsche Dir eine starke und mutige Woche und sende viele liebe Grüße aus dem Isartal,
besser und besser,
Gaba

zentao said...

Was ist Angst? Wo sitzt meine Angst? Ist sie Real? Hat sie eine Festigkeit? Hat sie Substanz? Kann ich meine Angst jemanden geben? WEnn ich so meine Angst anschaue, sehe ich dass es dies Angst in Wirklichkeit gar nicht gibt. Diese Angst ist ein Produkt meines Denkens und demzufolge, sollte ich mir bewusst werden, dass die Angst gar nicht existiert und ich lasse sie los
Liebe Grüsse zentao

Grey Owl Calluna said...

Keiner kann mir sagen, dass er/sie die Angst völlig besiegt. Sorry. Ich glaub's einfach nicht.
Denn sie ist ein Teil von uns und gehört zu uns. Die Urängste sind in unseren Genen gespeichert,…..und für uns auch nützlich. Aber all zu oft wird gard’ bewusst mit unseren Ängsten „gespielt“. Kennen wir ja.
Wir können die Angst akzeptieren, mit ihr umzugehen lernen, aber nicht wirklich völlig weg meditieren. Das ist Illusion, wenn wir mal "ganz" ehrlich sind…..und ich weiß, dass es keiner gerne zugibt.
Mit Sicherheit kann man sich auch viel einreden, viel anerziehen, sich formen....sich disziplinieren.
Gäbe es keine Angst mehr, würde nicht immer wieder drüber geschrieben, diskutiert.
Angst ist ein Instrument, das gerne benutzt wird. Sehen wir jeden Tag….und fast überall. Ob offen oder subtil. Es brauch nicht mal ein Wort/einen Ton……der Blick genügt.
Angst bringt vieles hervor. Zum Beispiel Gewalt, Aggression.
Wovor Du, lieber Ray, Angst hast, weiß ich, ….so wie Du weißt, wovor ich Angst habe……und wir lassen sie täglich los. Nur wäre sie da nicht (mehr), müssten wir sie auch nicht täglich loslassen.
Schlimm ist für manche Menschen, wie Dich und mich zu Beispiel, lieber Ray, dass wir die Ängste der anderen um uns herum wahrnehmen. Manchmal denke ich, ich möchte sie aus ihnen heraus reißen,…..oder ihnen zumindest die Augen öffnen……..Aber man kann niemand drauf ansprechen. Die Leute wollen darüber nicht reden und lügen…..besonders sich selbst an.
….und sei mir nicht bös,….dass ich immer so grade heraus bin…..denn alles andere ist für mich Zeitverschwendung…….. Natürlich könnte ich alles in schöne Worte "kleiden",....und glaub' mir, ich kann das durchaus.....aber viel lieber bevorzuge ich halt die direkte Art.....
Okay, genug geschwafelt.....
Liebe Grüße
Grey Owl

Norbert said...

Existenzangst wird immer bleiben, das ist auch gut so und erhält das Leben. Jedes Lebewesen ist damit gesegnet.
Hypothetische Angst lässt sich lösen, komplett.
Das ist der Ansatzpunkt für eine luxuriöses Leben...ohne Zweifel, ohne Schuld...ohne Scham.
Das reicht im Grund schon für ein sich erfüllendes Leben.

Hast Du noch so ein paar Gedankenanstöße, lieber Rainer?:-)

Gruß
Norbert

Ray Gratzner said...

Liebe Angelika,

da hast Du sicher recht. Zu den schönsten Anblicken zähle ich, wenn die Angst im Gesicht eines Menschen nachlässt und sich Sicherheit und Geborgenheit m Hier und Jetzt einstellt...

Liebe Grüße Rainer

Ray Gratzner said...

Liebe Gaba,

ich finde es gut, dass Du mit Menschen konkret den Weg gemeinsam gehst einen Blick auf Ihre Ängste zu werfen und diese überwinden hilfst. Jede Angst, die überwunden wurde, macht diese Welt ein wenig freier...

Liebe Grüße an die Furchtlose im Isartal...

Rainer

Ray Gratzner said...

Lieber Zentao,

ich sehe, dass Du ein gutes Beispiel für die berühmten furchtlosen Schweizer bist.
Du kannst ihr ins ruhig ins Auge schauen und sie weiterziehen lassen wie einen Gedanken - stark.

Liebe Grüße Rainer

Ray Gratzner said...

Liebe Grey Owl,

aus Dir spricht die Erfahrung und ich kann Deine Eindrücke teilen. Ja, es gibt immer wieder im Alltag Momente, in denen ich Angst empfinde, der ich mich dann widme und sie verarbeite -

Deine Art gerade heraus, finde ich sehr erfrischend, weil ich mich und weil sich bestimmt auch andere Menschen darin wiederfinden und Du den Sachverhalt so sehr menschlich auf den Punkt gebracht hast.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen über Ihre Ängste gerne beiläufig reden, so als ob es die Ängste anderer Menschen seien, über die ich mich mit Ihnen unterhalte. Das klappt bei mir ganz gut. Das direkte Ansprechen, Du hast doch bestimmt Angst vor XY, führt in den meisten Fällen zum Leugnen womit neben die Angst eine weitere häufige Alltagsreaktion tritt, das Lügen.

Ehrlichkeit und Furchtlosigkeit = direkt sein sind zwei Gesichter einer Medaille.

Liebe Grüße ins magische Thüringen...
Rainer

Ray Gratzner said...

Lieber Norbert,

die Existenzangst, wenn wir dem Tod ins Auge schauen, das glaube ich auch, wird immer bleiben - als körperliche Schutzfunktion. Unser Haus hat seine Alarmklingel und der darin wohnt, kennt keine Angst, denn die, die er selber schafft.

Liebe Grüße Rainer

AnnaFelicitas said...

Hallo lieber Rainer,

ich meine auch, dass Angst (in den meisten Fällen) nur ein Gedanke ist, die sich - nun als solcher entlarvt und durchschaut - ebenso schnell verflüchtigt, wie sie gekommen ist. Man muss sich nur trauen, so zu denken und den Stier dann zuversichtlich bei den Hörnern packen.

Tatsächlich ist das "Sichstellen" der Weg, stäker und mutiger zu werden. Mit der Zeit verselbständigt sich dieses Verhalten und die Ängste nehmen ab. So jedenfalls meine Erfahrung.

Mut ist also erlern- und (irreale) Angst verlernbar ;)

Natürlich gibt es auch echte Ängst,die unser Überleben sichern sollen. Sie sind im Gegensatz zu den irrealen Ängsten weise und wertvolle Ratgeber, auf die es zu achten lohnt.

Die Kunst liegt also darin, Ängste wahrzunehmen, sie genau zu unterscheiden und sich dann für das eine oder andere Handeln zu entschließen.

Alles Liebe
Anna

Ray Gratzner said...

Liebe Anna,

Deine Zauberwesen haben eine sehr weise und sehr reflektierte Dosenabschnittsgefährtin, die von Tag zu Tag stärker wird...

Vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen hier teilst...

Liebe Grüße Rainer