Saturday, December 13, 2008

Aus dem Lesebuch der gefiederten Schlange



Eines Tages träumte die gefiederte Schlange. Sie träumte sie sähe sich in einem grünen Land, in dem der Frieden herrschte. Genußvoll schlängelte sie sich durchs Gras und suchte sich einen warmen Ort zum Schlafen.

Da kam der schwarze Schatten daher und sah, dass die gefiederte Schlange im Träumen schlief.
Der Schatten war traurig, denn er war mit der Schlange verabredet. Heute wollte er den Tanz des Lebens aufführen, doch die Schlange ruhte in Frieden.

Da dem Schatten nur die Zeit der Sonne für seine Kunst blieb, begann er seinen Tanz des Lebens. Er hüpfte in die Luft, überschlug sich, rollte zur Seite, zuckte rhythmisch und sprang in großen Bogen im Kreis. Bei jeder Bewegung versprühte er Funken, grüne, blaue, rote und braune. All diese Funken fielen auf die Schlange und färbten ihren Körper unterschiedlich ein.
Als dann die Sonne im Land des Friedens unterging, hauchte der Schatten sein Leben aus und die gefiederte Schlange erwachte von der Abendkälte. Sie sah in der Dunkelheit nicht, dass ihre Haut eine neue Färbung trug.

Die Schlange schlängelte durchs Gras und bemerkte, dass sie träumte. Als sie aber an den Ort kam, wo der Schatten getanzt hatte, da glühte ihre Haut auf. Grün, Blau, Rot und Braun.

2 comments:

Dori said...

Lieber Ray,

Das ist eine wirklich schöne Geschichte. Die Schlange hat den Schatten verschlafen. Wir Menschen können den Schatten überwinden. Und dann erstrahlen wir in neuen Farben.

Sonnige Herzensgrüße

Dori :-)

Ray Gratzner said...

Liebe Dori, Du bist sehr weise.... Ich hatte wenig Resonanz auf diese Geschichte, aber eine richtige Sonnenfaru weiß immer ein Licht auf jedwede Geschichte zu werfen. Ich werde noch eine Deutung posten und werde so frei sein, Deine Deutung mit zu nennen......
LG Rainer