"Was denkst Du Ray? Ist Schlafen gleich Schlafen?", fragte sie mit einer beiläufigen Intonation. Nichts deutete daraufhin, dass eine Unterweisung beginnen sollte und mich überraschte die Frage zumindest deswegen, weil bislang alle behauptet hatte, dass das dicke Mädchen eine neue Schülerin sei und dass sie sehr dumm sei und sich gegen das Lernen sträuben werde, weil sie sich grundsätzlich von allem auf der Welt getäuscht fühle. Sie vertraut niemandem, auch nicht dem Wissen, also beachte sie nicht oder sie bringt dich in Schwierigkeiten.
Aber warum sollten dumme Menschen mich in Schwierigkeiten bringen können?, wollte ich damals wissen. Ist doch klar, dumme Menschen beherrschen sich nicht und fangen etwas Dummes an, für dass du dann wohlmöglich die Verantwortung übernimmst, und das wären dann Schwierigkeiten.
"Schlafen, hmm - meinst du schlafen und bewusster Traum?" Ich dachte sie wollte auf das luzide Träumen hinaus.
"Nein Schlafen." Sie schaute enttäuscht drein. "Dann stimmt es also", murmelte sie.
"Was stimmt?"
"Na, dass du blöde bist."
Mein Unterkiefer fiel herunter und ich muss wirklich sehr blöd ausgesehen haben. Als mir das bewusst wurde, klappte ich ihn sofort wieder hoch. "Wer sagt das?"
"Alle sagen das. Sie sagen du wärst blöd. Du würdest nichts lernen und du wärst unnütz. Sie meinten ich sollte mich selbst davon überzeugen, denn niemals sollte man einem Menschen etwas glauben, was er spricht, weil Menschen viel Lüge im Herzen führen."
"Und du glaubst ich bin blöd, weil ich den Schlaf nicht weiter unterscheide?"
"Sicher. Es gibt im Schlaf mehrere Stadien, in denen wir bewusst sein können ohne zu träumen. Du bist geblendet von der Welt der Träume, aber der Schlaf ist eine Tür dem Rätsel auf die Spur zu kommen." Sie schwieg. Pause.
"Welchem Rätsel?", fragte ich ungeduldig. Wenn jemand ein Thema anschnitt und es dann nicht fortführte, dann machte mich das ungeduldig.
"Dem Rätsel unseres Daseins, unserer Bewusstheit. Der Schlaf hat viele Phasen und du bemerkst, wenn du es willst eine andauernde Präsenz, ein Licht, ein Gefühl der Nähe. Schau mal, ich träume nicht. Ich kann nicht träumen. Ich weiß, dass du träumst und dass du das Träumen für eine Göttergabe hälst. Aber du weisst nicht wie ich, dass der Schlaf ein Tor zur Lösung des Rätsels darstellt. Dass es schon reichen kann, nur im Schlaf bewusst zu bleiben um niemals wieder geboren zu werden oder um niemals wieder zu sterben, als das nächste Mal."
Ich schaute sie an und schämte mich ein wenig, wenn ich in ihr offenes aufrichtiges Gesicht sah, weil ich vertrauensvoll oder naiv die Reden der Älteren für bare Münze genommen hatte. In diesem Moment sah ich sie.
" Was Ray sah wird gepostet im Themenmonat März Sehen, am 1. März, 20 Uhr"
Ich kehrte zur Alltagssicht zurück. Sie war eingeschlafen und die ältere Mondfrau war eingetreten. "Ray sei ehrlich. Ohne sie zu sehen, hättest du sie als blöd und langweilig empfunden. Ihre wahre Anmut und Pracht hast du jetzt erkannt und auch, dass sie bereits weiter ist als du. Frauen sind häufig schneller als Männer, das ist kein Problem, aber bevor du einen Menschen beurteilst, oder bevor du jemandem vertraust wie mir...."
"Ja?"
"Sehe. Sehe und du kannst nicht mehr getäuscht und in die Irre geführt werden. Du siehst die Welt auf deine Weise und es wird dir helfen..."
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Saturday, February 13, 2010
Saturday, January 23, 2010
Gefühlspunkt
"Der Gefühlspunkt liegt bei jedem Menschen an einer anderen Stelle." Er nahm seine Hand und führte sie entlang der Körpermitte von unten nach oben.
"Manche Menschen denken es käme darauf an, präzise Punkte auf dem Körper zu kennen und diese dann zu fühlen. Das wäre dann vergleichbar mit Gymnastik." Er schüttelt den Kopf. So kannst Du vielleicht Geld machen mit Leuten, die ein körperliches Verständnis auf das Bewusstsein übertragen, aber was lernst Du?"
"Pass auf. Seine Hand stoppt. Dann nehme ich ein helles kreisförmiges Leuchten mit Strahlenkranz wahr. Ein frisches, heiteres Gefühl erfasst mich. Während ich das Leuchten fühle sehe ich ihn nicht mehr.
"Und? Wo ist der Gefühlspunkt?"
Vergleichbar dem Wechsel zwischen Nah- und Fernsehen sehe ich das Leuchten nicht mehr, dafür aber ihn mit seiner Hand, die er vor seiner Brust hält.
"Hmm, ich weiss es nicht so genau. Mir schien es, als könnte ich dich und das Leuchten gleichzeitig nicht wahrnehmen."
Er kichert. " Das ist nicht die Frage gewesen. Es war nicht mein Leuchten."
Dann wird es mir klar. Mein Leuchten, mein Gefühlspunkt und während ich den Ausgangspunkt des Leuchtens in meinem Körper zu lokalisieren trachte, lande ich nicht im Solar Plexus.
"Hat man mal seinen Gefühlspunkt gefunden, wirst du feststellen, dass er ein Leben lang wandert und seine Position verändert. Alles ist stets im Wandel, aber für unsere Aufmerksamkeit und unsere Bewusstheit ist das kein Problem,solange wir sie nicht an feste Orte, Punkte auf unseren Körpern schicken wollen. Also tu mir einen Gefallen - nein anders, tu du dir einen Gefallen und erwarte keine Hilfe von festen Punkten."
"Aber es gibt Menschen, die mit Chakren arbeiten, die sie an festen Punkten des Körpers finden."
"Na ja, das ist meiner Meinung nach eine Motivation für Anfänger. Es beschäftigt den Verstand und beruhigt ihn. Alles hat einen Platz und eine Ordnung, fast wie eine Maschine. Und dennoch gibt es keine verstandesmäßige Kontrolle für Bewusstheit, und es gibt keine körperliche Kontrolle für Bewusstheit. Du wirst dir bewusst und dann passiert was. Also geht es darum sich selber zu erlauben so bewusst wie möglich zu leben, um sein Bewusstsein zu entfalten. Seine Bewusstsein offen zu halten, indem ich mir von körperlichen Punkten besondere Eigenschaften erwarte ist ein Beginn, aber es wird niemals das Ende sein"
"Manche Menschen denken es käme darauf an, präzise Punkte auf dem Körper zu kennen und diese dann zu fühlen. Das wäre dann vergleichbar mit Gymnastik." Er schüttelt den Kopf. So kannst Du vielleicht Geld machen mit Leuten, die ein körperliches Verständnis auf das Bewusstsein übertragen, aber was lernst Du?"
"Pass auf. Seine Hand stoppt. Dann nehme ich ein helles kreisförmiges Leuchten mit Strahlenkranz wahr. Ein frisches, heiteres Gefühl erfasst mich. Während ich das Leuchten fühle sehe ich ihn nicht mehr.
"Und? Wo ist der Gefühlspunkt?"
Vergleichbar dem Wechsel zwischen Nah- und Fernsehen sehe ich das Leuchten nicht mehr, dafür aber ihn mit seiner Hand, die er vor seiner Brust hält.
"Hmm, ich weiss es nicht so genau. Mir schien es, als könnte ich dich und das Leuchten gleichzeitig nicht wahrnehmen."
Er kichert. " Das ist nicht die Frage gewesen. Es war nicht mein Leuchten."
Dann wird es mir klar. Mein Leuchten, mein Gefühlspunkt und während ich den Ausgangspunkt des Leuchtens in meinem Körper zu lokalisieren trachte, lande ich nicht im Solar Plexus.
"Hat man mal seinen Gefühlspunkt gefunden, wirst du feststellen, dass er ein Leben lang wandert und seine Position verändert. Alles ist stets im Wandel, aber für unsere Aufmerksamkeit und unsere Bewusstheit ist das kein Problem,solange wir sie nicht an feste Orte, Punkte auf unseren Körpern schicken wollen. Also tu mir einen Gefallen - nein anders, tu du dir einen Gefallen und erwarte keine Hilfe von festen Punkten."
"Aber es gibt Menschen, die mit Chakren arbeiten, die sie an festen Punkten des Körpers finden."
"Na ja, das ist meiner Meinung nach eine Motivation für Anfänger. Es beschäftigt den Verstand und beruhigt ihn. Alles hat einen Platz und eine Ordnung, fast wie eine Maschine. Und dennoch gibt es keine verstandesmäßige Kontrolle für Bewusstheit, und es gibt keine körperliche Kontrolle für Bewusstheit. Du wirst dir bewusst und dann passiert was. Also geht es darum sich selber zu erlauben so bewusst wie möglich zu leben, um sein Bewusstsein zu entfalten. Seine Bewusstsein offen zu halten, indem ich mir von körperlichen Punkten besondere Eigenschaften erwarte ist ein Beginn, aber es wird niemals das Ende sein"
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