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Wednesday, October 14, 2009

Einmal dem Papst begegnen


Eines Tages begegnete der Meister dem Papst. Für beide war es eine völlige Überraschung. Der Meister hatte sich soeben von seinem physischen Körper getrennt und wollte sich eigentlich auf eine Forschungsreise begeben, als er dem heiligen Vater begegnete.

"Hallo Papst, ich habe eine Botschaft für dich."

"Ja mein Sohn, was möchtest du mir sagen."

"Es ist eine tiefsitzende Überzeugung in dir, die dich blind macht für das Leiden deiner Mitmenschen."

"Gewiss nicht mein Sohn, wie sollte ein Hirte nicht mit seinen Schäfchen fühlen?"

"Glaubst du daran, dass ein Buch die Weisheit Gottes repräsentieren kann?"

"Du meinst das heilige Buch, die Bibel. Ja, sie ist Gottes Wort."

"Siehst Du, du bist blind für das Leiden deiner Mitmenschen. Jeder Mensch ist ein göttlicher Funken, den wir verehren sollten. Du aber willst alle diese Funken hinter ein paar alten toten Sätzen versammeln. Das ist es, was dich blind macht."

"Du irrst dich mein Sohn. Gottes Wort erwecken wir immer wieder durch den Glauben aufs Neue zum Leben. So sind die Worte das Licht in einer mitunter dunklen Welt."

Noch viele Jahre später rätselte der Meister, warum er wohl dem Papst begegnet war.

Monday, February 23, 2009

Religiöse Dispute


Im 12. / 13. ten Jahrhundert gab es in Spanien religiöse Disbpute zwischen Rabbis und Priestern. Verlor der Rabbi, dann wurden alle Juden seiner Gemeinde zwangskonvertiert. Gewann der Rabbi, wurde niemand konvertiert......

Mal abgesehen davon, das das Verfahren einseitig war, war es unblutig. Wie sähe die Welt aus, wenn die Menschen ihre Dispute so gleichberechtigt durchführten. Jede Gruppe schickt ihren besten Redner. Dann wird geredet. Wer gewinnt, dem folgen alle....

Wäre unsere Welt christlich, islamisch, jüdisch, buiddhistisch, hinduistisch oder sonstwie geworden? Wären das Achtel-, das Viertel-, das Halb- und das Finale in die Geschichtsbücher eingegangen, als die große religiöse Einigung der Menschheit - unblutig und bindend für alle.

Oder sind wir mit der Vielfalt der Religionen nicht besser dran, weil diese Vielfalt uns Menschen in ihrer Vielfalt besser gerecht wird?

Goethe sagt im Faust, "Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen." Ich glaube wir brauchen die Vielfalt der Glauben und die Religionsfreiheit, um uns als Gesellschaft dauerhaft zu einer starken Gemeinschaft weiterzuentwickeln, in der wir alle uns entfalten ohne uns in Glaubenkämpfen und Intoleranz zu erschöpfen.

Heute können wir unsere Dispute führen, wie wir wollen. Und wir können unseren Einsichten folgen, ohne einer Gemeinschaft anzugehören...Hoffen wir, dass das so bleibt....