Tuesday, December 13, 2011
Und willst Du nicht mein Hase sein, dann
Die Wahrheit wird gehütet im Giftschrank der Geschichtswissenschaft und wir alle kennen die verschwiegene Wahrheit nicht mehr, denn wir sind hinein geboren in eine Welt, die von Menschen künstlich verändert wurde.
Der heutige Hoppelhase ist nur ein fader vegetarischer Abklatsch dessen, was durch unsere europäischen Urwälder streifte. Ähnlich dem Zwergkänguruh, das nicht größer als eine Maus im Hintern von indischen Elefanten lebt und dort sich von Flöhen ernährt.
Dieser Hoppelhase wurde 2,30m groß und er war Fleischfresser!. Er hat alles gegessen, Bambis, Wildschweine, Wisente. Nur halt Menschen nicht, die anscheinend eine Art halluzinogene Wirkung im Metabolismus des Riesenhasen auslöste. Eher selten im Vorkommen, öffnete sich für den Riesenhasen die ökologische Nische, als immer mehr Bären in Europa ausstarben, vom Menschen erlegt.
Im ausgehenden Mittelalter verlegten sich die Riesenhasen darauf, abseits gelegene Nonnenklöster zu überfallen, denn sie sprangen mühelos über 8m hohe Mauern weg und waren im Kloster ungestört. In der Regel bissen sie die männliche Belegschaft tot und ließen sich von den Nonnen in der Folge füttern, bis sie ihr unstetes Wanderwesen wieder zum Aufbruch drängte. Mit dem Niedergang der Nonnenklöster ging auch die Riesenhasenpopulation weiter zurück, der man nachsagt, dass sie mittlerweile sich von Jägern ernährt, die auf Hochsitzen auf Wild warten.
Ich wünsche uns allen, dass es irgendwann gelingt diese Hasen abzulichten. Also Obacht wenn das nächste Mal im Wald ein Brocken durch die Luft saust...
Thursday, May 19, 2011
Ich wollt ich hört mir selber zu...
Sagt der andere Mann: "Wie soll's schon gehen? Das interessiert doch eh keinen und Sie doch erst recht nicht."
Pause
"Stimmt eigentlich, ich wollte nur sagen, dass es mir gut geht. Ich habe manchmal das Gefühl, dass es keinen interessiert und daher erzähle ich es. Ein bißchen wie Lotto spielen. jemanden zu treffen, der sich für andere Menschen interessiert ist wirklich schwer."
Der andere Mann gähnt. "Ich finde Sie uninteressant."
Pause.
Der andere Mann sagt, " Manchmal habe ich das Gefühl in mir drin ist ein Punkt, der über einen grünen Ozean driftet, umflogen von leuchtenden Schmetterlingen, die zu Salsamusik versuchen einen Tango aufzuführen."
Der eine Mann sagt, " Ich wünschte ich hätte eine Ziege zur Freundin."
Beide entfernen sich. Eine Uhr kommt vorbei und führt einen kleinen Steptanz auf. Als niemand kommt und schaut verschwindet sie wieder, wie jeden Tag um diese Uhrzeit.
Sunday, January 23, 2011
Auf der Suche
Sunday, November 28, 2010
Lindwurm
Sunday, October 3, 2010
Der König der Frösche
Einmal, da kroch ein grünes Nilpferd in den Schlossteich. Das Nilpferd wirkte sehr apart mit seinem hellen minzgrün inmitten der Entengrütze und dem eher schlammig braunen Wasser des Teiches.
Die Frösche waren sehr erfreut wohl mit dem König der Ochsenfrösche bekannt werden zu können und so pilgerten sie zu dem Nilpferd und verbeugten sich. Sie riefen: "Quaak, Quaak Quaak."
Das Nilpferd aber verstand die Frösche nicht und begann den einen oder anderen Frosch unabsichtlich zu verschlucken, als diese dem Nilpferd in das große Maul sprangen, um dem "König" näher zu sein.
Aha riefen da ein paar Frösche. Wir müssen unserem Herrscher in den Hintern kriechen, statt uns fressen zu lassen. Das war schon immer die Regel von alters her. So schwammen bald alle Frösche zum Hintern des Flusspferdes. Dieses drehte jedoch mit seinem Schwanz wie ein Propeller das Wasser hinter sich um und entließ verdaute Gräser in das Wasser. Schon bald zogen sich die ersten Frösche schon wieder zurück, weil ihnen ihre Mission unausführbar erschien.
Da schied das Flusspferd den ersten Frosch in einem Stück wieder aus, der sein großes Glück gar nicht fassen konnte und der eiligst vom Hintern des Flusspferdes zum Ufer schwamm.
Dort versammelten sich die Frösche um den Frosch, der durch den größten Ochsenfrosch aller Zeiten gewandert war. "Und, wie war es? Was hast du erlebt?" Alle waren neugierig.
"Oh, es war schrecklich eng, und es roch fürchterlich und ich habe kaum atmen können. Unserer Majestät ist gefüllt mit Grasbrei."
"Grasbrei?", riefen alle. Da liefen die Frösche auseinander und aßen nur noch Gräser, weil sie glaubten, damit auch so schön groß und stark zu werden, wie der König der Frösche.
Nach ein paar Wochen verstarb der letzte Royalist unter den Fröschen an Unterernährung. Vom Flusspferd hatte sich die grüne Farbe gelöst, die ein Werbegag des Zirkus war, dem das Flusspferd entkommen war. Und noch ein paar Wochen später, da kam die Polizei und nahm es mit.
Nichts quakte nun mehr im Schlossteich, zumindest in diesem Jahr, denn Gott sei Dank, die Frösche hatten Eier gelegt für eine weitere schöne Generation Froschlurche.
***************
In allem was wir sehen, sehen wir eine Bedeutung, die nur wir erschaffen. Aber auch alle Menschen, die uns sehen, sehen einen Menschen, den nur sie selbst erschaffen. Nichts ist wirklich in der Begegnung zweier Menschen, also sollten wir die Welt in uns erschaffen, die uns täglich aufs Neue Liebe und Kraft gibt.
Sunday, September 26, 2010
Tim
Karin und Helga waren Zwillinge. Beide waren mit Schönheit verflucht. Ohne es zu wollen und es je geübt zu haben, waren jede Bewegung von Karin oder Helga inspirierend für Menschen, die ihnen begegneten. Die Zwillinge trafen auf strahlende Menschen, deren Augen leuchteten. Alle wollten sie anfassen, ihnen über den Kopf streichen, so als wollten die Mitmenschen per Berührung ein wenig Schönheit auf sich umleiten.
Die Zwillinge bekamen viele Geschenke, ungebeten und stets mit der Erwartung verbunden, ein wenig Zeit mit den Kindern verbringen zu dürfen.
Als die Mädchen heiratsfähig wurden, da stritten sich die jungen Männer heftig, wer die Zwillinge heiraten dürfte. Doch die Zwillinge lehnten jede Verbindung ab. Die jungen Frauen wollten nicht getrennt werden, da sie im jeweils Anderem, den einzigen Menschen neben Vater und Mutter sahen, der sie verstand und nicht um ihrer Schönheit willen liebte.
So kamen und gingen Marc, Thomas, Eike, Rolf, Ralf, Georg, Jürgen und wie die Bewerber alle hießen. Stets enttarnten die Schwestern, dass es den Männern nur um die Schönheit der Frauen ging und nicht deren inneren Ideale und Schönheiten oder auch deren dunkle Schatten der Persönlichkeit.
Manche verliebte Männer merkten nicht, wenn Karin und Helga die Plätze tauschten. Sie spürten nicht die Veränderung, versagten darin, das Wesen der Schwestern zu fühlen.
Andere Männer wollten die Schwestern als Ehefrau nicht arbeiten lassen. Sie sollten sie, gleich einem Luxustier, den Haushalt ihres Ehemannes schmücken und so versagten diese Männer darin, den Zwillingen das Glück der Selbstentfaltung zukommen lassen zu wollen.
Und dann waren da noch jene Männer, die den Schwestern alle Wünsche von den Augen ablasen, die aber keine Kritik übten, wenn die Schwestern ihre Schwächen zeigten, so versagten diese Männer darin, den Zwillingen ein Lebenspartner für alle Fälle des Alltags zu sein.
Die Schwestern hatten es aufgegeben einen Mann heiraten zu wollen, da kam Tim der Blinde. Als die Schwestern die Plätze tauschten roch er den Unterschied und beschwerte sich, dass sie mit ihm spielten.
In ihren Karriereplänen beriet Tim sie und betonte immer wieder, dass er als blinder Mann den Frauen eher ein guter Zuhörer als wirklicher Berater sein könnte und so sagt er ihnen viele Einsichten, die er aus dem Klang ihrer Stimmen herausgefunden hatte, dass er ihnen bald schon so wertvoll wurde, wie eine weitere Schwester.
Und wenn Sie böse waren, gemein, rachsüchtig, hinterhältig, geschwätzig oder Sonstiges, dann mahnte Tim die Zwillinge zur Ruhe und hieß sie ihr Herz suchen, dass sie offenbar verloren hätten.
So fielen die Geschwister in Liebe zu Tim, aber es konnte nur eine ihn heiraten. Die Liebe der Schwestern war aber so groß füreinander, dass jede bereitwillig auf Tim verzichtete, damit die Schwester ihn haben könnte.
Tim, dem die Schwestern durch aus gefielen und die er innig liebte, nachdem er lange Zeit mit ihnen verbracht hatte, wusste Rat.
"Ich nehme Euch beide zur Frau. Da euch beide niemand auseinanderhalten kann, wird die eine an den geraden Tagen bei mir liegen und die andere an den ungeraden Tagen."
So machten sie es. In der Kirche heiratete er die Karin und vor dem Standesamt die Helga.
Alle Männer aber, die bislang nur Augen für Karin oder Helga hatten, wandten sich enttäuscht ab, doch trösteten sie sich damit, nicht blind und behindert zu sein. Tim aber konnte sich jetzt in Ruhe seiner Malerei widmen und er schuf die schönsten, nein die lebhaftesten Nacktgemälde, die die Stadt je gesehen hatte und die man stets in aller Unschuld auch in der Öffentlichkeit ausstellte, denn schließlich habe der Maler nichts von alledem gesehen, als vor seinem unschuldigen inneren Auge. Oder?
Sunday, September 5, 2010
Wir alle sollten uns vorsehen, die Zeit läuft vielleicht schon ab....
Im Wald angelangt, gruben wir uns ein. Wir nahmen unsere Klappspaten und sorgten dafür, dass uns keine gegnerische Kugel sofort treffen würde. Nachdem wir eingegraben waren, passierte recht wenig. Das Warten, eine typische Aktivität der Soldaten, hatte eingesetzt und wir wussten nicht so genau, worauf wir warteten. Statt dessen hatte es angefangen zu nieseln und die Kleidung wurde klamm, die Nase erfüllt vom moderigen Geruch der aufgebrochenen Erde. Dann passierte es.
Zuerst roch ich diesen überirdischen Gestank. Der konnte nicht von dieser Welt sein, denn so etwas hatte ich noch nicht gerochen. Naja, um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, wie Wasserleichen riechen, die den doppelten Umfang angenommen haben und eher wie Papiermaschee aussehen. Und ich weiß nicht, wie es im Magen eines Hühnergeiers riecht, oder wie Krokodilscheiße riecht. Aber egal wie das riechen mag, dieser Geruch reizte die Nase mehr. Vorwurfsvoll schaute ich meinen Kameraden an und fragte, "was hast du denn gegessen?"
Aber er wendete sich beleidigt ab und schaute stumm durch den Mund atmend in eine andere Richtung. Dann kam er. Zuerst sah ich seine bernsteinfarbenen Augen. Unwillkürlich griff ich nach meinem Gewehr mit der Übungsmunition. Doch das irritierte ihn nicht, langsam kam er näher und hielt mir seinen Schwanz hin. Ich wurde fast ohnmächtig von diesem Geruch, der einem die Seele auf Raten aus dem Körper treiben wollte.
Ein Iltis. Stimmte es also, der stinkt wie ein Iltis dachte ich, da warf mir der Iltis ein paar Brocken russisch an den Kopf. Überrascht wandte ich mich an meinen Kameraden, aber der war eingenickt und lächelte. Ich hatte keinen Zeugen. Ich versuchte den Iltis zu greifen, aber er war schneller als ich und ließ einen fahren. Ich wurde ohnmächtig.
Im Krankenhaus kam ich zu mir und der Stabsarzt faselte etwas von einem Unfall. Ich erzählte ihm von dem Iltis, aber er meinte nur, dass man mit einer Gehirnerschütterung mitunter Visionen haben könnte. Er gab mir eine Kopfschmerztablette.
Tuesday, August 31, 2010
Strauch
Wenn es stürmte, dann hatte die Erde ihn festgehalten und wenn Tiere an ihm geknabbert hatten, dann hatte die Erde ihm die Kraft gegeben, sich zu heilen. Er konnte nicht davonlaufen, aber erkonnte sich heilen, sein Leben lang würde er sich heilen können, solange es Regen gab und kein Feuer kam.
Feuer, das war sein Schrecken. Es hatte einmal ein Feuer gegeben in seiner Nähe.Die anderen Pflanzen hatten Warnungen verteilt und bald schon waren alle an der Arbeit, sich mit aller Kraft gegen das Feuer zu wappnen. Das Feuer war nur klein gewesen und war von selbst zu einem Ende gekommen, aber nachdem das Feuer gegangen war, da war es ruhiger geworden. Einige der Stimmen aus der Nachbarschaft waren verstummt und das bedeutete wohl, dass das Feuer sie für immer zum Schweigen gebracht hatte.
Deswegen fürchtete der Strauch das Feuer, er fürchtete diese Stille und doch - nach einiger Zeit waren Stimmen wieder dazu gekommen und hatten sich neue Pflanzen niedergelassen, weil Pflanzen mutig alles heilen, was zerstört wurde.
Unruhe kam unter den Pflanzen auf. Eine Störung schien gekommen zu sein. Menschen. Nicht weit von ihm waren zwei Wagen vorgefahren. Sechs Menschen waren ausgestiegen und hatten sich eine Art Lager bereitet. und nun liefen sie durch die Gegend und sammelten Holz. Sie sammelten aber nicht das Holz, um sich zu nähren, so wie andere Pflanzen sich vom toten Holz nährten. Sie sammelten es für ein Feuer. Menschen beschworen den Vernichter allen Lebens zu ihrem Vergnügen und sie brachten viel Unheil. Einige von ihnen brachen Äste von den Sträuchern.
Von wem hatten die Menschen das? Gab es Lebewesen, die den Menschen etwas abrissen um es in Feuer zu werfen und gut gelaunt drum herum zu sitzen? Der Strauch wusste es nicht doch bald schon griffen Männerhände nach ihm, und er fand sich inmitten einer Ansammlung von anderen Pflanzen und totem Holz wieder.
Er vermisste seinen Platz, den Kontakt zur Erde. Er war nicht tot, noch nicht. Mit etwas Glück, würde es ihm gelingen erneut Wurzeln zu fassen, er schaltete seinen Stoffwechsel entsprechend um. Er wollte leben, er wollte eins sein mit der Erde.
Doch dann passierte das Schlimmste. Feuerwarnungen überall und er spürte eine sengende Hitze überall. Das Feuer erfasste den Strauch und verzehrte ihn. Bald schon war alles, was er je gewesen war, ausgelöscht..
Ein Kreis Menschen saß um das Feuer und lachte und freute sich des Lebens. Ein kleines Kind saß am Feuer und blickte fasziniert in die Flammen und genoss dass Zischen der Flammen, das Knacken der Äste, den Geruch von bratendem Fleisch und garenden Kartoffeln. Eine Hand legte sich auf seine Schulter.
"Geh' nicht zu nah ran, Feuer ist gefährlich."
Das Kind nickte und setzte sich ein wenig weiter vom Feuer weg. "Ja", sagte es. "Feuer ist gefährlich, ich weiß."
"Und wir wollen doch nicht, dass kleine Kinder zu schaden kommen?"
"Nein, ich passe schon auf."
Mit einem dürren Ast schob das Kind den letzten Rest vom Strauch in das Zentrum des Feuers und beobachtete, wie das Feuer den Strauch verschlang, dann wandte es sich um und lief zu seiner Mutter.
Friday, January 8, 2010
Du solltest springen, sagte der Baum
"Du solltest springen", sagte der Baum zu seinem letzten Blatt im Herbst.
"Ach", sagte das Blatt mit immergrüner Pracht. "Ich liebe dich so sehr, durch meine Adern fließt dein Saft, warum möchtest Du mich springen und welken sehen, wo wir zwei zusammen so schöne Zeiten erleben können?"
"Hab keine Angst", sagte der Baum. "Du bist bereit. Alles in dir ist vorbereitet schon seit langem zum Sprung. Sicher unsere gemeinsame Zeit endet, doch für dich ist der Sprung die Erfüllung."
"Das klingt gut", sagte das Blatt, "aber leider Gottes fühle ich anders". Und so verbrachten der Baum und das Blatt einen Winter des Glücks gemeinsam, ein Glück, dass allen Regeln widersprach und gar grauslich zu beschreiben ist...
Wednesday, September 30, 2009
Meister Reinecke

Eines Tages trat der Meister vor das Haus. Er bedeutete mir mit der Hand zu folgen. Neugierig folgte ich.
Meine Frage, was es denn gäbe unterdrückte ich, als der Meister den Zeigefinger auf die Lippen legte.
Ich schaute nach links und rechts. Alles sah so normal aus wie sonst. Eine Wiese, ein Waldsaum, Ackerflächen ...
Dann bemerkte ich ein Kaninchen das neben einem Fuchs weidete. Der Fuchs widmete dem Kaninchen keine Aufmerksamkeit. Ich wartete darauf, dass der Fuchs sich umwenden und das Kaninchen fangen würde, doch der Fuchs blieb wo er war. Wir warteten ein paar Minuten, dann verschwanden beide Tiere auf verschiedenen Wegen im Wald.
"Bemerkenswert", der Meister blickte mich an. Unter den Tieren findest du große Seelen. Einer davon bist du heute begegnet.
Irritiert zuckte ich mit den Schultern. "Und?"
"Wir alle sind mit allem verbunden. Begegnest du einer großen Seele, dann begegnest du etwas Großem in dir. Sei einfach wachsam, dann öffnet sich für dich eine Pforte, die geöffnet bleibt. Jeder Mensch hat diese Begegnungen und das Einzige was dem modernen Menschen fehlt, um die Tür zu öffnen ist Achtsamkeit. Hättest du den Fuchs gesehen, wenn ich nicht vor die Tür gegangen wäre?"
Thursday, September 24, 2009
Kölner Wappen...

Im Mittelalter wollten Ursulas Eltern Ursula verheiraten. 16 jährig fühlte sie sich noch nicht reif zum heiraten und so schickten ihre Eltern sie mit ein paar Freundinnen mit dem Schiff auf die Reise. Ursula und ihre Freundinnen reisten für drei Jahre durch die Welt und als sie zurückkehrten, da war Köln gerade von den Hunnen belagert.
Die Hunnen fielen über die Jungfrauen her, köpften und zerteilten sie und machten sich anschließend auf die Heimreise. So fühlten sich die Kölner von Ursula gerettet. Sie bauten ihr später auch eine Kirche....
Allerdings verkauften sie Reliquien der heiligen 11 Jungfrauen. Da man aus 11 Jungfrauen nur endlich viele Reliquien herausbekommt erfanden die Kölner die 11.000 Jungfrauen und damit war klar warum es soviele Reliquien geben konnte, der Handel war gesichert...
Aber ob das alles so stimmt....?
Tuesday, September 8, 2009
Bettelstab
Zu einem kleinen Kind rief er: "Meck, Meck kleine Ziege, du bist ein Alptraum, mach ne Biege."
Zu einer gehbehinderten alten Frau rief er:" Na du alte Pampelmuse, so schnell wie du bin ich schon lange."
Zum Pastor rief er:" Hochwürden sieht heute wieder aus wie der Heilige Geist nach dem Großreinemachen, echt besch... ."
Tja, so und so weiter. Schließlich kam ein Polizist daher und sprach: "Dich hat hier bestimmt einer vergessen. Ich bringe dich mal schnell zum Fundamt."
"Das würde ich an deiner Stelle nicht tun", meinte der Stock gelassen, "denn ich bin der Bettelstab".
Der Polizist griff beherzt zu, denn Polizisten zögern nicht, wenn es um die Ordnung geht. Kaum hatte er den Stab berührt, da verwandelte sich die schöne Uniform in Lumpen, die Geldbörse fiel auf die Erde und verbrannte und der Polizist fing an zu fluchen und führte lästerliche Reden.
Auf dem Fundamt liess man ihn nicht herein, seine Polizei-Kollegen steckten ihn in die Ausnüchterungszelle und warfen ihn am nächsten morgen wieder auf die Straße.
"Ach, was soll ich nur tun? Wie werde ich dich wieder los", fragte der Polizist den Stab ratlos.
"Das ist doch ganz einfach. Du musst nur...."
Lieber Leser, wass muss der Polizist deiner Meinung nach nur machen?
Monday, September 7, 2009
Fischleben

Eines Tages versammelte der Goldfisch die Fische im Teich. "Wohlan", sprach er, "was glaubt ihr ist der Grund für die Misere unseres Daseins?"
"Welche Misere?", wollten die Fische wissen.
"Nun, das ist doch klar. Tagein tagaus schweben wir durch das Wasser, und pumpen es durch unsere Kiemen, und wenn der Tag geendet hat, sind wir dann weiter gekommen auf unserem Weg, auf unserem Fischweg?"
"Nein, am Ende des Tages sind wir wie eh und je Fische und freuen uns des Lebens. Was sollte daran schlecht sein?"
"Ja, wir könnte das Land beherrschen, wir könnten die Luft erobern, wir könnten den Teich verlassen und zum Mond fliegen - ihr Memmen."
Die Fische hörten dem Goldfisch gerne zu. Schließlich sprangen sie voller Tatendrang an Land.
"Seht ihr, eure Brüder kehren nicht zurück, weil sie das Glück gefunden haben, worauf wartet ihr noch. Nach einer Weile war der Goldfisch allein im Teich. Schließlich sprach er zu sich, "der Weg zum Eigentum ist hart, aber mit der richtigen Ideologie schaffen wir Fische alles."
Wednesday, July 15, 2009
Wald

Ein Mann lief entlang des Waldes und war mit sich selbst uneins. Sollte er seine Schritte in den Wald lenken?
Nur bislang war noch nie jemand, den er kannte aus dem Wald zurückgekehrt.
Zum anderen behauptete der Dorfpriester, dass es keine Wälder gebe. Hätte der große Geist gewollt, dass es Wälder gebe, dann hätte der große Geist welche gemacht. Hätte er aber nicht, das wäre der Beweis, dass es keine Wälder gäbe.
Nachts drangen aus dem dunklen Wald, den es nicht gab, seltsame lustvolle Geräusche. Uaaahhh, Ohhhhh, Jaaa usw.. Dann versammelten sich die Dorfbewohner vor der Kirche um zu beten.
Doch heute konnte er seinen Neugier nicht mehr bezwingen. Er lenkte die Schritte ins Unbekannte. Er war kaum ein paar Schritte ins Unbekannte gegangen, als er auf eine Weggabelung stieß. Dort hing ein Schild mit zwei Fragen. Bist du selbständig? Hier entlang. Bist du neugierig? Hier entlang.
Der mann entschied sich für die Neugier und ging duch ein Tor, das krachend hinter ihm ins Schloss fiel. Er las ein zweites Schild. Neugierige Menschen kehren niemals in eine Welt zurück die sie bereits kannten.
Er las wieder ein Schild. Bist Du selbständig? Neugierig folgt er diemal dieser Auswahl. Wieder ging er durch ein Tor. Dort fand er einen Automaten, darauf stand: Wähle die Mission deines Lebens. Hier drücken. Unter hier war ein langer roter Pfeil, der auf einen roten Knopf hinwies.
Er drückte. "Erobere die Welt mit Liebe."
Neugierig drückte er den Knopf noch einmal und las, "Schenke der Welt Frieden."
Ja, also, dachte der Mann. Meine Mission kann doch nicht beliebig sein. Ich wähle sie selbst. Hmm er überlegte. Tausend nackte Frauen finden...Nicht schlecht, aber nicht nachweltwürdig. Reich werden, nicht schlecht...interessiert aber auch niemanden.
So überlegte er eine Weile, dann sagte er, ich will Geschichten erzählen, denn jeder Mensch ist und hat eine Geschichte, so kann ich sie lieben, so kann ich der Welt Frieden schenken und sei es für einen Moment, so bleiben meine Geschichten vielleicht auch der Nachwelt, wenn sie es schaffen, menschlich zu sein. Glücklich ging er von dannen.
Der Wald aber jubelte. Dieser Mensch war schnell selbständig geworden. Ihm hatte nur ein bißchen Neugier gefehlt.....
Sunday, April 26, 2009
Superhelden schwächeln manchmal

Der kleine Junge liegt auf der Wiese. Die Sonne wärmt ihn. Er liegt auf einer alten Decke, gut genug zum Spielen. Die Welt um ihn herum scheint nicht mehr zu existieren, denn er blickt gebannt in sein Comicheft. Supermann rettet die Welt und Ray fiebert mit.
Supermann leidet sehr, denn die Schurken setzen ihm mit Kryptonit zu. Kryptonit, ein Material vom Heimatplaneten Supermanns, ist seine verwundbare Stelle, er verliert all seine Superkräfte und wird schwächer als ein Kind, schwächer noch als Ray.....
Hättet ihr gewusst, dass Kryptonit 1943 erfunden wurde, als Supermann in den USA als Hörspielserie lief, "Adventures of Superman". Der überarbeitete Schauspieler brauchte Urlaub. Mithilfe von Kryptonit wurde Supermann so krank, dass er nur noch krächzen konnte und so ein anderer Schauspieler vorübergehend in die Rolle des Superman schlüpfen konnte.
Manchmal spielt man dem Publikum eine Bedrohung vor, um Zeit zu gewinnen, auszuruhen etc.
- Da fallen mir dann noch der Irak und die Massenvernichtungswaffen ein...., die nie gefunden wurden - Krieg gab es dennoch.
- Die bösen Banker, die angeblich allein eine weltweite Krise verursacht haben und nun die Politiker zwingen, den Steuerzahler ein paar hundert Milliarden für faule Kredite bezahlen zu lassen...Für Kindergärten und arme Kinder haben wir noch kein Geld, die sind nicht böse genug und bedrohen (noch) nicht die Welt. Vielleicht gäbe es mehr Geld wenn die erste schmutzige Bombe in einem Kindergarten gebaut wird....
- Die Biobrennstoffbeimischung für Autos, angeblich für die Umwelt, aber in Wahrheit für die Autoindustrie, die CO2 ärmere Flotten produzieren werden muss.
Sunday, November 2, 2008
Der Abgrund

Ein kurzer Blick über den Wegesrand genügte. Diese Schlucht ging einige hundert Meter in die Tiefe. Schrecklich. Martin spürte sein Herz klopfen und gleichzeitig breitete sich der Schmerz in seiner Brust aus. Gerade eben hatte er den Anruf auf seinem Cellphone erhalten. Die Liebe seines Lebens wollte fortgehen - heim. Sie kam aus einem anderen Land und es war unklar ob er sie jemals wieder sehen würde.
Martin lugte über den Rand und blickte auf den verwitterten Baumstamm, der die Schlucht überspannte. "wenn ich hier herunterfalle, dann werde ich Laura auch ein Leben lang nicht wiedersehen." Martin spürte seine Höhenangst in den weich werdenden Knien. Er setzte sich.
"Zurück gehen kann ich nicht, denn dann wird Laura bereits gefahren sein. Einen anderen Weg laufen der ungefährlich ist, ist keine Lösung. Ich bin dann auch zu spät. Es gibt nur eins. Ich muss über diesen Baum und ich muss es bald tun oder sie wird fort sein."
Martin erhob sich und ging mutig mit schnellen Schritten voran. Ein Marienkäfer flog an ihm vorbei. Martin bemerkte ihn nicht, denn sein Blick hing auf der sicheren anderen Seite der Schlucht, das seine Rettung sein würde.
Da klingelte sein Cellphone. Unwillkürlich blickte er hinab zur Hose und sah in den gähnenden Abgrund. Die Knie wurden weich. Martin zerrte das Cellphone aus der Hosentasche und drückte den Knopf. "Ich werde Hilfe rufen können", dachte er, als er wie in Zeitlupe sich selber vom Baum rutschen sah.
Während er Fahrt aufnahm, dem Boden entgegen, dachte er, "Was soll's, jetzt kann ich in Ruhe telefonieren."
"Martin."
"Ja."
"Laura?", sein Herz freute sich, sie war es.
"Ich wollte Dir Bescheid sagen, dass ich bleibe. Freust Du dich?"
Martins Tränen wurden vom Flugwind in die Haare gedrückt. Er nickte und spürte den Widerstand des Windes. "Ja Laura - Ich freue mich, als wäre es das letzte Mal auf Erden."
Der Boden kam näher und der Fahrtwind ließ seine Hosen so flattern, dass es wie ein rhythmisches Klopfen klang.
" Du klingst deprimiert. Ist alles in Ordnung Martin? Manchmal musst Du dem Leben nur vertrauen und Dich fallen lassen."
Martin schlug auf und fand sich auf dem Hotelboden wieder. Es klopfte ungeduldig an der Tür. Verdattert ging Martin zur Tür und öffnete sie. Laura stand da.
Laura stutzte, übersah dann geflissentlich die sparsame Bekleidung Martins. "Martin, daheim ist etwas passiert. ich muss nach Hause."
Martin fiel ein, dass er gerade für diese Frau gestorben war. "Ich liebe Dich", rief er ihr zu. "Ich liebe Dich. Ich liebe Dich." Er lachte und schluckte. "...liebe Dich", flüsterte er.
++++++++++++
Lieber Leser, und was antwortet Laura?
Monday, September 22, 2008
Weise Kugelschreiber und so...

Es war einmal ein weiser Kugelschreiber. Der war gefüllt mit der Tinte des Lebens und der Tinte des Wissens. Sein Besitzer war ein schwafelnder weitschweifiger Mensch. Bevor er überhaupt gemerkt hatte, was für ein Wunder er besaß, schrieb er einen langweiligen Brief an seinen alten Herrn.
'Lieber Vati. Geh' bitte gleich zum Arzt. Er wird feststellen, dass du eine gutartige Geschwulst im Bauch hast, die wenn sie Dir jetzt entfernt wird, das letzte Hindernis zu einem langen Leben war.'
Solche Briefe schrieb er viele. Die Empfänger wunderten sich, aber sie folgten den Ratschlägen und alles erfüllte sich. Nach und nach erreichten den Besitzer des Kugelschreibers Erzählungen über die wunderbaren Erfolge seiner Briefe. Da dachte der Mann, "Klasse und nun schreibe ich einen Brief an mich selbst."
'Lieber Blödmann, Du würdest nicht mal merken wenn der Weihnachtsmann persönlich vor Dir stünde. Bei soviel Blödheit kann Dir eigentlich nur eines helfen, geh unbedingt sofort in die...'
Die Tinte wurde spärlich.
'...die Mai...er Straße und klingele an.....', und dann war der Füller leer.
"Uffz", dachte da der Mann. "So ein Wunder kann dieser Schreiber nicht gewesen sein, denn er ist ja leer..."
Er packte den Füller in die Schachtel, auf der noch das Laden-Label prangte, Wunderkuli von der Schreibhexe aus der Mainzer Straße, und schmiss den Kugelschreiber in den Müll.
Friday, August 29, 2008
Es war einmal

Es war einmal ein kleines Land, das irgendwo auf der Erde lag. Dort gab es eine alte Sage, deren erster Erzähler lange vergessen war und die sich die Menschen in Not erzählten. Als Gott den Menschen schuf, da gab er ihm zwei Geschenke mit. Verstand, um die Natur zu begreifen und einen Funken göttlicher Liebe, um mit dem Verständnis der Natur, das Richtige tun, denn Gott wusste, dass der Verstand ohne Liebe Zerstörung über die Menschen bringen würde.
Bald schon sah Gott, dass die Menschen den Verstand nutzen, um zu zerstören. Einige unter ihnen gaben sich der Liebe hin, aber sie waren zu wenige, um die anderen zu beeinflussen. Als Gott das sah, da ersonn er eine List um die Menschen auf den Pfad der Liebe zurückzuführen. Er schuf eine Tür, einen Durchgang in den Träumen der Menschen, um die Menschen näher an sich heranzuholen und sie zu unterweisen.
Doch niemand kam durch die Tür, außer denjenigen, die schon dem Pfad der Liebe gefolgt waren. Sie erhielten die Unterweisungen Gottes, aber sie waren zu wenige, um die Anderen zu beeinflussen. Da erkannte Gott, dass er dem Menschen ein weiteres Geschenk machen sollte und er lehrte sie sehen. Die Menschen konnten die Welt sehen und ihre Bedeutung unmittelbar erkennen. Und abermals kamen nur die Menschen, die der Liebe gefolgt waren.
Und wiederum waren die Seher zu wenige, um die Menschen zu beeinflussen. Da drehte sich Gott um und ging davon. Die Seher sahen, und wussten, warum Gott gegangen war. Sie sagten den Menschen, Gott ist gegangen, damit wir ihn suchen sollen, das ist sein größtes Geschenk an uns, dass uns retten wird. Wer Gott sucht, den er in dieser Welt nicht findet, der hat das nächste Geschenk empfangen.
Die Menschen aber schüttelten ihre Köpfe über die wirren Sprüche der Seher und versuchten die Ursachen der Verwirrung, die Gründe der Krankheit zu erforschen. Dafür waren sie bereit jedes menschliche Opfer zu bringen, weil aus ihrer Sicht der Einzelne weniger wog als das Wohl der Vielen.
Die Seher aber wussten schon immer, das es der Einzelne sein wird, der mehr wiegt als die Vielen. Es kommt auf Dich an……
Sunday, August 24, 2008
Freundin

Sie sah auf Ihre Hände. Kleine Hände, ohne jede Falte. Die Hände einer Fünfjährigen, die die Welt begreift. Stundenlang nahm sie Tag für Tag Dinge in die Hand. Sie streichelte Katzen, Hunde, Hamster und Meerschweinchen. Mamis Haut streichelte sie. Sie nahm die Hände, um Essen anzufassen und die Welt war wie ein einziger großer unterschiedlicher Eindruck in ihren Händen. Alles ließ sich betasten.
Und doch gab es da eine Sache, nach der sich ihre Händchen sehnten, diese Sache zu berühren und doch nicht konnte. Eine Barbiepuppe. Eine eigene Barbiepuppe. Eine Freundin ganz für sie allein, die sie an und ausziehen konnte, die sie fühlen konnte, die angenehm in der Hand lag.
Ihre Freundinnen hatten diese Puppen, aber ihre Eltern waren dagegen. "Ach Schatz", sagte die Mutter immer, "das ist doch alles nur Geschäftemacherei. Die Welt hat andere Schönheitsideale als blonde Puppen. Du wirst vielleicht mal Ingenieur oder Geschäftsführer. Da brauchst Du keine Barbiepuppen."
Ihr war es egal was sie in zwanzig Jahren sein würde. Sie verstand nichts von der Welt der Erwachsenen. Sie wollte eine Freundin und es war doch egal wie die Freundin aussah? Konnte sie nicht auch blond sein, denn Katrin war doch auch blond und Katrin war ihre beste Freundin.
Also träumte sie von Barbiepuppen. Viele schöne Barbiepuppen und inmitten dieser Puppen - ihre Puppe, ihre Freundin. Sie berührte Barbie und spürte die Liebe zu dieser Puppe in ihr wachsen und streichelte die Puppe zärtlich. Ach Barbie, wenn die Mami mich doch nur zu Dir ließe. Stundenlang träumte das kleine Mädchen von dieser Puppe.
Dann nahte der Geburtstag des kleinen Mädchen und es hatte unruhig geschlafen. Früh am Morgen war es aus dem Bett gesprungen und war in das Wohnzimmer gelaufen, um ihre Geschenke zu betrachten. Ob diesmal eine Barbiepuppe dabei sein würde?
Von der Größe der Pakete her konnte es nur das mittlere Paket sein, es war länglich und hatte die Ausmaße einer Barbiepuppe. Freudig nahm sie das Paket in die Hände und stutzte. Es fühlte sich zu schwer an. Mit banger Vorfreude riß sie das Papier auf und sah ein Fernglas. Dran prangte ein Zettel den sie schon ganz langsam entziffern konnte, 'Für unseren kleinen Forscher, in Liebe Deine Mami."
Lustlos nahm sie das Fernglas in die Hand. Eine kalter matter Gegenstand mit großen insektengleichen Augen. Sie blickte einmal durch und sah die Welt um sich herum eigentümlich nah.
Die Mami kam derweil ins Zimmer und blickte sie freudestrahlend an. "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag mein kleiner Schatz. Du bist jetzt sechs Jahre alt."
Sie lächelte ihre Mami enttäuscht an. Die Mami legte die Stirn in Falten.
"Gefällt dir das Fernglas nicht?" Sie nahm es in die Hand und streichelte es. "Ich wollte als Kind immer eines haben. Statt dessen gab es immer nur Puppen und Puppen. Während die Jungs mit Ferngläsern und Taschenmessern spielten."
"Mami?"
"Ja."
"Wärest Du gerne Ingenieur geworden?"
"Ich glaube schon Schatz."
Da war dem Mädchen alles klar. Mami schenkte ihr das, was sie selber gern gehabt hätte.
"Und dann hast Du deine Spielsachen gehasst?"
"Ja, meine Mutter hat mir nie gescheckt was ich haben wollte. Es war schrecklich Kleines. Sobald ich konnte, habe ich mich von den Sachen getrennt."
"Dann hast Du nichts mehr aus Deiner Kinderzeit?"
"Doch, das ist alles auf dem Dachboden, im Karton."
"Zeigst Du mir das mal?", fragte das kleine Mädchen.
Die Mami lachte, "klar Du bist das Geburtstagskind. Du bestimmst heute was wir machen. Nimm dein Fernglas und dann gehen wir auf den Dachboden." Die Mutter drückte ihr das Fernglas bestimmt in die Hand und ging voraus.
Mutti war ein Riese. Die Kleine fragte sich, ob sie je so groß werden würde wie Mami. Mami ging auf der Treppe voran, während sie ihr auf Händen und Füßen folgte. Es machte Spaß, die Treppenstufen zu betasten und die abgenutzten Stellen in der Mitte der Stufen zu berühren. Auf dem Boden angekommen, fühlte sich alles staubig und kalt an.
Mami zog zielsicher eine Kiste aus den Unmengen der Kisten hervor und öffnete den Kasten. "Schau", mit leicht gelangweiltem Gesicht wies die Mami in die Kiste. Sie kam näher und blickte hinein. Sie wußte nicht genau, was sie erwartet hatte, doch dann drückte sie der Mama das Fernglas bestimmt in die Hand.
"Da. Für dich. Ich nehme dies hier." Sie nahm Barbie in die Hand. Blond lag sie dort als hätten ihr die letzten zwanzig Jahre nichts anhaben können. Die Welt versank rund um das kleine Mädchen. Zwei Freundinnen hatten den Weg zueinander gefunden. Sie nahm Barbie in die Hand drückte sie ans Herz und lauschte all den Geschichten, die Barbie jetzt zu erzählen hatte. Die Mutter hielt derweil unschlüssig das Fernglas in der Hand, doch die Tochter schien unerreichbar, hingesunken vor der Kiste. Dann hängte sie sich das Fernglas um den Hals. "Bis später dann...?", fragte sie und als sie keine Antwort erhielt, zog sie sich langsam zurück.
Glücklich und zufrieden lagen ihre Hände auf dem Glas. Ob sie auch in ihrem Alter noch Abenteuer erleben konnte....
Friday, June 20, 2008
Das Wasser des Lebens IV

"Der dritte Platz ist der Platz des Glaubens. An seinem Ort steht im See ein Nangi in Gestalt eines dunkelblauen Fisches. Der Reisende geht vom Pfad aus auf den Nangi im See zu. Wenn du bei ihm angekommen bist setze dich in den See, das Wasser ist warm und seicht. Bete zu Deinem Gott. Die Götter der Ahnen sind mit ihnen gegangen, aber der Nangi zeigt den Enkelchen, an welcher Stelle er eine Bitte an ihre Götter schicken kann. Wer immer hier um etwas bittet, dem wird es gewährt werden, wenn es vom Geist der Liebe durchdrungen ist."
"Der vierte Platz ist der Platz des Sterbens. Hierher kommen die Menschen um los zu lassen und Abschied zu nehmen. Wann immer es im Leben einen Wandel gibt und Dinge zurück gelassen werden, müssen wir unsere Seele reinigen, damit die zurückgelassenen Dinge nicht noch weiter mit Lebenskraft versorgt werden und im Inneren unkontrolliert wuchern. Der Reisende findet hier keinen Nangi. Ein Nangi würde nicht an einem solchen Ort leben wollen. Stat dessen findet der Reisende am Strand eine Treppe, die in ein Steinbecken am Strand führt. Hier steigen die Menschen ins Wasser und denken derweil an die Dinge, die sie zurücklassen werden. Das Wasser reinigt sie. Die Menschen folgen der Treppe, die zuerst in das Wasser hinein führt und dann wieder hinaus.
Der fünfte und letzte Platz am See der Ahnen hat vielleicht den schönsten Nangi, nämlich einen weißen Elefanten. Der Weiße Elefant steht für Wohlstand jedoch nicht für Verschwendung oder Überfluss. Ein Elefant ist ein kräftiges Tier, doch nichts an ihm ist verschwendet. Arme Menschen gehen zum weißen Elefanten. Aus dem Rüssel des weißen Elefanten rinnt beständig das Wasser des Sees. Der Reisende benetzt sich mit dem Wasser des weißen Elefanten und alle seelischen Hindernisse liegen Wohlstand zu finden liegen hinter den Menschen.
Diese fünf Plätze für Gesundheit, Kraft, Verbindung zu Gott, Reinigung zum Wandel und Wohlstand wurden von den Menschen aufgesucht und sie können auch heute noch von jedermann in Form einer Traumreise besucht werden. Aber weißt Du, warum es nur fünf Plätze waren?
wird fortgesetzt......








