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Thursday, October 6, 2011

Alltagsvisualisierungen

Wenn Menschen an mir mit ihrer Aufmerksamkeit hängen, dann bemerke ich dies häufig zuerst an einem Tagtraumbild. Eine Person, die ab und zu bei mir in der Wahrnehmung auftaucht, hat die Gestalt einer Spinne. Ich weiß, dass dieser Mensch sich gerne mit Spinnen befasst, auch einigen Schmuck in der Hinsicht besitzt.

Neulich bemerkte ich morgens vor meinem inneren Auge ein Bild von einer Spinne, die müde in ihrem Netz herunter hing. Das Netz war nicht mehr regelmäßig gewebt, sondern war löcherig und gab nach. Intuitiv kam die Bedeutung des Bildes hinterher. Sein soziales Netz trägt den Menschen nicht mehr. Die Ablehnung nimmt zu. Zeit zur Demut.

Thursday, June 30, 2011

Fingerlein

Eines Tages begegnete ich meinem Finger im Traum. Ich erwähnte bereits, dass ich ein Träumer bin? Ok, also ich begegnete meinem Finger im Traum. Ich grüßte ihn automatisch und ging weiter, aber dann wurde ich doch neugierig, wo mein Finger denn wohl so ganz allein ohne mich hin unterwegs war.

Ob er ein Geheimnis vor mir hatte? Ob ich ihn ohne es zu merken brüsk vor die Fingerkuppe gestoßen hatte? Ich folgte ihm und hatte den Vorteil, dass mein Finger keine Ohren besaß. Dann wurde er schneller und ich verlor ihn kurz aus den Augen. Wo er wohl so schnell hin verschwunden sah. Dann hörte ich das Geräusch von Haut auf Haut. Ich folgte dem Geräusch und sah meinen Finger inmitten vieler anderer Finger mitten in einer Art sinnlichem Gewühl. Da wurde gestreichelt, ineinander verhakt. Da gab es einen Ölwasserfall, unter dem Finger aufreizend auf und ab gingen und sich in Öl duschten.

Einige Finger bewarfen sich mit Farbe, andere versuchten sich in ein Gebüsch zu ziehen. Drei Finger stupsten einen Igel immer wider aus anderen Richtungen, sodass der arme Kerl sich zur Kugel einrollte, was ihm aber nicht half, weil er dann immer noch am Bauch gekitzelt wurde.

Nachdem sich alle so richtig eingesaut hatten zogen alle Finger in einer Art Polonaise in eine Bäckerwerkstatt, wo sie sich an den frisch gebackenen Brötchen sauberputzten.

Plötzlich bekam ich ein schlechtes Gewissen. Ich hatte meinem Finger nicht vertraut. Was konnte es harmloseres geben, als das Miteinander von Fingern in einer Sommernacht.

In letzter Zeit esse ich wenig Brötchen. Ja. Das wars wohl Tschüss.

Monday, March 21, 2011

Das Leben ist ein Traum

Das Leben ist ein Traum. Während wir wach sind, werden wir vom Träumer geträumt. Unsere Alltagsfestigkeit haben wir in vielen Jahren erlernt und ist fester, unverrückbarer Teil unserer täglichen Überzeugungen geworden.

Wozu wäre es denn überhaupt gut, wenn das Leben ein Traum wäre? Das mag sich so mancher Verstand fragen?

Nun wenn das Leben ein Traum ist, dann werden wir von vielschichtigen Informationen begleitet. Ein Stuhl kann ein Stuhl sein, er kann aber auch eine Botschaft sein, eine Einladung für mich Dinge setzen zu lassen. Er kann eine Bedeutung haben, als Thron z.B.. Unser Leben wäre voll von Zeichen und Botschaften, wie wir es aus Träumen gewöhnt sind.

In einem Traum habe ich Zugang zu Dingen, die mir in meiner Vorstellung als physischem Körper versagt sind. Ort und Zeit stellen Hindernisse für mich da. Ich kann die Neandertaler nicht besuchen, um mir ein Bild von Ihnen zu machen, denn ich kann nicht durch die Zeit reisen. In der Traumzeit kann ich das sehr wohl. Ich könnte sie besuchen und feststellen, was sie bewegt hat, woran sie glaubten und wie sie zu uns Menschen standen.


Mit dem Gesetz der Anziehung / Law of Attraction bauen viele Menschen Traum-Elemente erfolgreich in ihr Leben ein. Sie legen über die Ursache-Wirkungs-Kette der physischen Welt eine weitere Ebene und ziehen "Tagtraumbilder" an. So wird der Alltag teilweise zum erlebten Traum.

Den größten Nutzen kann ich aus der Vorstellung, dass die Welt ein Traum ist ziehen, wenn ich beginne meine Gefühle als geträumt zu begreifen. Damit erlebe ich meine Gefühle nicht mehr als unveränderbar, sondern die Welt der Gefühle wird auswählbar. Böse Gefühle = böse Träume lasse ich ziehen und dann träume ich bewusst schöne Gefühle und wenn ich Glück habe, dann bekomme ich ein Gefühl für Mutter Erde, die sich selber träumt: eine stete Quelle immenser Kraft, die das Leiden aller Lebewesen lindert und alles Leid dieser Welt geduldig in ihren Bauch aufnimmt und in neues Leben verwandelt.


Ich liebe es, das Leben als Traum zu begreifen, weil es mir Türen öffnet, die ich mir selber vor langer Zeit zugeschlagen habe. Und Du, lieber Leser, träumst Du hier oder bist Du wach?

Sunday, August 22, 2010

Hugo träumt

Hugo hatte einen schweren Traum in der Nacht. Er träumte, er hinge mit seinem Mantel fest. Er wollte vorankommen, weitergehen, diesen Ort hinter sich lassen, doch er hing fest.

Das, woran er hing, schien eine silberne Schnur zu sein, die sich nicht zerreißen ließ und je mehr er daran zog, um so mehr Scherzen und bedrückende Gefühle packten ihn.

Er wollte endlich fort, an die Sonne, ins Licht, an einen großen leeren Raum, in dem er zur Ruhe kommen würde, nach all den gehetzten Tagen, dem Stress, der Atemlosigkeit, des Mißbehagens, dieser unerfüllten quälenden Unzufriedenheit.

Dann kam eine unausprechlich große Macht an. Hugo fühlte die Übermacht und sein Lebensfunken gefror. Die Macht schien ihm helfen zu wollen, das silberne Band zu zerreißen. Während er den silbernen Faden betrachtete, sah er sich darin, wie in einem Spiegel. Er stand dort als Kind, die Welt der Erwachsenen nicht begreifend aber voller Liebe für Vater und Mutter.

Sie, seine Eltern hatten ihm die Sehnsucht nach dieser besseren, heileren, reicheren Welt geweckt. Doch ihm war als Kind bereits ein Glücksgefühl zu eigen, dass er verlassen hatte. Hugo kehrte der besseren Welt den Rücken und vereinte sich mit seinem Kinderbild in der Silberschnur.

Er erwachte schweißgetränkt. Langsam stand er auf und ging schwankend in den Keller. Er zog die alte Holzkiste hervor, in der seine Kindersachen aufbewahrt waren. Er öffnete sie und fand einen alten Malkasten vor.

Freudestrahlend malte er die gesamte Nacht, die Kellerwände an. Am nächsten Tag meldete er sich krank, kaufte Farben und malte wochenlang weiter. Hugo war glücklich. Hugo hatte seine Welt gefunden.

In seinen Träumen hing er nicht mehr fest. Seine Silberschnur zeigte ihm die erfrischendsten Bilder dieser Welt und nur weit draußen, im Traumland seiner Eltern, da ging eine unbekannte drohende Macht umher, die ihn nicht mehr erreichen konnte.

Thursday, January 28, 2010

Gute Nacht




"Für manche Menschen ist das Leben nichts weiter als ein Traum in dem sie eingeschlafen sind. Für andere Menschen wiederum ist das Leben ein Traum, in dem sie aufgewacht sind. Weder das eine noch das andere interessieren wirklich, wenn du einmal begriffen hast, dass du der Gegenstand eines Traumes bist, ob du es weißt oder auch nicht..."

Sunday, July 26, 2009

Ewiges Leben

Der Olymp

Er lächelt mir zu. "Sag mal Ray, was würdest Du für ein ewiges Leben und allen Reichtum dieser Welt geben? Deine Seele?"

Ich zucke mit den Schultern, "wahrscheinlich nicht ..."

"Und warum nicht?", fragt er freundlich weiter.

"Weil es doch die Seele ist, die ewig leben kann und die Zugang zu allem Reichtum dieser Welt hat?"

"Hmm", er nickt. "Gute Antwort, sie klingt zumindest gut. Was aber wenn deiner Seele nicht erlaubt ist, ewig in dieser Welt zu bleiben?"

Ich zucke wieder mit den Schultern. "Ändert das was?"

Du hast es vielleicht schon einmal erlebt, dass Menschen nur das sehen, was sie gerne sehen möchten. Menschen ergänzen in ihrer Wahrnehmung gerne die Dinge, die sie nicht kennen. Wenn deine Seele nicht ewig bestehen würde, wie könntest du das sehen, wenn du dir wünscht, das deine Seele ewig lebt."

"Gar nicht?"

Er nickt, "gar nicht. Viele Menschen verkaufen ihre Seele für den Glauben an ein ewiges Leben und Zugang zu allem Reichtum ... Sie zahlen einen Preis dafür, dass sie Annahmen haben, wie die Seele aussieht und wie sie funktioniert. Nur derjenige, der von seiner Seele nichts annimmt, ist offen für das, was seine Seele ist. Zahle keinen Preis, sei offen."

Sunday, July 5, 2009

Wunsch


Manche Wünsche entwickeln ein Eigenleben, kaum dass sie gedacht oder vorgestellt sind.

Wenn sich z.B. eine Frau wünscht einmal im Leben eine Prinzessin zu sein, aber ihr Leben ist weit davon entfernt, dass sie das Leben einer Prinzessin führen kann. Der Traum entfleucht in die Umwelt und hat jetzt einen harten Job vor sich. Überall ist die nackte und schonungslose Realität und dieser Traum geht jetzt quasi in Verhandlungen mit anderen Träumen, die anderen Menschen gehören.

Welcher Traum hat Vorfahrt? Eine zentrale Planungsinstanz für Träume gibt es wohl nicht, die Prioritäten setzt oder eine vorläufige Ordnung in die unterschiedlichen Anforderungen bringt ...

Und was ist es, dass den einen Traum zur Wirklichkeit werden lässt und den anderen nicht...

Nun, es geht um die Einsamkeit der träumenden Absicht.

Friday, October 17, 2008

Splitter eines Dialogs



Es ist mir ein wenig peinlich ohne Ergebnis zurückgekehrt zu sein. Sie lächelt. Wissend? Verstehend?

"Es ist mir klar, dass Du nicht weitergekommen bist und mich kümmert das nicht, falls Du das annehmen solltest. Es geht nicht darum Dinge schnell oder nach Plan zu begreifen. Es geht darum zu begreifen, wie man etwas begreift und welches die eigenen, persönlichen Hindernisse sind."

Ich spüre ein Wutgefühl und eine Überzeugung das alles schlecht sei in mir auftauchen.

"Kann es sein, dass Du teilweise enttäuscht bist? Du solltest dem Träumer in Dir vertrauen, ihn kennenlernen und erfahren, was Du für Dich tust....."

Friday, April 25, 2008

Traumstart


Der Mensch ist ein einfaches zartes Gewebe der Kraft. Er schläft schwer, und hockt mit seinen Träumen am Boden der Unendlichkeit, wo er sich unnötigerweise mit den Ereignissen des Wachseins beschäftigt. Er füllt sich sein Leben lang mit Ängsten der Vergänglichkeit und des Verlustes und all diese Ängste fesseln ihn in seinen Träumen schwer an sein Bett.

Wenige nur verstehen es loszulassen, wenn sie schlafen gehen. Wenige lösen sich zur Nachtruhe von allem irdischen und sehen den Schlaf als himmlische Pforte, die er sein könnte für uns alle.

Keiner muss warten, bis dereinst der Tod an seine Tür klopft, um die Orte der Seligkeit zu betreten, all dies ist zu Lebzeiten bereits gewiss bereisbar, so man nur die entsprechende Leichtigkeit, eine ätherische Beschaffenheit von Gefühl, Geist und Seele erreicht.

Drei Dinge gibt es die der Reisende zur Nachtruhe bedenken sollte. Erstens, egal was der Tag gebracht hat, sollte sich die Pforte der Träume öffnen, dann liegt all dies hinter ihm und wird bedeutungslos. Die Pforte wird geöffnet durch ein intensives Gefühl der Liebe, dass der Reisende als See in seinem Solar Plexus versammelt.
Öffnet sich die Pforte, so sinkt die Seele in einen tieferen Zustand der Klarheit, dem ein leichter Sog im Nabelbereich folgt. Jede Gedanke und jedes Gefühl das Schwere enthält, fesselt den Reisenden an sein Bett. Ungebunden und ohne jede Furcht steigt er durch die Pforte als sei er gerade aufgewacht. Nun begegnet er seiner anderen Seite.

Saturday, January 26, 2008

Traum der schwarzen Füße

Ich träume und ich weiß nicht, wo ich bin.

Ein älterer Mann tritt in mein Blickfeld. Ich kenne ihn, aber ich weiß nicht woher. Er sagt: "Dieser Körper", dabei macht er eine an seiner Körperform herabstreichende Bewegung mit der Hand, "ist nicht das richtige Bild von mir."

„Ich habe weitaus mehr Energie gesammelt in all den Jahren, als ich in meiner Jugend je besessen habe. Ich müsste jung aussehen, wie ein Baby! Oder wie ein Kleinkind." Der alte Mann kichert vergnügt.

"Vor mir liegen nur noch ein paar Jahre, aber es werden die intensivsten und schönsten meines Lebens werden- so hoffe ich und das ist möglich, weil ich frühzeitig angefangen habe mich mit dem Altern auseinanderzusetzen. Und frühzeitig bedeutet schon vor fünfzig Jahren, in den sogenannten besten Jahren."

Ich möchte mich bewegen, doch meine Füße sind seltsam starr. Ich blicke auf meine Beine, die schwer und schwarz aussehen. Er hat meinen Blick verfolgt und kommentiert:

"Die Müdigkeit der schwarzen Beine. Wenn du damit häufiger konfrontiert wirst, dann passiert um dich herum etwas, das vielleicht für dich nicht einfach zu verstehen ist. Die Menschen um dich herum, meistens alle in deinem oder ähnlichen Alter verlieren an der Oberfläche ihrer Energiekörper an Leuchtkraft. Die schönen Körper werden fahl von einer schwarzen Kruste überzogen und der Prozess beginnt am Boden, sozusagen bodenständig. Die Leute haben sich Routinen zugelegt, möchten nicht mehr umdenken oder umlernen und verknöchern mental und hier komme ich ins Spiel, weil du ab jetzt mit dem Alter zu tun bekommst. Jetzt müssen wir anfangen dem Alter zu begegnen, denn vielleicht musst du 100 Jahre alt werden und musst gut in Form sein trotz allem."


Ich schüttle zweifelnd den Kopf. "100 Jahre? Wie soll ich 100 Jahre schaffen?"

"Ganz einfach, vertrau dir, indem du jung bleibst, du musst jünger werden. Du musst träumen, lernen und Energie sammeln und merkwürdige Dinge tun, die dich verändern und mit deinen Beinen fangen wir an. Fühle mal deine Beine und sag mir die Farbe, die dazu passt."

Ich fühle meine Beine, sie scheinen grün zu schimmern - normal denn ich träume ja. "Ja, was ist damit, grün irgendwie."

Er macht eine weit ausladende Geste mit dem Arm. "Stell dir vor, es sind Faserstrahlen, die in keinem festen Boden verankert sind. Lass sie fließen."

Ich probiere es aus. Mein Traum verändert sich. Ich lande als Kind in meiner Heimatstadt. Die Straße meiner Jugend ist das Thema des Traumes.

Er räuspert sich, der alte Mann ist mitgekommen. "Aha, jetzt hast du verstanden, was Kinder ausmacht. Die sind nicht verwurzelt, haben keine Routinen, sind fähig sich neu zu verwurzeln. Gehe mal an den Ort deiner Arbeit und schau dir deine Beine in Ruhe an, jede Wette, die sind schwarz und verkrustet."

Wieder wechselt die Traumszene. Ich bin in einem Büro einer Firma, in der ich vor Jahren einmal gearbeitet habe. Ich betrachte meine Beine, die von einer schwarzen krustigen Schicht bedeckt zu sein scheinen. "Ja, stimmt du hast recht."


"Und, wenn du das festgestellt hast, dann überträgst du nicht einfach dein altes Kindergefühl auf deine 'Berufsbeine' Nein, lass die grünen Helfer ran. Es sind freundliche kleine Flämmchen, die diesen schwarzen Mist auflösen, sie leben von so etwas, aber sie brauchen auch eine Einladung, also lade sie ein, setzte sie auf deine Berufsbeine und warte bis eine deutliche farbliche Veränderung einsetzt."

Im Traum scheint alles einfach zu sein. Ich wünsche mir grüne Flämmchen, die meine Beine besuchen, und schon sind sie da. Sie befreien meine Beine von der schwarzen Last. Ich kann mich wieder bewegen. Ein befreites Gefühl und eine Lust zu arbeiten erfasst mich.

Der Alte klopft mir auf die Schulter. "Fassen wir zusammen. Im Laufe der Jahre verknöchert der Energiekörper deiner Mitstreiter im Alltag. Mit den grünen Helferlein reinigen wir unsere Beine. Im Ergebnis werden wir froh und stehen auf einer uns Kraft gebenden Umgebung, die uns zu unseren Zielen bringt."

Wem dieses Bild etwas sagt, der versuche es mal nachzuvollziehen. Ansonsten: Träume sind Schäume.