Vorgesetzte, die ihre Mitarbeiter abwiegeln wollen und sich dem Thema nicht ernsthaft stellen wollen kommen mit Scheinwelten und Scheinargumenten:
- Der Firma geht es schlecht, die hat im Moment kein Geld übrig für Gehaltserhöhungen
- Dieses Jahr haben schon soviele Kollegen eine Gehaltserhöhung gegeben, da ist alles Geld aufgebraucht.
- In ihrem Alter hat man schon sein optimales Gehalt erreicht
- Im Vergleich mit den Kollegen liegen sie ganz gut
- In ihrem Alter verdient man noch nicht so viel.
- Dies ist eine Niedriglohnabteilung
- Bei uns gibt es nur alle fünf Jahre eine Gehaltserhöhung
Danach besteht Arbeitsleistung aus Zitat:
Zitatende: Wikipedia
- geistigen Anforderungen (Fachkenntnisse, Nachdenken),
- körperliche Anforderungen (Geschick, Muskelbelastung, Nerven- und Sinnesbelastung),
- Verantwortung (beispielsweise für Betriebsmittel, Sicherheit und Gesundheit anderer) sowie
- Arbeitsbedingungen (Temperaturen, Nässe, Schmutz, etc.).
Das bedeutet, wenn ich für meinen Arbeitgeber mehr nachdenken muss, schwierigere geistige Anforderungen bewältige, dann muss das auch entlohnt werden. Gerade in Deutschland machen Arbeitnehmer viele Jobs auf einmal. Kaum ein Mitarbeiter arbeitet genauso, wie er es einmal in seinem Arbeitsvertrag drin stehen hatte. Für den Arbeitgeber zahlt sich das aus. Er muss ggf. nicht drei oder vier Mitarbeiter einstellen, die unterschiedliche Anforderungen erledigen können aber nicht ausgelastet wären. Die wären ggf. drei bis viermal teurer als ein Mitarbeiter, der drei oder vier unterschiedliche Jobs kann. Übernehme ich als Mitarbeiter zusätzliche Jobs in einer Firma mit zusätzlichen geistigen oder körperlichen Anforderungen, dann ist das ein Argument für eine Gehaltserhöhung. Alles andere wäre unredlich, denn der Arbeitgeber profitiert von der Leistungsfähigkeit seines Mitarbeiters.
Je länger ich für einen Arbeitgeber arbeite, umso mehr Verantwortung erhalte ich für gewöhnlich, für andere Mitarbeiter, für Arbeitsergebnisse, für Kundenbetreuungen und und und. Mehr Verantwortung gibt es nie umsonst. Je mehr Verantwortung ich erwerbe, umso mehr Anspruch auf Entlohnung erhalte ich.
Diese trifft auch auf Veränderungen im Arbeitsumfeld zu. Ist das Umfeld lauter, stressreicher, mit mehr Vorgängen je Tag geworden? Auch dies ist eine Belastung, die entlohnt werden muss.
Im Vorfeld zu einem Gehaltserhöhungsgespräch sollte ich das Genfer Schema einmal durchgehen und mir klar machen, wo ich mehr leiste, als in den Jahren zuvor. Dies sind die richtigen Argumente.
Habe ich mich weitergebildet und kann es aber im Arbeitsalltag nicht anwenden, dann bin ich zwar wertvoller geworden, aber nicht für den Arbeitgeber, der mich mit diesen Fähigkeiten nicht auch entsprechend einsetzen kann. Es sollte also nur um Inhalte im Gespräch gehen, die sich auf die tatsächliche Arbeitsleistung beziehen und nicht um eine potenzielle zukünftige. Ebenso sind der Geldbedarf für meine Hobbies, meine Zweit- und Drittfrau, den Sportwagen etc. für ein Gehaltsgespräch nicht relevant, weil es sich nicht um Arbeitsleistungs relevante Inhalte dreht.
Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten sachlich über Entlohnung sprechen, damit das Thema Geld fair geregelt ist und nie wirklich ein Thema beim Arbeiten wird. Dies erfordert Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit auf beiden Seiten. Eine Anstrengung, die sich immer lohnt.







