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Tuesday, September 25, 2012

Sich vom Finger in den Abgrund stürzen

Einer meiner Lehrer meinte einmal zu mir, es wird die Zeit kommen, da wirst Du Dich von Deinem Finger in den Abgrund stürzen können. Diese Zeit nenne ich die Zeit der inneren Urgewalten, weil in vielen von uns der Wunsch lebt Großes  zu vollbringen. King Kong, dieser Riesenaffe, was für Spuren hat er in der Kinowelt hinterlassen und allein die Sehnsucht nach Größe kann nur besiegt werden, durch die Sehnsucht nach Maßvollem und dennoch ebenso Hervorragendem.

Wer sich von seinem Finger in den Abgrund stürzt, der fällt niemandem auf und der hinterlässt keine große Spur und doch hebt er jederzeit eine Welt aus den Angeln - seine eigene.


Sunday, March 20, 2011

Der Meister und die nackten Frauen

Eines Tages ging der Meister traurig am Strand entlang. Er fühlte sich einsam und traurig, denn seine drei Schüler waren zum Einkaufen in die Stadt gegangen und so hatte er das Gefühl ein wenig still zu stehen, da er die Entwicklung seiner Schüler nicht vorantreiben konnte.

Schließlich kam er zu der einsamen Bucht wo an diesem Tag der Woche die Frauen ihre Wäsche wuschen. Der Meister setzte sich nieder und betrachtete die schönen Gesichter und die schönen braunen Beine der Frauen. Der Meister verfiel in Meditation und sein Energiekörper verließ seinen Körper.

Derweil hatte die Frauen begonnen auch ihre Blusen zu waschen und als sie mit nacktem Oberkörper dort saßen, entdeckten sie den Meister, der in ihre Richtung zu blicken schien.

"Schaut nur, der alte Mann schaut sich junges Frauenfleisch an, das ist aber nicht sehr erhaben ha?", riefen sie ihm zu. Doch der Meister ließ seine Augen unverwandt in ihrer Richtung ruhen. Da stand die Älteste der Frauen auf. "Kommt Mädels, der hat sich eine Dusche verdient." So liefen alle Frauen zum Meister, packten ihn und warfen ihn ins Wasser. Prustend und Wasser schluckend wurde der Meister aus der Trance zurückgeholt. Erstaunt richtete er sich auf und sah sich von halbnackten Frauen umgeben, die ihn als Lustgreis titulierten.

Da kamen die Schüler zurück und sahen den Meister von den Frauen umringt. Dem Meister fehlten die Worte. Hier war nichts zu erklären noch zu beruhigen. Der Meister ergriff die Flucht und die Frauen beruhigten sich nach einer Weile wieder.

Als die Schüler nach Hause kamen, warfen sie dem Meister die Einkäufe vor die Füße. Meister, ihr führt ein Doppelleben. Uns spielt ihr den heiligen Mann am Tage vor und sobald wir euch den Rücken drehen, steigt ihr Frauen hinterher. Wie passt das zum Leben eines weisen Mannes?

Der Meister schaute auf die Einkäufe und sagte, "Euer Verstand sagt euch der Meister ist nicht, was ihr von ihm erwartet habt. Und euer Meister sagt euch, ihr habt am Wasser gesehen, was die Waschfrauen gesehen haben. Als ihr zu mir kamt, um zu lernen, habt ihr gesehen, was ein Schüler sehen kann. Wenn ihr wissen wollt, was eurem Meister widerfuhr, dann müsst ihr mit eurem Herzen sehen lernen."

"Ihr macht es euch schön einfach", sagten seine Schüler und drehten sich um. Sie gingen ihre Sachen packen und verliessen den Meister ohne Gruss.

In der ersten Nacht schliefen die drei Schüler im Freien. Einer der Schüler hatte einen lebhaften Traum. Er sah den Meister am See, wo die Frauen ihre Wäsche wuschen. Er berührte den Meister doch der Meister schlief, dass spürte er deutlich. Er wusste dass des Meisters Seele unterwegs war. Am anderen Morgen erzählte er den beiden anderen Schülern von seinem Traum. "Mein Herz hat im Traum die Wahrheit erkannt. Ich schäme mich, ihn nach dem ersten Eindruck verurteilt zu haben. Ich kehre zu ihm zurück."

Doch die anderen Schüler blieben bei ihrem Zorn und so trennten sich die Schüler.  Während die beiden zornigen Schüler weitergingen, machten sie des Mittags eine Rast. Als sie ihr Brot aßen, da setzte sich ein Vogel in ihre Nähe und machte auf sich aufmerksam. "Hau' ab du Vieh, du willst uns nur das Brot stehlen", rief einer der Schüler und warf mit Steinen nach dem Vogel. Der zweite Schüler blickte sich um und entdeckte ein Nest, in dem junge Vögelküken waren. Der alte Vogel versuchte, die beiden Männer davon fortzulocken. Da begriff er im Moment, dass er dem Meister unrecht getan hatte, denn er konnte des Meisters Herz spüren. Augenblicklich stand er auf und kehrte wortlos zum Meister zurück.

"Ja, geh' nur, Du Trottel", rief der Dritte und zog aus seiner Tasche die Geldbörse des Meisters. Wenigstens bezahlt der Meister mit dem hier für die Zeit, die ich mit ihm vergeudet habe. So verbrachte er einige Wochen damit das Geld des Meisters auszugeben. Als das Geld zur Neige gegangen war und der Schüler begann Hunger zu leiden, da drehte er sich um und ging ebenfalls zum Meister zurück.

Er fand den Meister zusammen mit den beiden Schülern in einer Meditationsübung. "Meister ich bin zurückgekehrt. Mein Herz hat mir gesagt, dass ich euch Unrecht getan habe."

Der Meister öffnete die Augen und sagte, "nicht dein Herz sieht die Welt, sondern dein Magen. gehe hin, denn du hast den Weg des Magens gewählt. Traue ihm, er kann dich größere Wunder lehren, als ich es je vermöchte."

Enttäuscht drehte sich der junge Mann um und verließ den Meister.

"War dies ein Weg mit Herz Meister? Wart ihr nicht zu hart zu ihm?", fragten ihn seine Schüler.

"Nein, er wäre hier nicht glücklich geworden, denn seine Wahl ist eine andere. Er dient dem Fleisch von Herzen, ich diene der Kraft von Herzen. Keiner dieser Wege ist besser oder schlechter - sie sind nur eine Wahl. Da er aber sein Herz noch nicht befragt hat, habe ich ihm nur die Stimme seines Herzens erklärt.

Monday, February 21, 2011

Liebe und Kraft

Liebe Blogleser. Es gibt in der spirituellen Welt das Schwierige, das ist in der Regel für den Verstand nicht greifbar und daher unter Generalverdacht gestellt. Und es gibt das Einfache, das sind Dinge die dem Körper gut tun.

In diesem Sinne unterscheide ich Kraft und Liebe. Die Kraft ist das vermeintlich Schwierige, für den Verstand nicht Greifbare.

Die Liebe ist das vermeintlich Einfache, weil sie die Kraft des fleischlichen Körpers ist und jeder Körper der Liebe fühlt, sich heilt und an Kraft gewinnt. Und doch ist Liebe viel schwerer zu leben, weil uns unsere Leidenschaften jeden Tag aufs Neue mitreißen und uns mitunter von dem Gefühl der Liebe trennen und damit auch von unserer körperlichen Kraft.

Die Kraft die ich mit vermeintlich schwierig mein,e bezieht sich auf den Traumkörper, auf den feinstofflichen Körper, unser Energiefeld, unsere Aura. Alles was wir mit ihm bewusst berühren und kreieren stärkt unsere Kraft. Und daher sind spirituell Suchende ab einem Punkt auch auf der Suche nach der Kraft.

Unser Energiekörper ist auf ganz besondere Weise empfindlich für Wissen und für das Fließen der Energie. Wenn wir seine Kraft spüren und unser liebevolles Handeln daran ausrichten, dann erleben wir die Einheit von Liebe und Kraft. Eine Kombination  aus der alles geboren werden kann. Unsere Kraft können wir einfach finden, indem wir unsere Gedanken und unseren Verstand hinter uns lassen und das ist wahrlich wesentlich einfacher als jeden Tag alles zu lieben, egal wie hässlich und widerwärtig es des Weges daherkommt.

Eine Übung für Dich zum Sammeln der Kraft - Lege Deinen Finger mehrmals an die Nasenspitze. Fühle den Druck. Nun lasse den Finger weg und spüre erneut den Druck. Nicht erinnern - fühlen.


Monday, February 14, 2011

Übertriebener Pathos

"Männer sind mitunter übertrieben pathetisch, weil Sie die Dinge auf Details reduzieren möchten. Wenn ich die Welt als Puzzle betrachte, wie schön wäre dann die Vorstellung inmitten dieses Puzzles gäbe es das eine, wesentliche wichtige Detail. Männer finden immer das eine wesentlich wichtige Detail - wie z. B. den Tod, von dem wir uns im Alltag beraten lassen müssen. Der Tod hier - versprüht Weihrauch, der Tod da - versprüht Weihrauch."

Sie gähnt. Insgesamt langweilig. "Ja, wir werden alle sterben und ja, man kann das auf der Energieebene spüren und es mag Männer bereit machen, die Wahrnehmung zu lockern... Aber es gibt einfachere Arten seine Wahrnehmung zu öffnen und genug Energie zu sammeln um die Wahrnehmungsmanöver zu lernen, die uns zur Freiheit führen. Versuche es mal so. Stelle Dir vor, dass alles um dich herum von einer alles durchdringenden Liebe durchströmt wird. Statt den Tod zu spüren, fühle wie die Liebe alles durchflutet und neues Leben schafft. Nicht der Tod gestaltet, er ist nur ein Detail in der Geschichte der Liebe des Lebens. Fühle, erfülle dich mit, folge und lebe diese Liebe und Du hast sehr bald genug Energie für die befreienden Wahrnehmungsmanöver."

Gespräche mit der Lehrerin

Alltag braucht eine Stimmung

Viel mehr müssen wir uns zuerst von den Irrungen des Alltags befreien. Ob Du in einem Bergwerk ausgebeutet wirst - egal. Ob Du von einem Sklaventreiber 17  Stunden am Tag gezwungen wirst zu arbeiten  - egal. Du wirst Deine Freiheit nicht finden, wenn Du nicht lernst Deine Sicht auf den Alltag zu ändern. Fange gleich damit an und beobachte wie Du die Hausarbeit machst. Wie fühlst Du dich? Was spürst Du? Was willst Du erreichen? Was sagt Deine innere Stimme zu all dem?


Du wirst merken, dass Dein Tun nicht mit dem Bewusstsein erfüllt ist, dass es das Letzte ist, was Du auf Erden tun könntest. Es ist aber so. Der Tod steht immer in Reichweite und er wird dich holen, wenn Du ihm eine Gelegenheit dazu gibst. Erst wenn du fähig bist, Dir sogar den Hintern abzuputzen, als ob es das letzte Mal auf Erden sein wird, dann bist Du bereit und hast die notwendige Energie dich den Tyrannen deines Alltags zu stellen. Bis dahin fühle aufmerksam und lebe im letzten Moment Deines Lebens - unbekümmert, denn Du hast Dich nicht entschieden zu sterben.

Gespräche mit dem Lehrer

Sunday, February 13, 2011

Worum geht es bei Spiritualität?


Wenn Du erwartest, dass Du bei mir bist um zu lernen, wie man mit dem Geist die Welt kommandiert und aus den Angeln hebt, dann bist Du falsch. Du wirst lernen, dass die Welt ein bewusstes Wesen ist, dass sehr viel Liebe für alles auf ihr empfindet. Ein solches Wesen wird nicht kommandiert, sondern Du wirst ein Verhältnis zu diesem Wesen entwickeln. Ein Verhältnis, dass Dir Zugang zu dieser Liebe erlaubt. Zugang zu einer Liebe, die alles heilen kann, was immer Dir Kummer oder Krankheit bereitet hast. Glaube mir, wer alles heilen kann, der bedarf keiner Macht oder Reichtümer. Was er braucht, fließt ihm zu.

Gespräche mit dem Lehrer

Wednesday, January 6, 2010

Der Weg der zwei Steine


Der weise Mann zauderte nun schon zwei Tage. Stundenlang stand er vor den Steinen, die markant mitten auf dem Weg lagen. Es waren gewöhnliche Steine, größer als ein Kiesel, kleiner als ein Straußenei und gefleckt waren sie, wie Mischlingskatzen.

In Ruhe stand der weise Mann da, nur um sich wieder zu setzen und schließlich zur Nachtzeit sogar ein Nickerchen am Wegesrand zu machen. Schließlich kam sein besorgter Schüler zu ihm, der den Meister vermisste.

"Meister, wo bleibt ihr. Wir sorgen uns um euch."

"Ach sorgt dich nicht um mich du Dummkopf, bemitleide lieber diese Steine. Was für ein Drama!"

"Wieso Drama, welche Steine meint ihr."

"Ja, siehst du es denn nicht, sie liegen da, sie lieben sich und während sie sich einander annähern, darf ich sie nicht stören, es könnte Jahre oder Jahrhunderte dauern, bevor sie sich wieder so nahe kommen."

Sein Schüler kratzte sich am Kopf. "Warum geht ihr nicht um sie herum? Ich sehe gar nichts."

Der Schüler ging auf die Steine zu, aber der Meister ergriff seinen Arm. "Wage es nicht, die Liebenden zu stören."

Derweil kamen zwei Spaziergänger des Weges, die mitten durch die Steine hindurch gingen."

"Seht ihr, seht ihr Meister. Die beiden haben die Steine gestört, nun können wir nach Hasue gehen."

"Du bist so dumm, dass die Steine weinen würden, wenn sie es könnten. Wie sollen zwei Menschen einen Stein stören."

Der Schüler setzte sich. "Ihr seid ungerecht Meister. Euer Spiel ist willkürlich. Macht ihr das nur, um mich mit nicht nachvollziehbaren Vorschriften zu quälen. Ich bin ein Mensch, wie die Spaziergänger, warum darf ich nicht zwischen den Steinen durchlaufen?"

Der Meister setzte sich und lächelte. "Ganz einfach, die Steine sehen die Menschen nicht. Du als mein Schüler bist aber kein Mensch. Du bist ein Stein, du bist ein Bach, der Himmel oder die Wiese und also sehen die Steine dich."

"Nun gut, dann lasst uns umkehren und einen weiten Bogen machen."

"Nein das geht auch nicht, denn einer der liebenden Steine bin ich. Geh lieber und hole mir etwas zu trinken."

Der Schüler versorgte den Meister mit Essen und Trinken während der nächsten zwei Wochen. Dann eines Morgens, im Frühnebel, sah der Schüler den Meister über den Weg hin und herschreiten. Glücklich lief er auf den Meister zu und umarmte ihn. Doch der Meister entschwand und stattdessen stand der Schüler direkt vor einem der beiden Steine und er fühlte Liebe für diesen Stein, wie für ein junges Mädchen."

Da  trat der Meister aus dem Nebel und gähnte. "Komm, ich habe Verantwortung für dich, du solltest nicht jede Frau sofort nehmen."

Schüler und Meister gingen nach Haus. Zu Hause angekommen fragte der Schüler, "Wie seid ihr so schnell verschwunden?"

"Nun", sagte der Meister, "nicht ich bin verschwunden, sondern Du bist zum Stein geworden und hätte ich dich nicht abgeholt, du wärest vielleicht Jahre fort gewesen. Doch nun bist Du ein Freund der Steine. Liebe sie und sie werden dir so manches Mal den Weg weisen."

Es war nicht das letzte Mal, das der Schüler den Meister für wirklich durchgeknallt hielt.

Saturday, October 24, 2009

Was ist ein Schamane?


"Ich bin Schamane. Wusstest du das?", er blickte mir freundlich ins Gesicht.

"Nein", sagte ich unbeeindruckt. Ich rätselte was ein Schamane sein sollte.

"Weisst du was ein Schamane ist?", fragte er.

Ich schüttelte den Kopf. "Nein, tut mir leid, ich hatte noch nie mit einem zu tun. Was machst du denn so?"

"Nun eigentlich ist das ganz einfach was ein Schamane macht. Ein Schamane dient Gott ohne an Gott zu glauben." Er schaute mich aufmerksam an so als erwartete er, dass ich jetzt genau wüsste, was er täte. Ich verstand nicht.

"Also es ist wie fernsehen ohne zu verstehen, wie der Fernseher funktioniert."

Ich schüttelte den Kopf. "Aber der Fernseher funktioniert doch unabhängig davon, dass ich ihn verstehe. Hingegen, wenn es keinen Gott gäbe, warum sollte man ihm dienen?"

"Ganz einfach, weil Gott dienen immer funktioniert, ob es ihn gäbe oder nicht. Doch der Schamane geht ein Schritt weiter. Er dient ohne zu glauben. "

"Verrückt, durchgeknallt", murmelte ich.

"Wenn jemand an das glaubt, dem er dient, dann dient er seinem Glauben, er wird gewissermaßen blind auf einem Auge. Sehend wird der Schamane, wenn er nichts glaubt und an Niemanden glaubt. Deswegen dient der Schamane einem Gott an den er nicht glaubt. "

"Ich bräuchte also stets nur nie etwas glauben, um sehend zu werden?"

Er nickte. "Dienend nichts glauben. Der Schamane ist ein Ungläubiger und kein Romantiker."

Saturday, September 19, 2009

Mit nur einem Finger


"Wusstest Du schon, dass ein Mensch mit einem Finger allein die Welt festhalten kann?", fragte der Meister neugierig.

"Mit einem Finger? Wo die Welt so groß und mein Finger nur so klein ist. Wohl kaum!", antwortete sein Schüler. "Ich jedenfalls schaffe das nicht."

Der Meister sprang auf und drehte sich um seinen Finger durch die Luft. Der Finger schien dabei in der Luft festzustehen. "Mein Finger hat die Welt erfolgreich an ihrem Platz gehalten."

"Du bist doch nur gesprungen." Der Schüler begriff die Aussage des Meisters nicht.

" Ach halt doch das Maul und mach' es mir einmal nach. Pratt, Pratt, Pratt, die Klappe bleibt nicht stehen."

Der Schüler nahm Anlauf und machte ärgerlich einen Salto durch die Luft. Er streckte den Finger in die Luft und versuchte ihn dort zu fixieren. Kaum hatte er das getan, da erfüllte ihn das Bild einer lebenden glücklichen Erde.

Der Meister lächelte. "Nur ein Finger... hält die Erde, einer nur...". Dann ging er davon, während sein Schüler mit beiden Beinen auf der Erde ankam.

Friday, July 3, 2009

Chef?


"Hallo Chef", begrüßte der Schüler seinen Meister, der aufgrund seines hohen Alters nur noch sehr langsam gehen konnte.

"Oho", sagte der Meister. "Wie kannst du deinen Chef in mir erkennen, wenn ich doch derjenige bin, der bei dir in die Lehre gegangen ist."

Der Schüler dachte, 'Der Meister ist verwirrt, ich werde ihm einen Tee kochen, der seinen Geist stärkt.' Gesagt getan.

Als der Meister den Tee bekam fragte er, "Ist es das, was ich heute lernen soll?"
"Trink nur zu", erwiderte der Schüler.

Als der Meister den Tee getrunken hatte, blühte er auf. Er ging schnell herum wie ein junger Mann und sagte immer wieder, "für jedes Problem ist ein Kraut gewachsen."
Glücklich kam der Schüler wieder zu seinem Meister, "seht ihr Chef, nun geht es euch wieder gut."
Darauf gab der Meister zurück. "Nicht der Tee hat mich gestärkt, sondern deine Verwirrtheit. Wenn du verwirrt bist, dann fühle ich mich kräftiger als ein junger Mann."
Der junge Mann war sehr verwirrt und alsbald sprang der alte Meister bis zur Decke ohne aus dem Atem zu kommen.

Der Schüler setzte sich hin und verzweifelte an seinem wahnsinnig gewordenen Meister.
Schließlich setzte sich der Meister neben ihn und sprach, "verzweifle nicht, körperliche Kraft lässt uns glauben, dass sich alles bewegen ließe, wenn man nur einen Hebel hätte, um anzusetzen. Ein Mensch allerdings hat zeitlebens eine solche Kraft, dass ihn nichts und niemand bewegen kann. Wenn du das beachtest, dann wirst du keine Probleme mehr haben mit anderen Menschen."

"Das heißt, du bewegst mich nicht. Ich lerne nichts bei dir?"

"So ist es. Du lernst nichts bei mir. So wie ich gesprungen bin, als ich deine Verwirrtheit spürte, so kannst du der Meister sein."

Thursday, May 7, 2009

Mit der Blume sein



Neulich hat mir eine Frau aus einem Buch vorgelesen. Mit angenehmer, sicherer Stimme las sie aus dem Buch, das sie mit beiden Händen vor sich hielt.

Das Buch war von einem Mönch und es ging um einen Künstler, der den Mönch um einen Rat angeht.... Der Künstler möchte wissen, was er machen muss, um aus einer schönen Blume, das Beste herauszuholen für seine Kunst.

Der Mönch ist furchtbar weise und daher sagt er dem Künstler, dass wenn er die Blume nur anschaut, er die Blume nicht fühlen kann. Er solle alle Vorhaben in Bezug auf die Blume fahren lassen, nichts von der Blume wollen und nur mit ihr sein. Dann würde er bestimmt am meisten über die Blume erfahren.

Finde ich total gut, solche Weisheiten. Frauenmund tut Weisheit kund. Aber ich glaube Frauen finden diese Stelle eh gut, weil sie sich bestimmt mit der Blume identifizieren und welche Frau möchte nicht, dass man(n) mit ihr ist, anstatt ausbeuterische Vorhaben in seinem Dickschädel zu verfolgen...

Liebe Grüße

Sunday, January 4, 2009

Neulich als der Meister und sein Schüler zusamenkamen da....


Der Meister, weißhaarig und weise hört seinem Schüler geduldig und aufmerksam zu.

"Was Meister, wenn ich von nackten Frauen träume, was soll mir das sagen?"

"Hmm, Du träumst von nackten Frauen, alte, junge, dicke oder dünne?"

"Ist das denn wichtig?"

"Klar, schau', wenn Du von schlanken Frauen träumst, dann hungert Deine Seele. Sie sucht Liebe. Wenn Du von dicken Frauen träumst, dann bist Du satt. Du wünscht Dir satte Frauen, die geben können, die ruhiger sind."

"Träumst Du von jungen Frauen, dann bist Du scheu und träumst Du von alten Frauen, dann weißt Du im Grunde genommen schon alles."

"Alles was Du träumst ist für Dich bestimmt und nur für Dich allein. - Damit meine ich die persönlichen Träume. Nicht solche in denen Dein Traumkörper auf Reisen geht, die sind für alle Menschen bestimmt. Du begegnest in Deinen persönlichen Träumen immer nur Dir selbst und sei es auch als Frau."

"Und wenn ich von Frauen träume, die ich kenne?"

"Auch dann begegnest Du dir selbst."

"Schwer zu glauben..."

Der Meister zuckt mit den Schultern. "Wenn man mal gelernt hat, dass die Welt eine Scheibe ist, dann ist es schwer sich etwas anderes vorzustellen...."


Genug gelauscht für heute......

Sunday, April 13, 2008

Esoterik und Gurus



In Deutschland haben wir Bürger unsere Erfahrungen mit Führern gemacht. Zwei Weltkriege haben uns gelehrt, das das Leben eines Deutschen von Zeit zu Zeit nur die Bedeutung des Menschenmaterials für die Machtspiele der Machthabenden ist. Ob die Machthabenden sich heute geändert haben? Ob die Poliitker heute etwas anderes in uns sehen, außer Material und Kosten, mit dem Pläne verfolgt werden, unabhängig vom Einzelschicksal?

Die Weltkriege von heute sehen anders aus, sie sind Teil des wirtschaftlichen Lebens. Die modernen Opfer können nicht klagen, denn sie werden totgespart aufgrund verabschiedeter Gesetze. Damals wie heute, das Wohl des Staates (der Machthabenden) weist den Weg, nicht die Liebe und das Sozialdenken. Ich z.B. hätte in den 70ern nicht geglaubt, dass eines Tages der Staat dafür eintreten würde, Rentnern mit einem Taschengeld von ein paar Euro, das Wenige noch zu kürzen, um die Republik vor einer unbewiesenen Katastrophe dreißig Jahre in der Zukunft zu retten.

Was für den Alltag gilt, gilt auch für die Esoterik. Wo Menschen nach der Wahrheit und dem Wissen suchen, da tauchen Führer auf, die Machthaber werden wollen, die anderen den Weg weisen wollen und nebenbei davon profitieren wollen. Diese Menschen sind ab einem bestimmten Punkt Einbahnstraßen in der Kommunikation, denn sie beanspruchen für sich, eine besondere Übersicht, ein besonderes Wissen zu haben und besitzen freilich ein besondere Kaltblütigkeit. Eine Kaltblütigkeit, die sie unempfindlich macht für die Folgen, die das Aufzwingen ihres Standpunktes bei ihren Opfern hervorrufen kann. Wer einem Guru folgt, folgt nicht mehr seinem eigenen, individuellen Weg.

In der Politik ist das allen klar, wenn wir einer Partei folgen, dann sind unsere Wünsche nach der Wahl vom Wählerwillen zur Sprache der Straße, zur Sprache des Pöbels mutiert. Wir sind diese Beschimpfungen durch die Politiker so gewohnt, dass die Ungeheuerlichkeit dieser Einstufung uns nicht mehr erreicht.

Nach der Stimmabgabe haben wir keine Stimme mehr. In einer Sekte sind die individuellen Wünsche nach Entwicklung eine Verirrung, die sich zumeist mit den Lehrern des Führers nicht im Einklang befindet. Fehlentwicklungen werden korrigiert und häufig streben Sekten nach der Kontrolle von sehr vitalen Wünschen und Trieben, wie der Sexualität, dem Wunsch nach Liebe und Geborgenheit, Wohnen und Essen.

Warum kommt es immer wieder vor, dass Menschen in Sekten sexuell ausgebeutet werden, dass Gurus Gehorsam bis in den Tod einfordern, dass der einzelne seine Individualität zugunsten der Sekte aufgeben muss? Macht. Es geht darum Menschen zu beherrschen und das kann man sehr gut, indem man ihre Köpfe beherrscht.

Als Karl der Große 772 seine Sachsenkriege startet und dreißig Jahre lang friedliche Menschen jeden Sommer mit Krieg überzieht, da hat er die Kirche im Gepäck, um den Kriegsgewinn über die Religion abzusichern. Die Sachsen werden mit dem Schwert bekehrt und mit den Worten der Priester innerlich gebändigt. Diese Ketten sind physisch und psychisch. Das Schema ist so erfolgreich, das sich Machthaber weiter dessen bedient haben. Physische Zwänge und psychische Zwänge gehen Hand in Hand. In einer Zeit, in der die Kirche an Einfluss verliert, treten Presse, Medien, Fernsehen und andere Glaubenssysteme das Erbe der inneren Bändigung der Bürger an.

Warum verfangen Gurus? Weil die Gesellschaft in vielen Bereichen seine Bürger unmündig behandelt und es ein Klima sozialer Kälte gibt. Die Kirche hat den Menschen über Jahrhunderte vermittelt, es gäbe einen organisierten Weg des Heils und nur den Einen. Das jeder von uns seinen eigenen persönlichen Heilsweg finden kann, ohne die Hilfe Dritter, das ist kein Allgemeingut. Wer immer seine Suche jetzt beginnt, wird feststellen, dass er sich Frage um Frage selbst beantworten kann, indem die Erfahrungen und das erforderliche Wissen ihm begegnet.

Der Staat vermittelt uns das Gefühl, das wir Bürger zwischen den Wahlen stören. Wir sind keine Fachleute für das Regieren und unser Empfinden allein, kann keine Richtschnur für ein erfolgreiches Gemeinwesen sein. Nein, kann es das nicht? Ich meine doch. Wir alle haben eine faire Vorstellung davon, was eine Lösung mit Liebe in einer Gemeinschaft sein kann. Leider regieren nicht die Lösungen mit Liebe, sondern das Interesse des Geldes regiert und lassen wir uns ruhig mal anlächeln wenn wir Geld und Liebe in einem Atemzug nennen. Man hält uns für inkompetent.

Um es auf den Punkt zu bringen. Die Gesellschaft bringt wenig Beispiele dafür, dass Menschen ihr Schicksal aus eigener Kraft meistern. Abgesehen von den Unternehmern, die ja wieder abhängig Beschäftigte benötigen. Wir sollen abhängig sein, physisch und psychisch. Davon profitieren die jeweiligen Organisationen Staat, Wirtschaft und Kirche. Und in Zeiten da Menschen den Institutionen den Rücken kehren, um ihr Schicksal selbst in die Hände zu nehmen, da machen Gurus reiche Beute, indem sie vorgeben uns das zu geben, was Kirche und Staat uns bislang vorenthielten. Liebe, Respekt, Sinn des Lebens, Glück, Gemeinschaft.

Das alles finden wir in uns, und wenn wir es in uns gefunden haben, dann brauchen wir keine Führer oder Gurus, dann leitet uns unsere persönliche kraft und führt uns mit dem zusammen, was wir für unsere weitere Entwicklung brauchen. Wir brauchen keine Führer, wir müssen uns selbst vertrauen und stets selbst entscheiden, was wir glauben wollen oder nicht. Wir können es, wenn wir lernen auf unsere innere Stimme zu hören.

Ein Buch, das mir seinerzeit gut gefallen hat ist und dessen Grundaussage meiner Meinung nach ist, das wir ohne Gurus auskommen ist: Triffst du Buddha unterwegs... Psychotherapie und Selbsterfahrung

Thursday, December 20, 2007

Was ist die zweite Aufmerksamkeit?

Was ist die zweite Aufmerksamkeit?

Belauschen wir ein Gespräch des Meisters mit seinem Schüler und denken wir uns unseren Teil.

„Die zweite Aufmerksamkeit, das ist eine einfache und schwierige Frage zugleich. Lass es mich mal so formulieren. Wenn ein Mensch sein Leben lang nie etwas wahrgenommen hat, dass er sich nicht erklären konnte, dann hat er sein Leben in der ersten Aufmerksamkeit verbracht. Einer Welt, die vom Verstand geschaffen wird und in der alles erklärbar ist."

„Die zweite Aufmerksamkeit ist eine Welt, in der wir nichts erklären können, in der wir beim Zugang sozusagen unseren Verstand an der Hutablage abhängen."

„Heißt das, man ist in zweiten Aufmerksamkeit komplett irre?"

„Nein, es bedeutet, dass man für die Wahrnehmung der Welt der zweiten Aufmerksamkeit den Verstand nicht braucht. Wenn du z. B. träumst, du kannst in deinem Traum die Dinge anfassen, hast ein körperliches Empfinden dabei, riechst und schmeckst die Dinge, dann ist das die zweite Aufmerksamkeit. Da der Verstand dir sagt, das es nicht möglich ist im Traum Dinge zu berühren, muss man den Verstand zurücklassen, um überhaupt zur zweiten Aufmerksamkeit zu gelangen."

„Warum sollte man die zweite Aufmerksamkeit nutzen sollen. Wofür ist das gut?"

„Nun die zweite Aufmerksamkeit ist größer, weiter als die Alltagswelt. Du kannst zwar alle Dinge aus der Alltagswelt in der zweiten Aufmerksamkeit auch finden, insofern ist sie nicht besser, aber durch die Befreiung vom Verstand kannst du weitere Dinge tun, die dir im Alltag unmöglich wären."

„Ja, was denn?"

„Du kannst z. B. Erkrankungen heilen, indem du auf den Teil des Körpers einwirkst, den du nur in der zweiten Aufmerksamkeit spüren kannst, den der Verstand im Alltag leugnet. Manche Menschen erkranken an ihrer Seele oder Erlebtem. Das siehst du in der Alltagswelt nicht mehr. Du kannst es aber in der zweiten Aufmerksamkeit spüren und heilen und dann wird der Mensch im Alltag gesund."

„Kann ich mich dann heilen, wenn ich Tagträume und ich mir vorstelle, dass ich mich anfasse?"

„Nun, der Tagtraum ist ein Teil der ersten Aufmerksamkeit, aber ist schon an der Grenze zur zweiten Aufmerksamkeit. Dazu muss man verstehen, wie die Verbindung der beiden Aufmerksamkeiten untereinander aussieht. Die zweite Aufmerksamkeit hat ihre eigene Zeit. Wenn du deine Wahrnehmung aufmerksam beobachtest, dann stellst du fest, dass es Löcher, so eine Art Pausen in der Wahrnehmung gibt. Diese Pausen sind das Tor zur zweiten Aufmerksamkeit. Du wechselst mit der Aufmerksamkeit in einer solchen Pause in die zweite Aufmerksamkeit und wechselst auch den Zeitbezug."

„Ich könnte in einer solchen Pause für Jahre in der zweiten Aufmerksamkeit verschwinden?"

„Ja und nein. Die Frage ist nur sinnvoll, wenn die Zeit weiterliefe. Sie existiert aber nicht. Das ist der Grund, warum manche Menschen z. B. Dinge der Zukunft wissen. Wenn es ein zukünftiges Ereignis gibt, das bereits Gestalt annimmt, dann existiert dieses Ereignis in der ersten Aufmerksamkeit und ist aber von den Pausen der Zeit durchzogen. Alle Informationen sind in dem zeitlosen Zustand zugänglich. So können manche Menschen, die es gelernt haben die Pausen wahrzunehmen, aus den Pausen solche Informationen schöpfen. Nur dass es für die Zukunft keine Sicherheit gibt, denn ein Geschehen der Zukunft kann sich im Detail noch ändern, selbst wenn es grob Gestalt angenommen hat."

„Das ist durchgeknallt."

„Nun, wenn du so willst. Es geht aber nicht darum das zu verstehen, es geht darum, es zu erleben. Würdest du nicht gerne dich aus einer Krankheit befreien, die dir auf die Seele drückt. Oder durch eine Welt wandern, die weiter und reicher ist, als dein Alltag."

„Wer weiß, was mir da alles passieren könnte?"

„Nun, du könntest erst einmal anfangen, Energie zu sammeln, um die zweite Aufmerksamkeit wahrnehmen zu können."

„Und wie?"

„Ganz einfach. Stelle dir vor, dein Alltag wäre ein Traum. Schon erinnert sich dein Körper an die Situationen, wo er in Träumen war, und alles war fassbar."

„Das ist schon alles?"

„Es gibt tausend Wege, suche die Pausen in der Wahrnehmung. Frage dich was die Bäume träumen, denen du im Wald bgegnest beim Spazierengehen. Es ist unerheblich, was du tust und wann du es tust. Dass du freiwillig den Weg beginnst, das ist alles, was zählt."

Monday, December 10, 2007

Heilig in sieben Schritte, das do it yourself Programm

Liebe Suchende. Der Meister hat Allen, die nach Heiligkeit lechzen ein Angebot zu machen, das ihr Leben verändern wird. Heilig in sieben Schritten. Ja - sieben und für Jeden!

1. Im ersten Schritt putzt sich der Suchende jeden Morgen den Mund, mit dem heiligen Zahnputzwasser des Meisters. Gesegnet und abgefüllt von seinen erleuchteten Händen, zum unschlagbaren Preis von 9,99 € pro 0,2 cl Flasche. Wer sich entsprechend vorbereitet ist schon nach wenigen Wochen gereinigt und bereit für die zweite Stufe, die Macht des Wortes.

2. Das heilige Wort der sieben Riesenmeister aus den vergangenen 7 Zeitaltern, lange bevor Krishna oder Buddha auf Erden weilten. Die Riesenmeister sprachen das Wort nur einmal in ihrem Leben, als sie nämlich starben. Der Meister hat es wieder gefunden: "Hatschniputschlijajaja." Das Wort besitzt Zauberkraft und kann nur vom Heiligenanwärter der Stufe 2 benutzt werden. Dazu ist allerdings eine Lizenzierung des Wortes beim Meister notwendig, der das Wort in seiner heiltätigen Weise rituell freischalten wird, für 999,99 €.

3. Die nächste Stufe erreicht der zukünftige Heilige durch das Tragen der heiligen Untergewänder der alten Meister. Ein heiliges Untergewand verleiht Heilkräfte und kann beim Meister erworben werden für 9.999,99€. Die vierte Stufe wird erreicht, wenn sieben Untergewänder aufgetragen wurden. Und sieben Kranke geheilt wurden.

4. Die Überwindung von Zeit und Raum erreicht der Suchende auf der vierten Stufe durch den Erwerb der Levitationssalbe. Wird die Salbe auf der Haut getragen, ist der Suchende in der Lage in Abwesenheit von jeder elektrischen Energie oder Photoapparaten im Schlaf zu schweben. Die Salbe kann für 19.999, 99 € beim Meister erworben werden. Der Suchende übernachtet beim Meister, der in beim Schlafen untersuchen wird. Er wird ihm ein Attest über seine Flugfähigkeiten ausstellen. Die Art des Fluges gibt Aufschluss über die kommenden Heiligentaten des Suchenden.

5. Das Attest über die Flugfähigkeit stellt die Meisterung über Zeit und Raum dar und ist kostenlos.

6. Der Suchende muss für die nächste Stufe zwei weitere Suchende bringen, die heilig werden wollen. Nach der Bestellung von zweihundert Litern heiligem Zahnputzwasser durch die neuen Suchenden ist die sechste Stufe erreicht.

7. Die Heiligkeit steht kurz bevor. Nachdem zwei Nachfolger gefunden sind, wird der angehende Heilige seinen gesamten Besitz verkaufen und dem Meister den Erlös auf eines seiner Konten in der Schweiz überweisen. Der Meister wird ihn segnen und ihn aus der menschlichen Gesellschaft entlassen. Egal was passiert. Der Suchende darf nie zurückkehren, wenn er seinen Heiligkeit nicht gefährden will, noch darf er Kontakt zum Meister aufnehmen. Empfohlen wird, in den offenen Atlantik hinaus zu schwimmen, bis sich die Fähigkeit des über Wasser gehen einstellt.

Stellenanzeige. Der Meister sucht junge Kraft, die für Gotteslohn Leitungswasser in Flaschen füllt, Bundeswehrunterwäsche bleicht und Niveadosen bemalt. Hübsche Mädchen werden bevorzugt.

Wednesday, November 28, 2007

Anteilnahme

" Warum kümmern sich die Menschen nicht um einander. Warum gibt es soviel Gleichgültigkeit angesichts so vieler schrecklicher Nachrichten, die man tag- täglich sehen und hören kann. Warum?"
Der Meister schwieg. Zusammen saßen der Meister und sein Schüler vor der Veranda und schauten hinauf in den klaren wolkenlosen Nachthimmel.

Nach einer Weile räusperte sich der Meister und fragte seinen Schüler. "Was denkst du welche Nachrichten es gäbe, wenn es keine Menschen gäbe?"

"Nun, das ist doch einfach. Keine Unglücke, keine Toten keine Gewalt. Bis auf die natürliche Gewalt", sagte der Schüler zögernd.

Der Meister schwieg. Er schwieg solange bis der Schüler sich ärgerte. "Warum fragst du, wenn du keine Antwort gibst?"

"Nun, es macht wenig Unterschied, was ich dazu zu sagen habe. Viel Unterschied macht es, was du denkst, wie die Welt ohne Menschen wäre."

"Das verstehe ich nicht", sagte der Schüler.
"Nun, in einer Welt ohne Menschen gibt es den Tod weiterhin, gibt es weiterhin Naturkatastrophen, gibt es Opfer. Es gibt Tiere die solidarisch sind und Artgenossen pflegen und es gibt Einzelwesen, die nicht einmal ihre Artgenossen erkennen, wenn sie sie treffen. Das alles gibt es, eine solche Bandbreite an Leben gibt es, dass es keinen Maßstab gibt, was richtig oder falsch ist, außer dem, dass das Leben dem Tod entkommen will."

Der Schüler schüttelte den Kopf. "Aber was ist dann mit den Krankenhäusern, den Fortschritten der Medizin. Das sind doch Taten von Menschen für Menschen, weil sie Anteil nehmen, weil.."

"..weil man dem Tod ein Schnippchen schlagen", fiel der Meister ein. "Weil alle eine höhere Wahrscheinlichkeit haben älter zu werden, wenn alle gut versorgt sind, als wenn Seuchen umgehen. Wenn der Tag sein Ende gefunden hat, zählt nur eins, habe ich überlebt. Und wenn das einfacher ist, wenn alle Menschen eine Gesundheitswesen unterstützen, dann bin ich dafür. Aber das ist meine Meinung. Deine Meinung ist das Entscheidende."

"Du meinst, es soll mich kalt lassen wenn andere nicht am Menschen teilnehmen?"

"Nein, du sollst ernst nehmen was du empfindest. Was andere empfinden änderst du nicht. Aber wenn du zeigen kannst, das du mit deinem Weg besser überleben kannst, dann hast du zumindest die Aufmerksamkeit all derer, die dem Tod selber ins Auge blicken."

"Aber wenn es doch mein Überleben beeinträchtigt, die Teilnahmslosigkeit, darf es mich dann nicht berühren?", fragte der Schüler.

Der Meister nickte, "wenn es dein Überleben beeinträchtigt, dann berührt es dich."

Sie schwiegen. Dann stieß er Schüler hervor.
"Ich kann so nicht leben, angeblich Wissen lernend, und ohne Mitgefühl für Andere."

Der Meister blickte seinen Schüler an und vergoss eine Träne.
"Warum weinst Du?", fragte der Schüler erstaunt.
"Weil ich alleine bin. Weil ich vielleicht sterben werde, bevor du begreifst, dass du nur einen Körper hast, der sich selbst fühlt und das das Maximum an Freiheit ist, dass du finden kannst, der Welt ihren Willen zu lassen, aber deinen zu festigen und zu finden, um zu überleben."

"Ich verstehe, wenn ich Anderen vorlebe, dass ich besser damit fahre , Anteil zu nehmen, dann folgen Andere dem Beispiel vielleicht."

"Vielleicht."



Wie seht ihr das?

Saturday, November 24, 2007

Der Meister und sein Schüler

Der Meister und sein Schüler waren unterwegs. Nach und nach kaufte der Meister Kleinigkeiten ein, die der Schüler bereitwillig trug. Als sie mehrere Stunden unterwegs waren, wurde dem Schüler die Last der Pakete zu schwer, weil es zu viele geworden waren.

"Meister?"

"Ja."

"Meister, die Pakete sind sehr schwer, wann gehen wir zurück?"
Der Meister sah seinen Schüler nachdenklich an. "Ein Lehrer ist wie die Last des Lernens. Warum trägst du meine Pakete?"

"- Aus Dankbarkeit", erwiderte der Schüler zögernd.

Der Meister entgegnete, "du willst nützlich für mich sein, aber du hast nur eine Aufgabe - zu lernen. Was sollst du lernen?"

Der Schüler stellte irritiert die Pakete ab. "Aber ich helfe gern."

"Und warum sind dann die Pakete zu schwer?"

"Na ja, weil meine Kräfte erschöpft sind. Ich werde müde."

Der Meister nickte. "Ruh' dich aus."

Sie rasteten. Weil sie in eine ländliche Gegend gekommen waren, und es ruhig war, fiel der Schüler in Schlaf. Als er wieder aufwachte, sagte der Meister, "lass' uns heimgehen." Er stand auf und ging sofort los, ohne auf den Schüler zu warten.

Der Schüler wollte die Pakete aufheben, doch selbst die Kleinsten schienen zu schwer zu sein. Schließlich öffnete der Schüler ein Paket, um hineinzuschauen und fand einen Stein vor.

Empört lief er hinter dem Meister her.

"Meister, was spielt ihr mir für Streiche?"

Der Meister blieb stehen und schaute mit hochgezogenen Augenbrauen den Schüler an. "Warum hast du die Pakete nicht dabei?"

"Weil ihr mir einen Streich spielt. Es sind lauter Steine in den Paketen, da fand' ich es sinnlos, Steine zu schleppen und ließ die Pakete da."

"Das heißt, als die Last zu schwer wurde, wurde dein Vorsatz nützlich zu sein sinnlos?", stellte der Meister unbeteiligt fest.

"Aber es muss doch machbar sein!", protestierte der Schüler. Der Meister schwieg.

Ein Reh kam aus dem Waldrand auf die Wiese. Der Meister deutet dorthin. "Schau, trägt das Reh Lasten?"

"Es ist ein Tier", gab der Schüler zurück.

Der Meister nickte und zeigte auf die Hochsitze. "Es trägt seine eigene Last. Wolltest du ihm helfen, müsstest du zum Reh werden und wolltest du mir helfen, müsstest du mein Meister sein."

"Heißt das, das es falsch ist, zu helfen?"

"Nein, es heißt das es falsch ist Dinge für andere zu tun, wenn man Dinge für sich tun kann. Wäre es dein Anliegen Pakete zu tragen, hättest du Wege und Methoden für die schwersten Pakete und es würde dich freuen, wenn du sie trügst."

Der Schüler nickte. "Ich verstehe, ich will diese doofen Pakete nicht tragen."

Des Meisters Gesichtszüge verhärteten sich und wirkten unnahbar. Der Meister schwieg.

"Meister seid ihr mir jetzt böse?"

Der Meister schüttelte den Kopf. "Ich bin allein, alt und es ist niemand da, der mir hilft. Es ist gut."

Der Schüler war verwirrt. Ihn begann zu stören, das sein Meister ein alter schwacher Mann sein sollte. Warum dann von ihm lernen? Nach wie vor wollte er keine Steine schleppen. Da kam dem Schüler eine Idee. Er hatte bislang gerne von seinem Meister gelernt und der Meister wollte ihn auf die Probe stellen, soviel war klar. Also stellte er sich vor, es dem Meister gleich zu tun und alt und einsam zu sein. Er spürte die Last des Alters und der Routine, wie Tag auf Tag folgte und der Körper schwächer und schwächer zu werden schien. Er sah sich als Enkel auf den Knien seiner Großeltern sitzen. Sie waren am Ende ihres Lebens hilfsbedürftig gewesen.

Der Meister stand auf. "Du hast es begriffen. Nun komm' ."

"Und die Pakete?"

Doch der Meister ging bereits dem Sonnenuntergang entgegen.