Irgendwo da draußen lebt Hans Eichel. Und Hans Eichel war Bundesfinanzminister, war Ministerpräsident in Hessen, war Oberbürgermeister der Stadt Kassel. Er hat fleißig gearbeitet und jetzt ist er alt und will Rente. Nun er bekommt 7100 Euro im Monat und er wollte obendrauf aber noch die Rentenbezüge aus seiner Zeit als Oberbürgermeister und er will gerne auch noch Rentenbezüge aus seiner Zeit als Ministerpräsident.
Das hatte er bislang nicht bekommen, um eine "Überversorgung" zu vermeiden ruhte sein Pensionsanspruch als Oberbürgermeister. Jetzt hat er geklagt und bestätigt bekommen, dass die Stadt Kassel ihm nichts zahlen muss, weil er eine amtsangemessene Rente bezieht.
Was bekommt ein Deutscher ansonsten an Rente?
Der Standardrentner ist eine theoretische Person, die 45 Jahre das Durchschnittseinkommen pro Jahr verdient und Beiträge in die Rentenversicherung einzahlt. Er kann in Westdeutschland mit 1.224 Euro, im Osten mit 1.086 Euro Altersrente rechnen. Da aber Arbeitslosigkeit, Teilzeitarbeit und andere Faktoren 6 von 10 Deutschen davon abhalten solange zu arbeiten beträgt die Durchschnittsrente in Wirklichkeit in Westdeutschland bei 697 Euro (Männer 970 Euro, Frauen 473 Euro) und in den neuen Bundesländern bei 826 Euro (1.044 Euro für Männer und 676 Euro für Frauen).
Zum Vergleich Hartz IV sind 627 Euro.
Ich gönne Herrn Eichel jeden Euro seines Einkommen, für das er nie etwas eingezahlt hat und auf das ein normaler Arbeiter niemals kommen kann. Denn wenn ich 45 Jahre lang mehr als das doppelte Durchschnittseinkommen verdiene, dann kann ich 45*1,8 Rentenpunkte mal 27,20 Euro erhalten und das wären dann: 2.203,2 Euro.
Was hätte ich dafür in 45 Jahren eingezahlt? Nehmen wir an 45 Jahre 19,9 % Rentenbeiträge auf 5.400 Euro Bruttogehalt, denn es geht um die höchste mögliche Rente. Und mehr als 5.400 Euro bringt kein Mehr an Rentenbeiträgen mehr. Dann habe ich 580.000 Euro eingezahlt, hingegen Herr Eichel null komma gar nichts.
Um den gleichen Betrag wie H. Eichel zu bekommen hätte ich, 1.800.000 Euro einzahlen müssen, was ich gesetzlich aber nicht kann. H. Eichel hat null komma gar nichts gezahlt.
Wenn ich als 65 jähriger Mann zur Hannoverschen Leben gehe und mir dort eine Sofortrente für Eichels fiktiven Beitrag von 1.800.000 geben lassen würde, so erhielte ich eine garantierte monatliche Rente von 7.763 Euro.
Mit meinen 580.000 Euro erhielte ich eine garantierte Rente von monatlich 2.548 Euro. Ein bisschen besser als die 2.200 von der Rentenversicherung. Wären meine Beiträge zur Rentenversicherung jährlich mit 2% verzinst worden wären nicht 580.000 sondern 970.000 Euro vorhanden, für die die Hannoversche Leben eine Sofortrente von 4.072 Euro zahlen würden. Aber wir sind beim Umlageprinzip für alle. Für alle?
Nein nicht für alle, die politische Klasse ausgeschlossen. Wenn wir alle gleich sind, dann müssen auch Politiker für ihre Renten in die gesetzliche Rentenversicherung hinein. Und wer mehr will, der soll selber sparen und vorsorgen.
Vor unser aller Augen bedienen sich diese Menschen, ohne dass es jemanden stört. Die Politiker müssen uns doch für doof halten. Deswegen bezahlen wir Verbraucher jetzt die Stromnetzgebühren der stromintensiven Industrie, schließlich sind wir alle doof und auch ein Renter mit durchschnittlich 927 Euro monatlich kann nochmal 26 Euro jährlich schultern.
Für mich sind diese Politiker abgehoben und haben kein wahres Mitgefühl. Sie sind gierig geworden.
Quellen für die Zahlen zur Durchschnittsrente www.handelsblatt.com. Ansonsten der Online Sofortrechner der Hannoverschen Leben.