Die Sonne ging gerade auf als ich durch die ersten Geräusche des Tages wach wurde. Etwas stimmte nicht an diesem Morgen. Etwas war anders. Als ich mich im Bett aufsetzte und durch das Fenster dankbar in das Schauspiel des steigenden Feuerapfels blickte, da sah ich durch den Garten eine dunkle Gestalt schleichen, die eine lange Kette hinter sich her zog. Das Rasseln der Kette hatte einen dämonischen Klang, der in meinem Kopf die Illusion von Zahnschmerzen erzeugte.
Mein Herz fing an zu klopfen und von einem Moment auf den anderen war ich wach. Der Tag der Prophezeiung war gekommen.
Meine Tante mütterlicherseits, Tante Gerda hatte an meinem Kinderbettchen vorausgesagt, dass ich eines Tages von einem schwarzen Kettenmann in den Tod gerissen würde.
Nun ´war Tante Gerda das Enfant-terrible der Familie gewesen und weil sie gerne so viel trank, wie zwei Kerle und so viele Drogen ein warf, wie ein Junkie, hatte ihr niemand geglaubt. So sagten sie es jedenfalls. Aber alle erzählten die Geschichte immer und immer wieder, so als ob sie stimmen würde. Und ich hatte das Mitleid in ihren Augen gesehen. Der arme Junge, was für ein Schicksal ihn erwartete.
Ich sprang auf hechtete in die Diele. Dort stand seit Jahren ein Baseballschläger, der für den schwarzen Mann bestimmt war. Ich griff ihn. Das Holz war glatt und rund. Er wog schwer in meiner Hand und ich fragte mich, ob er ausreichen würde den schwarzen Mann wieder dorthin zu schicken, wo er her gekommen war: In die Delirien-Vorstellungen meiner Tante.
Es klingelte. Ich war im Schlafanzug, dennoch öffnet ich die Tür vorsichtig. Der Bezirksschornsteinfeger lächelte mir zu. "Er müsse dann mal an den Schornstein und die Heizungsanlage", sagte er und trat ohne weiteres in die Diele ein.
Er ignorierte meinen Baseballschläger, murmelte er kenne den Weg und machte sich von dannen.. Ich schaute noch einmal nach draußen, aber dort war keine weitere Person. So schloss ich die Tür und lief zurück an das Fenster, von wo aus ich im Aufwachen einen schwarzen Mann mit Kette gesehen hatte.
Plötzlich hörte ich einen lauten Schmerzensschrei. Ich warf den Baseballschläger fort, mit dem ich mir albern vorkam und lief in Richtung Schreie, die vom Dachboden kamen. Auf dem Dachboden angekommen bot sich mir ein Anblick des Schreckens. Der Schornsteinfeger war nicht zu sehen und der alte Schornstein schien eingebrochen zu sein, so als ob er auf dem Dachboden umgefallen wäre, wie ein kleines Türmchen, dessen Zeit gekommen war.
Den Schornsteinfeger sah ich nicht aber ich hörte sein Rufen. Ich trat auf den Rumpf des Schornsteins zu und sah ungläubig den Schornsteinfeger, der an einer Art Kette im Schornstein zu baumeln schien.
"Ziehen sie mich hoch", schrie er. Dabei deutete er mit dem schmerzverzerrten Gesicht auf etwas, was wie ein Kette auszusehen schien. Er hielt sich mit einer Hand daran fest, der andere Arm hing schlaff herunter, so als ob etwas gebrochen wäre.
Eine Gänsehaut von einem déja vu erfasste meinen ganzen Körper, der schwarze Mann, seine Kette alles war da. Hier und jetzt würde mein Leben enden, dachte ich erschreckt.
Doch dann entschloss ich mich dass nicht annehmen zu wollen. Bewusst suchte ich mir einen anderen Punkt am Schornstein, weit von der Kette entfernt und es gelang mir die Jacke des Schornsteinfegers zu packen und ihn mit einer gewaltigen Kraftanstrengung herauszuziehen. In dem Moment wo der Schornsteinfeger auf dem Dachboden sicher wieder lag, da stürzte ein weiterer Teil des Schornsteins in den dunklen Schlund des Kamins. "Nur gut, dass sie nicht meinem Vorschlag gefolgt sind. Wir wären jetzt beide im Kamin verschwunden."
Ich nickte und schaute nach Luft schnappend in den Schornstein. "Danke Tante Gerda", sagte ich laut. "Danke."
Seither habe ich meine Tante wieder lieb und ich fürchte keine schwarzen Männer mit Ketten mehr. Na ja, was will ich mehr....
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Sunday, January 10, 2016
Saturday, May 14, 2011
Die Schönste dieser Welt
Einst sah die Kröte einen Spiegel und sah sich in Ruhe an. " Oh diese Schönheit. Diese herrlichen fruchtigen Warzen, diese volle feuchte Haut, dieser schöne runde Bauch", sprach sie und gab ein zufriedenen Quaken von sich.
Da sprach der Spiegel. "Höre Kröte, ich bin ein Zauberspiegel und möchte dir ein besonderes Geschenk machen. Das von ewiger Jugend und Schönheit immerda."
Da sprach die Kröte. " Hör' mal Alter, bevor ich dir begegenet bin, fühlte ich mich wohl, ich liebet das Leben und ernährte mich von den schönsten und erhabensten Geschöpfen dieser Welt, mit den windervollen faszinierenden Augen - Fliegen. Wir brauchen dich und deine künstlichen Wünsche nicht. Die Kröte sprang auf den Spiegel und gab ihm einen schleimigen Kuss, woraufhin der Spiegel sich in eine wunderschöne Assel verwandelte und unter einem Stein verschwand.
Manchmal, wenn wir spazieren gehen, dann hören wir es vielleicht unter einem Stein rufen: "Holt mich hier raus, ich bin ein Zauberspiegel." Aber wer küsst schon Asseln?
Da sprach der Spiegel. "Höre Kröte, ich bin ein Zauberspiegel und möchte dir ein besonderes Geschenk machen. Das von ewiger Jugend und Schönheit immerda."
Da sprach die Kröte. " Hör' mal Alter, bevor ich dir begegenet bin, fühlte ich mich wohl, ich liebet das Leben und ernährte mich von den schönsten und erhabensten Geschöpfen dieser Welt, mit den windervollen faszinierenden Augen - Fliegen. Wir brauchen dich und deine künstlichen Wünsche nicht. Die Kröte sprang auf den Spiegel und gab ihm einen schleimigen Kuss, woraufhin der Spiegel sich in eine wunderschöne Assel verwandelte und unter einem Stein verschwand.
Manchmal, wenn wir spazieren gehen, dann hören wir es vielleicht unter einem Stein rufen: "Holt mich hier raus, ich bin ein Zauberspiegel." Aber wer küsst schon Asseln?
Monday, March 21, 2011
Einst gab es Riesenpotenziale
Es war einmal ein Land in dem die schönsten Wesen lebten. Die Götter hatten diese Wesen riesige Kräfte mit gegeben. Ihre Natur war grenzenlos. Die Götter wollten Wanderer durch die Welten haben, die ihnen berichten könnten und die zu unerhörten Taten fähig waren.
Den Männer der schönen Wesen war der Blick für das Detail gegeben. Sie bemerkten jedes noch so unwichtige Detail und sie fanden die Verbindung zu allem und nichts. Wenn sie die Welten bereisten, saugten sich ihre Augen ständig irgendwo fest.
Den Frauen wurde die Gabe der unendlichen Energie gegeben. Sie konnten Energien finden, sammeln, verändern, in Fluss bringen. Sie waren die schrecklichen Schönheiten, die häufig von Ihren Energien davongetragen wurden wie die Winde über das Land.
In der alten Zeit wandelten diese mächtigen Wesen von einem Wunder zu einem anderen. Und dann - oh Gott- schrecklich - kreisch - so traurig.
Die mächtigen Wesen bauten sich Grenzen auf. Wenn der Vater von Planet zu Planet gesprungen war, dann freute es den Sohn, wenn er nur auf der Erde bleiben konnte. Wenn die Mutter Springfluten zu ihrem Vergnügen anrichtete, dann begnügte sich die Tochter mit einem Teich in einem Garten.
In nicht kurzer Zeit, wollte niemand mehr sein Haus verlassen, geschweige denn noch etwas für seinen Lebensunterhalt tun. In dieser Zeit entwickelten die Wesen Regeln und Gesetze. Keiner erinnerte sich mehr an seine Kräfte. Die Götter waren gelangweilt und warteten seit dieser Zeit darauf:
Worauf lieber Leser warten die Götter Deiner werten Meinung nach?
Den Männer der schönen Wesen war der Blick für das Detail gegeben. Sie bemerkten jedes noch so unwichtige Detail und sie fanden die Verbindung zu allem und nichts. Wenn sie die Welten bereisten, saugten sich ihre Augen ständig irgendwo fest.
Den Frauen wurde die Gabe der unendlichen Energie gegeben. Sie konnten Energien finden, sammeln, verändern, in Fluss bringen. Sie waren die schrecklichen Schönheiten, die häufig von Ihren Energien davongetragen wurden wie die Winde über das Land.
In der alten Zeit wandelten diese mächtigen Wesen von einem Wunder zu einem anderen. Und dann - oh Gott- schrecklich - kreisch - so traurig.
Die mächtigen Wesen bauten sich Grenzen auf. Wenn der Vater von Planet zu Planet gesprungen war, dann freute es den Sohn, wenn er nur auf der Erde bleiben konnte. Wenn die Mutter Springfluten zu ihrem Vergnügen anrichtete, dann begnügte sich die Tochter mit einem Teich in einem Garten.
In nicht kurzer Zeit, wollte niemand mehr sein Haus verlassen, geschweige denn noch etwas für seinen Lebensunterhalt tun. In dieser Zeit entwickelten die Wesen Regeln und Gesetze. Keiner erinnerte sich mehr an seine Kräfte. Die Götter waren gelangweilt und warteten seit dieser Zeit darauf:
Worauf lieber Leser warten die Götter Deiner werten Meinung nach?
Sunday, March 20, 2011
Der Meister und die nackten Frauen
Eines Tages ging der Meister traurig am Strand entlang. Er fühlte sich einsam und traurig, denn seine drei Schüler waren zum Einkaufen in die Stadt gegangen und so hatte er das Gefühl ein wenig still zu stehen, da er die Entwicklung seiner Schüler nicht vorantreiben konnte.
Schließlich kam er zu der einsamen Bucht wo an diesem Tag der Woche die Frauen ihre Wäsche wuschen. Der Meister setzte sich nieder und betrachtete die schönen Gesichter und die schönen braunen Beine der Frauen. Der Meister verfiel in Meditation und sein Energiekörper verließ seinen Körper.
Derweil hatte die Frauen begonnen auch ihre Blusen zu waschen und als sie mit nacktem Oberkörper dort saßen, entdeckten sie den Meister, der in ihre Richtung zu blicken schien.
"Schaut nur, der alte Mann schaut sich junges Frauenfleisch an, das ist aber nicht sehr erhaben ha?", riefen sie ihm zu. Doch der Meister ließ seine Augen unverwandt in ihrer Richtung ruhen. Da stand die Älteste der Frauen auf. "Kommt Mädels, der hat sich eine Dusche verdient." So liefen alle Frauen zum Meister, packten ihn und warfen ihn ins Wasser. Prustend und Wasser schluckend wurde der Meister aus der Trance zurückgeholt. Erstaunt richtete er sich auf und sah sich von halbnackten Frauen umgeben, die ihn als Lustgreis titulierten.
Da kamen die Schüler zurück und sahen den Meister von den Frauen umringt. Dem Meister fehlten die Worte. Hier war nichts zu erklären noch zu beruhigen. Der Meister ergriff die Flucht und die Frauen beruhigten sich nach einer Weile wieder.
Als die Schüler nach Hause kamen, warfen sie dem Meister die Einkäufe vor die Füße. Meister, ihr führt ein Doppelleben. Uns spielt ihr den heiligen Mann am Tage vor und sobald wir euch den Rücken drehen, steigt ihr Frauen hinterher. Wie passt das zum Leben eines weisen Mannes?
Der Meister schaute auf die Einkäufe und sagte, "Euer Verstand sagt euch der Meister ist nicht, was ihr von ihm erwartet habt. Und euer Meister sagt euch, ihr habt am Wasser gesehen, was die Waschfrauen gesehen haben. Als ihr zu mir kamt, um zu lernen, habt ihr gesehen, was ein Schüler sehen kann. Wenn ihr wissen wollt, was eurem Meister widerfuhr, dann müsst ihr mit eurem Herzen sehen lernen."
"Ihr macht es euch schön einfach", sagten seine Schüler und drehten sich um. Sie gingen ihre Sachen packen und verliessen den Meister ohne Gruss.
In der ersten Nacht schliefen die drei Schüler im Freien. Einer der Schüler hatte einen lebhaften Traum. Er sah den Meister am See, wo die Frauen ihre Wäsche wuschen. Er berührte den Meister doch der Meister schlief, dass spürte er deutlich. Er wusste dass des Meisters Seele unterwegs war. Am anderen Morgen erzählte er den beiden anderen Schülern von seinem Traum. "Mein Herz hat im Traum die Wahrheit erkannt. Ich schäme mich, ihn nach dem ersten Eindruck verurteilt zu haben. Ich kehre zu ihm zurück."
Doch die anderen Schüler blieben bei ihrem Zorn und so trennten sich die Schüler. Während die beiden zornigen Schüler weitergingen, machten sie des Mittags eine Rast. Als sie ihr Brot aßen, da setzte sich ein Vogel in ihre Nähe und machte auf sich aufmerksam. "Hau' ab du Vieh, du willst uns nur das Brot stehlen", rief einer der Schüler und warf mit Steinen nach dem Vogel. Der zweite Schüler blickte sich um und entdeckte ein Nest, in dem junge Vögelküken waren. Der alte Vogel versuchte, die beiden Männer davon fortzulocken. Da begriff er im Moment, dass er dem Meister unrecht getan hatte, denn er konnte des Meisters Herz spüren. Augenblicklich stand er auf und kehrte wortlos zum Meister zurück.
"Ja, geh' nur, Du Trottel", rief der Dritte und zog aus seiner Tasche die Geldbörse des Meisters. Wenigstens bezahlt der Meister mit dem hier für die Zeit, die ich mit ihm vergeudet habe. So verbrachte er einige Wochen damit das Geld des Meisters auszugeben. Als das Geld zur Neige gegangen war und der Schüler begann Hunger zu leiden, da drehte er sich um und ging ebenfalls zum Meister zurück.
Er fand den Meister zusammen mit den beiden Schülern in einer Meditationsübung. "Meister ich bin zurückgekehrt. Mein Herz hat mir gesagt, dass ich euch Unrecht getan habe."
Der Meister öffnete die Augen und sagte, "nicht dein Herz sieht die Welt, sondern dein Magen. gehe hin, denn du hast den Weg des Magens gewählt. Traue ihm, er kann dich größere Wunder lehren, als ich es je vermöchte."
Enttäuscht drehte sich der junge Mann um und verließ den Meister.
"War dies ein Weg mit Herz Meister? Wart ihr nicht zu hart zu ihm?", fragten ihn seine Schüler.
"Nein, er wäre hier nicht glücklich geworden, denn seine Wahl ist eine andere. Er dient dem Fleisch von Herzen, ich diene der Kraft von Herzen. Keiner dieser Wege ist besser oder schlechter - sie sind nur eine Wahl. Da er aber sein Herz noch nicht befragt hat, habe ich ihm nur die Stimme seines Herzens erklärt.
Schließlich kam er zu der einsamen Bucht wo an diesem Tag der Woche die Frauen ihre Wäsche wuschen. Der Meister setzte sich nieder und betrachtete die schönen Gesichter und die schönen braunen Beine der Frauen. Der Meister verfiel in Meditation und sein Energiekörper verließ seinen Körper.
Derweil hatte die Frauen begonnen auch ihre Blusen zu waschen und als sie mit nacktem Oberkörper dort saßen, entdeckten sie den Meister, der in ihre Richtung zu blicken schien.
"Schaut nur, der alte Mann schaut sich junges Frauenfleisch an, das ist aber nicht sehr erhaben ha?", riefen sie ihm zu. Doch der Meister ließ seine Augen unverwandt in ihrer Richtung ruhen. Da stand die Älteste der Frauen auf. "Kommt Mädels, der hat sich eine Dusche verdient." So liefen alle Frauen zum Meister, packten ihn und warfen ihn ins Wasser. Prustend und Wasser schluckend wurde der Meister aus der Trance zurückgeholt. Erstaunt richtete er sich auf und sah sich von halbnackten Frauen umgeben, die ihn als Lustgreis titulierten.
Da kamen die Schüler zurück und sahen den Meister von den Frauen umringt. Dem Meister fehlten die Worte. Hier war nichts zu erklären noch zu beruhigen. Der Meister ergriff die Flucht und die Frauen beruhigten sich nach einer Weile wieder.
Als die Schüler nach Hause kamen, warfen sie dem Meister die Einkäufe vor die Füße. Meister, ihr führt ein Doppelleben. Uns spielt ihr den heiligen Mann am Tage vor und sobald wir euch den Rücken drehen, steigt ihr Frauen hinterher. Wie passt das zum Leben eines weisen Mannes?
Der Meister schaute auf die Einkäufe und sagte, "Euer Verstand sagt euch der Meister ist nicht, was ihr von ihm erwartet habt. Und euer Meister sagt euch, ihr habt am Wasser gesehen, was die Waschfrauen gesehen haben. Als ihr zu mir kamt, um zu lernen, habt ihr gesehen, was ein Schüler sehen kann. Wenn ihr wissen wollt, was eurem Meister widerfuhr, dann müsst ihr mit eurem Herzen sehen lernen."
"Ihr macht es euch schön einfach", sagten seine Schüler und drehten sich um. Sie gingen ihre Sachen packen und verliessen den Meister ohne Gruss.
In der ersten Nacht schliefen die drei Schüler im Freien. Einer der Schüler hatte einen lebhaften Traum. Er sah den Meister am See, wo die Frauen ihre Wäsche wuschen. Er berührte den Meister doch der Meister schlief, dass spürte er deutlich. Er wusste dass des Meisters Seele unterwegs war. Am anderen Morgen erzählte er den beiden anderen Schülern von seinem Traum. "Mein Herz hat im Traum die Wahrheit erkannt. Ich schäme mich, ihn nach dem ersten Eindruck verurteilt zu haben. Ich kehre zu ihm zurück."
Doch die anderen Schüler blieben bei ihrem Zorn und so trennten sich die Schüler. Während die beiden zornigen Schüler weitergingen, machten sie des Mittags eine Rast. Als sie ihr Brot aßen, da setzte sich ein Vogel in ihre Nähe und machte auf sich aufmerksam. "Hau' ab du Vieh, du willst uns nur das Brot stehlen", rief einer der Schüler und warf mit Steinen nach dem Vogel. Der zweite Schüler blickte sich um und entdeckte ein Nest, in dem junge Vögelküken waren. Der alte Vogel versuchte, die beiden Männer davon fortzulocken. Da begriff er im Moment, dass er dem Meister unrecht getan hatte, denn er konnte des Meisters Herz spüren. Augenblicklich stand er auf und kehrte wortlos zum Meister zurück.
"Ja, geh' nur, Du Trottel", rief der Dritte und zog aus seiner Tasche die Geldbörse des Meisters. Wenigstens bezahlt der Meister mit dem hier für die Zeit, die ich mit ihm vergeudet habe. So verbrachte er einige Wochen damit das Geld des Meisters auszugeben. Als das Geld zur Neige gegangen war und der Schüler begann Hunger zu leiden, da drehte er sich um und ging ebenfalls zum Meister zurück.
Er fand den Meister zusammen mit den beiden Schülern in einer Meditationsübung. "Meister ich bin zurückgekehrt. Mein Herz hat mir gesagt, dass ich euch Unrecht getan habe."
Der Meister öffnete die Augen und sagte, "nicht dein Herz sieht die Welt, sondern dein Magen. gehe hin, denn du hast den Weg des Magens gewählt. Traue ihm, er kann dich größere Wunder lehren, als ich es je vermöchte."
Enttäuscht drehte sich der junge Mann um und verließ den Meister.
"War dies ein Weg mit Herz Meister? Wart ihr nicht zu hart zu ihm?", fragten ihn seine Schüler.
"Nein, er wäre hier nicht glücklich geworden, denn seine Wahl ist eine andere. Er dient dem Fleisch von Herzen, ich diene der Kraft von Herzen. Keiner dieser Wege ist besser oder schlechter - sie sind nur eine Wahl. Da er aber sein Herz noch nicht befragt hat, habe ich ihm nur die Stimme seines Herzens erklärt.
Saturday, March 19, 2011
Ein besonderer Tag
Herr M. fühlte sich besonders erfrischt, als er aufwachte. Er schlug die Augen auf und sah in das lächelnde Gesicht seiner Frau, die ihm nachdrücklich einen Kuss in sein Gesicht drückte.
"Guten Morgen Schatz."
Er nickte aufwachend und spürte, dass heute etwas anders war. Nur was? Es war doch ein Tag wie jeder andere. Neugierig musterte er seine Frau, die ihn morgens sonst nicht extra begrüsste. Er stand auf, wusch sich, zog sich an und hatte das Gefühl, all die Gerüche nach Seife und Duftstoffen, das samtene Gefühl der Kleidung auf seiner Haut, das allererste Mal in seinem Leben zu spüren.
Ähnlich ging es ihm mit dem Kaffee, und dem Lächeln seiner Frau, das er in seiner Leibesmitte zu spüren schien. Ganz überwältigt von der Neuartigkeit seiner Empfindungen verabschiedete er sich glücklich und dankbar von seiner Frau und er machte sich mit dem Gefühl eines jungen Burschen auf den Weg zur Arbeit.
Heute schienen ihn alle zu beachten. Wo immer er hin blickte, sobald der Augenkontakt kam, lächelten ihm die Menschen zu und ihm war, als wehte eine frische Brise durch sein Gemüt.
Die Menschen machten ihm Platz. Er fand einen schönen Sitzplatz in der Straßenbahn. Auf der Arbeit schienen sich alle auf den Arbeitstag zu freuen. Er setzte sich an seinen Arbeitsplatz und dann wurde es ihm klar.
Licht. Er hatte aus dem Schlaf ein Licht mitgebracht, dass er beständig und stets wahrnahm. Dieser Tag war ein besonderer Tag, wegen des Lichts.
Sunday, March 13, 2011
Der General und der Mönch
Also Freitag erzählte mir Martin eine Geschichte. Martin ist ein Arbeitskollege, der es geschafft hat seine Erwartungen an die Menschen im Straßenverkehr auf ein Minimum zu reduzieren. Raser z.B. können ihn nicht erreichen, er fährt gleichmütig vorsichtig weiter und im engeren Sinne hat die Geschichte, die er mir erzählte auch mit Straßenverkehr zu tun.
Ein General kommt hoch zu Ross auf eine Brücke geritten. Dort sitzt ein Mönch der meditiert. "Aus dem Weg!", ruft der General und er greift zu seinem Schwert. "Siehst du nicht, wen du vor dir hast? Ich bin ein General und mit meinem Schwert kann ich dich jederzeit töten."
Da steht der Mönch auf und breitet die Arme aus und sagt, "Und siehst du nicht, dass ich ein Mönch bin, der jederzeit bereit ist zu sterben."
Ob diese Geschichte eine alltagstaugliche Moral hat?
Ein General kommt hoch zu Ross auf eine Brücke geritten. Dort sitzt ein Mönch der meditiert. "Aus dem Weg!", ruft der General und er greift zu seinem Schwert. "Siehst du nicht, wen du vor dir hast? Ich bin ein General und mit meinem Schwert kann ich dich jederzeit töten."
Da steht der Mönch auf und breitet die Arme aus und sagt, "Und siehst du nicht, dass ich ein Mönch bin, der jederzeit bereit ist zu sterben."
Ob diese Geschichte eine alltagstaugliche Moral hat?
Thursday, March 10, 2011
Es trafen einst in stiller Nacht, zwei Schnecken aufeinander. Gar langsam rutschten sie aneinander hoch und gelangten schließlich nach ungefähr dreiundrölfzig Wochen auf dem Mond.
Dort trafen sie auf den Mann im Mond, dem die Tränen in die Augen stiegen.
Endlich Erdbewohner zu treffen. Was für ein Glück. Tagaus, tagein hatte er auf dieses blaue Juwel geschaut.
Mal war es ganz verhüllt gewesen in grauen Wolken, mal mit einer Eisschicht überwachsen. Und immer hatte er sich vorgestellt, wie wohl die Erdbewohner aussehen mögen?
Langsam nahm er die Schnecken in die Hand. Schönheit murmelte er und Grazie. Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden.
Irgendwann krochen die Schnecken aneinander wieder zur Erde zurück.
Da seufzte der Mann im Mond mehrere Jahrhunderte als ob er eine schwere Last trüge. Liebe kann quälen... Ja, Ja...
Sunday, January 30, 2011
Der Mann mit der eisernen Tasche.
Es war einmal ein Mann, der besaß eine eiserne Tasche. Diese Tasche hatte ein weiches, zartes Innenleben, das sehr gut geeignet war, die zerbrechlichsten und empfindlichsten Gegenstände zu transportieren. Von außen betrachtet und gefühlt, war die Tüte aber eine eisenharte Konstruktion, die allen äußeren Einwirkungen größten Widerstand entgegenbrachte.
Diese Tasche besaß der Mann sein ganzes Leben und irgendwie schätzte er die Tasche sehr, die er von seinem Vater geerbt hatte. Für ihn kam eine solche praktische Tasche nie aus der Mode.
Der Mann fühlte sich insbesondere dann sehr wohl, wenn er in der Tasche Sachen für seine Frau transportierte. Seine Frau besaß keine widerstandsfähigen Taschen. Alles war geschmeidig, was ihr gehörte. Ihre Taschen sahen schön aus und wichen den Einwirkungen und Stößen der Menschenmassen aus, indem das Gewebe Falten schlug, sich verformte und anschließend wieder, unter den zarten, pflegenden und wissenden Händen seiner Frau zur alten Form zurückfand.
In seiner eisernen Tasche erreichte kein Stoß, keine Kraft die Kostbarkeiten seiner Frau, die er von A nach B brachte. Doch die Tasche war durch das Alter unansehnlich geworden. Viele Männer besaßen ähnliche Taschen, aber sie hatten gelernt, modernere flexiblere Taschen im Alltag zu nutzen. Taschen mit frischen Farben, die so taten, als hätte es nie eine Vergangenheit mit eisernen Taschen gegeben.
Doch der Mann wusste nur zu genau, dass alle, was diesen Männern wirklich etwas bedeutete, nach wie vor auch von anderen Männern in eisernen Taschen durch die Welt getragen wurde, wenn diese ihre eisernen Taschen vielleicht auch in modernere Tasche eingenäht hatten.
Als der Mann älter wurde, begann seine Kraft zu schwinden. Vieles, was ihm gut getan hätte und seine Kraft wieder hergestellt hätte, ließ sich in seiner eisernen Tasche nicht transportieren, weil die Tasche zu klein war. Denn was stark und widerstandsfähig ist, ist auch schwer und kann so nicht übermäßig groß werden. Seine Frau zum Beispiel konnte in Taschen große Seelenbilder tragen, die beim Tragen auch noch wachsen konnten. Die stellte sie sich zu Hause hin und sammelte Kraft im Betrachten dieser Bilder.
Er hingegen konnte nur kleine Seelenbilder mit sich rumtragen. Und diese Bilder durften nicht wachsen, weil die Form der Tasche die Bilder zerbrochen hätte. So kehrte der Mann abends in eine Welt kleiner und alter Gegenstände zurück, die auch schon sein Vater besessen hatte, und die ihm nur Erinnerungen an Vergangenes, aber keine Kraft erfüllenden wachsenden Seelenbilder schenkten.
Er spürte, dass er früher sterben würde als seine Frau und da rief er seinen Sohn zu sich. "Sohn, höre."
"Bitte begrabe mich in deiner Tasche und breche mit der Tradition unserer Familie. Wir Männer brauchen keine eisernen Taschen mehr und ich möchte, dass du es eines Tages mal besser hast als ich. Du sollst nicht als Zwerg inmitten verstaubter Erinnerungen wehmütig auf das erfüllte Leben anderer schauen, die nicht so viel Wert auf sicheren Transport von Gegenständen legen."
Der Junge überlegte. Er nahm sich Zeit. Es dauerte. Dann nickte er. " So sei es, meine Tasche sei dein Sarg." Er warf sie von sich. "Doch du wirst leben und gesund werden." Er griff die Tasche seines Vaters, entriss sie ihm mit Gewalt und ließ sich durch alles Jammern, Drohen, Flehen und Fluchen nicht davon abbringen. Er ging mit der Tasche seines Vaters davon.
Als er keine eiserne Tasche mehr besaß, da bekam der Mann Angst. Er fühlte sich wehrlos, schutzlos. Doch nichts passierte und stattdessen atmete es in ihm auf und ihm war, als öffneten sich tausend sonnendurchflutete Fenster in ihm.
An seinem hundertsten Geburtstag ging der Mann viele Jahre danach an das Grab seines Vaters. "Papi, ich habe all die Zeit gewusst, was deine Tasche für eine Last für dich gewesen war, aber selbst ich wäre an dieser Last zerbrochen, wenn ich nicht den Mut besessen hätte, der Weisheit und Kraft meines Sohnes zu vertrauen. Die Welt ändert sich und eine eiserne Tasche kann das nicht aufhalten.
Dieser Teil gehört nicht mehr zur Geschichte. Bitte nicht lesen und ignorieren.
Und als der Mann gegangen war, da bewölkte sich der Himmel und aus einer grauen Gewitterwolke senkte sich eine große schwere eiserne Tasche aus dem Himmel auf die Erde hinab. Mit klagender metallischer Stimme sprach sie: "Ist da wirklich niemand mehr? - Niemand mehr, der mir folgt?" Ein Donnergrollen lief zum Horizont hinaus und die Sonne brach erneut hervor. So schnell, wie der Spuk gekommen war, verschwand er wieder.
Sunday, January 16, 2011
Frei nach Kafka
Eines Tages kehrte ich in mein Haus von einer langen Wanderung zurück und legte mich müde sofort ins Bett. Ich merkte nicht einmal wie ich einschlief. Es war, als verlöre ich das Bewusstsein.
Und doch wenige Zeit später kehrte ich erneut von einer langen Wanderung zurück und legt mich ins Bett und schlief ein, als hätte mich eine unsichtbare Kraft bewusstlos geschlagen. Wieder und wieder kehrte ich heim und fiel ins Bett und ich schien keine Kontrolle über dieses Ereignisse zu haben, bis mir der sonderbare Beobachter in der Ecke meines Schlafzimmers auffiel.
Dort saß jemand in der Ecke, der meine Heimkommen und Einschliefen zu beobachten schien und der stets anders saß und als einziges Merkmal meiner Heimkehrerinnerungen eine Eigenständigkeit besaß. Schließlich hatte ich die Nase voll und steuerte statt meines Bettes die Person an, fest entschlossen, mich auf sie zu stürzen und gemeinsam mit ihr einzuschlafen.
Da klingelte der Wecker und ich wachte auf. Ich erhob mich erstaunt und blickte in die Ecke wo der unbekannte Gast in meinem Traum gesessen hatte. Dort sah ich eine alte Hose von mir liegen, aus der ein Zettel hervorlugte.
Ich nahm den Zettel an mich und las: Hallo Ray. Ich sitze in einem Traum fest. Immer wieder verlasse ich täglich das Haus und verliere mein Bewusstsein, um etwas zu tun, das nicht ich zu sein scheine. Wenn du dies liest, dann helfe mir. Erinnere dich an mich und gib' mir mein Bewusstsein wieder.Und vor allem hilf' mir, die sinnlosen Wiederholungen zu vertreiben. Denke einmal etwas frisches, Neues, Unbekanntes.
Die Schrift schien meine zu sein. Und auch wenn ich nicht weiß, wann ich dies geschrieben habe, so hatte ich doch das Gefühl, als ob ein Teil meiner Selbst sich sehr verstanden fühlte. Rückblickend erinnere ich so vieles nicht mehr, dass mir eine Sache klar geworden ist. Egal wohin ich heute gehen werde. Ein Teil von mir ist bereits dort. Er weiß, was ich erleben möchte und ich darf ihn nicht allein lassen, oder er sitzt nur in der Ecke meines Lebens und sieht mir bei den Wiederholungen zu. Die Zukunft reicht mir meine Hand, die ich stets fühlen kann.
Und doch wenige Zeit später kehrte ich erneut von einer langen Wanderung zurück und legt mich ins Bett und schlief ein, als hätte mich eine unsichtbare Kraft bewusstlos geschlagen. Wieder und wieder kehrte ich heim und fiel ins Bett und ich schien keine Kontrolle über dieses Ereignisse zu haben, bis mir der sonderbare Beobachter in der Ecke meines Schlafzimmers auffiel.
Dort saß jemand in der Ecke, der meine Heimkommen und Einschliefen zu beobachten schien und der stets anders saß und als einziges Merkmal meiner Heimkehrerinnerungen eine Eigenständigkeit besaß. Schließlich hatte ich die Nase voll und steuerte statt meines Bettes die Person an, fest entschlossen, mich auf sie zu stürzen und gemeinsam mit ihr einzuschlafen.
Da klingelte der Wecker und ich wachte auf. Ich erhob mich erstaunt und blickte in die Ecke wo der unbekannte Gast in meinem Traum gesessen hatte. Dort sah ich eine alte Hose von mir liegen, aus der ein Zettel hervorlugte.
Ich nahm den Zettel an mich und las: Hallo Ray. Ich sitze in einem Traum fest. Immer wieder verlasse ich täglich das Haus und verliere mein Bewusstsein, um etwas zu tun, das nicht ich zu sein scheine. Wenn du dies liest, dann helfe mir. Erinnere dich an mich und gib' mir mein Bewusstsein wieder.Und vor allem hilf' mir, die sinnlosen Wiederholungen zu vertreiben. Denke einmal etwas frisches, Neues, Unbekanntes.
Die Schrift schien meine zu sein. Und auch wenn ich nicht weiß, wann ich dies geschrieben habe, so hatte ich doch das Gefühl, als ob ein Teil meiner Selbst sich sehr verstanden fühlte. Rückblickend erinnere ich so vieles nicht mehr, dass mir eine Sache klar geworden ist. Egal wohin ich heute gehen werde. Ein Teil von mir ist bereits dort. Er weiß, was ich erleben möchte und ich darf ihn nicht allein lassen, oder er sitzt nur in der Ecke meines Lebens und sieht mir bei den Wiederholungen zu. Die Zukunft reicht mir meine Hand, die ich stets fühlen kann.
Sunday, December 5, 2010
Handleserin
Ein Mann ließ sich auf einem Jahrmarkt aus der Hand lesen. Die Wahrsagerin betrachtete seine Hand. Ihre Fingerspitzen erforschten seine Handfläche.
"Du wirst vier Feinden begegnen, der Erfüllung deiner Wünsche, der absoluten Wahrheit, der unbedingten Liebe und einer hervorragenden Gesundheit."
Der Mann lächelte und gab der Frau ein wenig zusätzliches Geld. "Diesen Feinden stelle ich mich gern."
Der Mann lebte erfolgreich und was er auch anfasste, es gelang ihm. Dann und wann erinnerte er sich an die Weissagung und er fühlte sich glücklich, dass in seinem Leben seine Wünsche wahr wurden, während er ringsum Menschen beobachten konnte, die weniger glücklich waren. Menschen, die verarmten, denen ein Unglück nach dem anderen widerfuhr.
Nachdem er keine Wünsche mehr offen hatte und sein Leben ihm jede Erfüllung brachte, da fragte er sich, was wohl die Wahrheit, die absolute Wahrheit sei, die für ihn ein Feind sein sollte. Seine Wahrheit kannte er. Der Erfolg zählt, wenn du erfolgreich bist, dann helfen dir alle ringsum und es wird leichter und leichter erfolgreich zu sein.
Als er wieder einen Jahrmarkt besuchte, da traf der Mann die Wahrsagerin erneut. Er trat ein in ihr Zelt und sagte, " zeigt mir die absolute Wahrheit. Könnt ihr das?"
Die Wahrsagerin schaute den Mann nachdenklich an. "Wisst Ihr, wonach ihr verlangt?"
"Ja", in meinem Leben bin ich König und dennoch ich die Welt nicht tiefer, als was zu tun ist, um ein erfolgreiches Geschäft zu tätigen, oder ein Haus zu bauen. Mir fehlt, wofür ich keinen Namen habe."
"So setze dich und trinke dies", sie schob ihm einen aromatisch duftenden Tee zu und er nahm die Tasse und trank sie hastig aus.
Er fiel in einen Drogenrausch. Er sah sein Leben an sich vorbeiziehen und sah sich mit den Augen der anderen Menschen. Sie alle halfen ihm, aber keiner nahm wirklich Anteil an ihm. Man beneidete ihn, man fürchtete ihn, man wollte Anteil an seinem Erfolg, aber niemand schätzte ihn als Mensch oder liebte ihn wirklich. Alle Menschen sahen auf seinen Erfolg, niemand fühlte sein Herz.
Als der Mann erwachte, beseelte ihn der Wunsch einen Menschen zu finden, der ihn aufrichtig und unbedingt lieben würde. Wieder gab er der Wahrsagerin eine Extrasumme Geld und machte sich daran, die Liebe seines Lebens zu finden. Doch er konnte sie nicht ausmachen.
Da verkaufte er alles, was er besaß und ging auf Wanderschaft. Bald schon fand er Freunde, die sich um ihn kümmerten, weil sie ihn für einen Landstreicher hielten und ihm eine Bleibe oder Arbeit boten. Doch er fürchtete sich davor, wieder erfolgreich zu sein, bevor er die unbedingte Liebe gefunden hätte.
Monate später ging er über einen Wochenmarkt. Er setzte sich erschöpft und hungernd an den Straßenrand und beobachtete die Menschen. Da fiel ihm eine behinderte Marktfrau auf, die einen Buckel hatte und ein wenig humpelte. Mit einem Mal kam das Gefühl des Drogenrausches wieder über ihn, genauso als hätte er gerade den Tee bei der Wahrsagerin getrunken. Er bemerkte an der behinderten Frau, welch wunderbares reines Herz sie besaß und dass sie vor Liebe für die Menschen überfloss.
Er beschloss ihr den Hof zu machen. Er kaufte sich neu Kleider, mietete eine Wohnung und ging stets auf den Markt und kaufte bei ihr mehr ein, als er verbrauchen konnte. Bald schon hatte er ihre Liebe gewonnen, nachdem er ihr bewiesen hatte, dass er sich aus ihrem Äußeren nichts machte. Seine Seele lechzte danach, ihre liebevolle Ausstrahlung ständig um sich zu spüren.
Sie bekamen ein Kind, bei deren Geburt die Marktfrau starb. Der Mann litt unbeschreiblich unter dem Verlust und das Kind, das er als Witwer aufzog, missriet. Es war undankbar. Es ging stets vom rechten Weg ab und es erwiderte seine Liebe nicht. Schließlich ging das Kind mit der Volljährigkeit aus dem Haus, um eine erfolgreiche Verbrecherkarriere zu starten.
Müde und alt geworden ging der Mann zum Arzt, weil ihn in letzter Zeit eine stete Müdigkeit quälte, als ihm der Arzt eröffnete, dass er nicht mehr lange leben werde. Er wäre zu spät gekommen.
"Nun, ich war ein Leben lang gesund", erwiderte der Mann, der nun seinem Ende entgegensah.
Wie es das Schicksal wollte, kreuzte sein Weg erneut den Pfad der Wahrsagerin. Er setzte sich zu ihr und sagte, "all das, was ihr mir vorausgesagt habt, ist eingetroffen, aber ich verstehe nicht den Sinn des Ganzen. Habe ich etwas falsch gemacht?"
Die Wahrsagerin ließ sich sein Leben erzählen und dann sagte sie, "Nein, falsch gemacht habt ihr nichts. In eurer Hand habe ich gelesen, dass euch gelingt, was ihr anfasst. Doch wem alles gelingt, der hat es schwer sich in andere Menschen einzufühlen, die keine strahlenden Sieger sind. Anteilnahme und Mitgefühl sind zwei wichtige Wegweiser, wenn wir wissen wollen, wohin unser Leben gehen soll, denn wir müssen auch an unserer eigenen Person Mitgefühl und Anteilnahme zeigen, um den rechten Wg zu finden. Als Du hier den Tee trankst, erkanntest du, dass du keine wahre Liebe in deinem Leben hattest. Du suchtest und du fandest diese Liebe, bei deiner Frau und als sie starb, gabst du diese Liebe an dein Kind weiter. Du hast alles richtig gemacht."
"Und doch werden wir krank?", fragte der Mann.
"Ja, und doch werden wir krank, weil wir einen Körper besitzen, der verletzlich ist und der sterblich ist. Aber pass einmal auf. Sie reichte ihm eine Tasse Tee. Trink dies."
Der Mann trank und fiel in einen tiefen Traum. Dort begegnete er seinem Körper, der ohne Seele und Bewusstsein durch ein dunkles Tal zu wandern schien. Er konnte keine Verbindung zu ihm herstellen, er konnte ihn nicht berühren, sein Körper lief und lief und lief. Dann sah er seinen Körper mit den Augen seiner Frau, die sich zu ihm gesellt hatte. Er spürte, dass er liebenswert war, dass sein Leben wert war und sein Körper blieb stehen und drehte sich ihm zu. Er schlüpfte hinein, erfüllt von großer Liebe für sich selbst und er wachte weinend auf, denn er war nun nicht mehr mit seiner Frau zusammen. Er spürte, dass seine Krankheit verschwunden war und er fühlte, dass sein Weg eigentlich erst begonnen hatte.
Er fand das Zelt verlassen vor und ein Zettel lag da. " Die Zeit ist gekommen, dass ein anderer meine Stelle einnimmt. Nimm dieses Zelt und alles, was darin ist. Ziehe durch die Welt und streue Hinweise in die Herzen der Menschen. Zeige ihnen, wo sie sind, und wo du bist. Mehr nicht. Mehr nicht."
Sunday, November 7, 2010
Kreisläufer
Im Traum ging der fromme Mann durch die Wüste. Ob die Wüste magisch, leer, vom Teufel bewohnt oder von Gott genutzt war, das beschäftigte ihn nicht. Demütig tat er seine Arbeit. Er zog seine Kreise von einer Stadt zur nächsten und hatte schon lange vergessen, welche Stadt der Anfangspunkt der Reise und welche Stadt das Ziel gewesen war. Da er immer wieder weiterzog, um seinen Handel zu treiben, war das belanglos geworden.
Sicher, da gab es seine Frau. Sie war hübsch, heiter, eine Oase schöner Gefühle und sein liebster Gedanke. Doch ob sie nun in jener Stadt oder dieser lebte, hätte für sein Leben keinen Unterschied gemacht, da er stets von Neuem aufbrach. So gab es keinen besonderen Ort mehr für ihn auf dieser Welt. Es gab nur die stete Reise durch die Wüste.
Dieser Traum schien anders zu sein. Er mochte jetzt vielleicht Jahre hintereinander geträumt haben, ohne je aufgewacht zu sein. Die Länge dieses Traums, die Unterbrechung im Kreislauf von Schlafen und Wachen machte ihn unruhig und besorgt. War er krank, hatte sich im Wachen etwas ereignet, dem er sich nicht mehr stelle wollte oder konnte. Während er dies dachte, verließ ihn jede Kraft in der Wüste. Er sank von seinem Kamel, das unbeirrt weiterzog, bis es am Horizont nur noch kleiner Punkt geworden war.
Die Stimme versagte ihm und seine Zunge hing am Gaumen. Seine Hände griffen in den heißen Sand, der Wind roch nach gar nichts und demütig sprach er zu sich, "Gott, ist dies der Tag, an dem ich sterben soll?" Er war bereit sein Leben loszulassen, denn er hatte das Gefühl, alles bereits getan und alles erlebt zu haben, dass in seinem Wüstenleben möglich gewesen war.
Doch Gott antwortete nicht. Statt dessen versank er in der Erde, fand sich in einer dunklen feuchten Erde wieder und kam zurück an das Licht, als Oase. Er fand sich am Wasserloch sitzend vor und sah in der Oberfläche des Wassers grüne Landschaften, Wälder, Seen und Berge, die er nie zuvor erblickt hatte. In ihm wuchs die Sehnsucht, die Wüste zu verlassen.
Da wachte er auf. Er fand sich neben seiner Frau wieder. Er blinzelte, wegen der Tränen die seine Augen verließen, als ob sie es in ihm nicht mehr aushielten. Stumm stand er auf und packte die Koffer. Er würde nicht mehr zurücksehen. Er würde mit seiner Frau zu den grünen Landschaften und Bergen gehen. Sie würden die Wüstenmeere verlassen und tief in seinem Inneren wusste er, dass ein Gott war, den er in seiner inneren Oase sehen konnte.
Tuesday, October 26, 2010
Rabenherz
Am frühen Morgen stieg der Rabe auf. Steil flog er in den Himmel, steigend, steigend - höher empor, bis die Welt klein unter ihm lag und die Kälte in der Höhe ihn frieren ließ.
Der Rabe genoß die Einsamkeit, genoß die Kälte und vergoss, wie er es seinem Vater einst versprochen hatte, eine Rabenträne, für die Vorfahren der Raben, die des Fliegens noch nicht mächtig gewesen waren und die ein härteres, erdgebundenes Dasein hatten führen müssen.
So wie der Vater es vorausgesagt hatte, gefror der Tropfen in der Luft, formte einen Kristall aus und schmolz wieder. Der Rabe, der seiner Träne im Sturzflug auf die Erde begleitet hatte, prägte sich das Muster der Schneeflocke gut ein.
Das ist meine Form, die es nur einmal für einen Raben geben wird solange die Welt besteht.
Als er zur Erde zurückkehrte suchte der Rabe einen einzelnen Baum nahm Platz und stellte sich vor, zum Eiskristall zu werden.
Für einen Moment vergaß der Rabe ein Rabe zu sein. Er wurde eins mit dem Wasser, eins mit der Form und er sah die Welt in Eis getaucht. Bedeckt mit einer gewaltigen Eisschicht, die alles Leben am Boden verdrängt hatte.
In all dieser Ruhe spürte er das schlafende Herz der Erde, das sich nach dem Spielen und Treiben der Lebewesen sehnte, die in warmen Zeiten über ihre Hügel, Berge, Täler, Seen und Auen gingen. Der Rabe spürte ein Teil des schlafenden Herzens zu sein. Dann wachte er auf.
Vom Baum aus konnte er eine Straße sehen auf der Menschen gingen. Er beobachtete sie und erfasste einen Feuerschein. Feuerige Herzen. Die Menschen sind Kinder des Feuers, sie folgen ihm, es nährt sie und es nutzt sie , um die Welt zu verbrennen. Der Rabe stellte erstaunt fest, dass keiner der Menschen um sein feueriges Herz wusste. Das, was den Raben vom Menschen unterscheidet, dachte der Rabe, ist, das wir Raben unser Herz kennen und erforschen. Wir stehen für Liebe und Sehnsucht nach einer Vielfalt des Lebens. Ein Mensch aber sieht nur einen Brennvorrat, wohin er auch schaut. Der Mensch tut so, als ob die Eiszeit nie geendet hätte.
Enttäuscht flog der Rabe auf, flog über die Stadt mit rauchenden Schornsteinen, die Autobahn mit dampfenden Auspuffen, über Kraftwerke und abgeholzte Wälder.
Schließlich landete er auf einem Ast über einem schlafenden Mann, dessen Herz weit leuchtend brannte. Da schenkte ihm der Rabe sein Herz und dachte - mit einem Herzen fängt der Wandel an. Zufrieden schlief er ein.
Sunday, October 17, 2010
Musik der Götter
Kurz vor dem Aufwachen träumte Karl, Harfe zu spielen. Sein Körper war der Klangkörper und einen seiner Arme streckte er aus.
Von diesem Arm entsprangen Fasern, grüne fleischige farbige kräftige Fasern, an denen er zupfen konnte, um zu musizieren.
Wenn Karl eine Faser zog, dann füllte sich sein Inneres mit einem erfrischenden Kinderlachen, und er fühlte Wasser seinen Leib umspielen, während er in der Wanne saß, zusammen mit seinen Geschwistern. Fröhlich lachte er laut auf. Zog er an einer anderen Faser, dann hörte er langsame Musik, während er mit verschlafenem Gefühl entlang der Bluse seiner Jugendfreundin mit dem Kopfe abrutschte und sein Gesicht tief in ihrem warmen Leib zwischen ihren Brüsten stecken blieb, während, die Vibrationen ihres Lachens, des göttlichen Lachens von Anneli ihn an seinen Ohren kitzelte.
So musizierte Karl von Lachen zu Lachen, Faser um Faser, bis er schließlich erwachte, die Harfe verschwand und vor ihm aber deutlich eine Faser lag, die er bislang noch nie bemerkt hatte.
Karl presste die Augen zusammen, schüttelte den Kopf, suchte die Müdigkeit aus seinem Geiste zu verbannen, schloss die Augen fest, riss sie wieder auf - doch die Faser blieb da.
Wem gehörte sie? Karl berührte sie und fand sich in einem fremden Körper wieder. Ein Mensch der Furcht empfand und nicht entdeckt werden wollte. Ein Mensch, der in einem Schrank saß und bibberte. Ein Mensch, den Taschenlampenscheinwerferkegel suchten und der sich in Lebensgefahr wähnte.
Er ließ die Faser los und sie verschwand. Er vergaß die Faser.
Wenige Wochen später träumte er wieder, dass er Harfe spiele. Und als er aufwachte, fand er wieder eine Faser vor, die auf seinem Bett lag. Er nahm sie vorsichtig in die Hand. Sie bog sich, wie ein gummiartiger Wasserfaden und plötzlich fand er sich in einem fremden Körper wieder, nur diesmal hatte er eine Taschenlampe und er suchte sein Medikament, ein Herzmittel, dass ein kleiner Junge wohl mit Bonbon verwechslet hatte. Er hatte Angst sterben zu müssen und genauso viel Angst, dass dem Jungen etwas zustoßen möge.
Wieder verschwand die Faser, aber diesmal vergaß er das Erlebte nicht und er rief im Verlaufe des Tages seinen Vermieter an und fragte nach, ob in der Wohnung je ein herzkranker Mensch gewohnt hätte. Argwöhnisch hatte der Vermieter dies bejaht.
Sein Vater hätte dort gelebt, und wäre herzkrank gewesen. Aber als ein kleiner Junge seine Medikamente mit Bonbons verwechselt und gegessen hätte, da habe sein Vater einen Herzinfarkt erlitten und wäre wenig später in einer Klinik gestorben. Der junge, ein Kind aus der Nachbarschaft, dem habe man den Magen ausgepumpt und damit Schlimmeres verhütet, doch er erzähle diese Geschichte nicht gerne und sie läge auch viele Jahre zurück.
Karl bedankte sich für diese Informationen und staunte über diese Sache. Er wollte Maggi davon berichten. Maggi war der Mensch, den er liebte und den Karl heute um fünf treffen würde. Maggi hatte ihn eingeladen.
Punkt fünf klingelte er bei ihr. Sie gab ihm die Hand, und als er auf seine Hand blickte, da lag da eine Faser, ähnlich denen, die er auf seinem Bett gefunden hatte. Maggi strahlte ihn an und lud ihn in ihr Wohnzimmer ein, wo er sich nachdenklich setzte, während Maggi in die Küche verschwand.
Er berührte die Faser und erlebte ein gefühlstrunkenes aufgeregtes Gefühl der Freude. Karl war da, Karl, den er liebte. Den er liebte? Den Maggi liebte?
Er liebte Maggi auch und diese faserige Bestätigung war einfach schön und ergreifend. Er wünschte sich, er könnte Maggi seine Gefühle auch so schildern, da wuchs aus seiner Hand eine Faser und löste sich von ihm.
Als Maggi reinkam, stand er auf und hielt ihr die Faser hin, als ob sie eine Blume wäre. Maggi war irritiert, kam näher, nahm seine Hand, die Faser verschwand und dann trafen ihre Lippen sich. Warm und fest begleitet von den sanften Reizen ihrer Wangen. Ihm war es egal, was diese Fasern waren. Sie hatten ihm die Augen über Maggi geöffnet und Maggi anscheinend die Augen über ihn. Dankbar glitt er mit Maggi aufs Sofa. Er wünschte sich sie beide wäre Ozeane, die ineinanderflossen - Mann und Frau zur Erde vereint. In einem Glücksgefühl vergaß er alles um sich herum. Fasern, Gefühle und die reale Welt.
Als er am Morgen träumte, da spielte er Harfe auf ihrem Arm. Wie schön Musik doch sein kann. Karl wachte auf undsah eine Faser. Karl akzeptierte es von nun an und fand viel Liebe, wohin er auch ging, wovon er auch träumte.
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