Wednesday, March 21, 2012

Püppi, /Dolly

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Damals wusste ich noch nicht, dass sie den wesentlichen Teil von sich in die Puppeausgelagert hatte, die sie stets mit sich herumtrug. Die Puppe war nicht spektakulär, sie war aus stoff, alt, ausgeblichen und abgewetzt. Die Farben schmutzig rosa, braun und schmutzblau wiesen die Puppe als Müll aus, aber sie war der ständige Begleiter von ihr. Mager, aufmerksame Augen und immer ein wenig gebeugt.

Als ich mich ihr näherte fragte sie, "Magst Du Püppi?"
Überrascht aber ehrlich sagte ich, "ja". Ich mochte Dinge mit Alter, mochte den emotionalen Wert der Vergangenheit.

"Dann ist es gut", lachte sie und fing an zu springen und tanzte ein wenig. Mir fielen die blauen Flecken auf, die sie an den Unterarmen hatte.

"Was hast du denn mit deinen Armen gemacht?", wollte ich wissen.

Abrupt blieb sie stehen und schaute auf ihre Arme. "Püppi beschützt", sagte sie, mit wässrigen Augen. Sie zog die Puppe an sich und kreuzte die Unterarme über ihr.

"Püppi ist sicher", sagte ich, aber der Klang meiner Stimme machte mir meinen Unglauben bewusst. Püppi war nicht sicher und ich wusste nicht warum. Ich wusste nur, jeder Mensch hat die Kraft sich zu schützen, aber nicht jeder Mensch hat die Kraft dies zu wissen.




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At that time I did not know that she had moved essential parts oh her inner being into that doll. Outsourced. She always carried the doll aroundThe doll was not spectacular, it was made ​​of clothc, old, faded and worn. The colors,  dirty pink, brown and stained blue showed that the doll was garbage, nevertheless it was her constant companion. She was slender, alert eyes and always a little bent.

As I approached her, she asked, "Do you like dolly?"

Surprised, but honestly I said, "yes". I liked things with age, liked the emotional value of the past.

"Then it's well," she laughed and started to jump in and danced a little. I noticed the bruises she had on her forearms.

"What did happen to your arms?" I wanted to know.

Abruptly she stopped and looked at her arms. "dolly protected," she said with watery eyes. She pulled the doll to her chest, crossing the forearms over it.

"Dollyi is safe," I said, but the sound of my voice made me aware of my unbelief. Dolly was not sure and I did not know why. I just knew that every person had the power to protect herself, but not everyone had the power to know that.

4 comments:

Irmi said...

Rainer, eine schöne - auch etwas sentimentale - Geschichte.
Manchmal haben wir tatsächlich nicht mehr die Kraft, uns selbst zu schützen. Uns fehlt der Mut dazu. Wir sind müde.
Liebe Abendgrüße schickt
Irmi

Postpanamamaxi said...

Was ist das für eine Welt, so ein Kind seine Seele in eine Puppe auslagern muss, weil sie sich in ihrem eigenen Körper nicht mehr geschützt fühlt?

Und während Menschen wie ich versuchen, Kinder und Erwachsene stark zu machen, damit sie sich selbst schützen können und selbstbeschützt fühlen (das sind zwei verschiedene Dinge, das eine ist das Tun, das andere das Wissen), da sind woanders Menschen damit beschäftigt, Seelen zu schwächen und kaputtzumachen.

Dann werde ich traurig und zornig, und ich weiß nicht, ob ich mehr Zorn gegen solche krankmachenden Menschen hege oder gegen die Gesellschaft im allgemeinen, die ihre Mitglieder nicht ausreichend schützen kann und sowas zulässt.

Ray Gratzner said...

Liebe Irmi,

ja, wenn der Tank sich leer anfühlt und wenn so viel an mir zu hängen scheint, wenn ich meine Mitte verloren habe, dann vergesse ich mitunter mich zu schützen...

Du bist weise liebe Irmi...

Grüße Rainer

Ray Gratzner said...

Liebe Postpanamamaxi,

Du schützt sehr viele Menschen und bist stark. Dein Zorn ist ehrlich und angemessen. Ich denke Du lenkts diese Welt in eine bessere Zukunft zusammen mit Anderen Menschen, die ehrlich ihren Gefühlen folgen...

Liebe Grüße Rainer