Monday, August 4, 2008

Am Wegesrand


Einen Spruch finde ich sehr weise. Der Unterschied zwischen einem Unkraut und einer Blume ist das Werturteil.

Und wieviel dieser Unkräuter wachsen am Wegesrand, genau dort, wo keiner wachsen will?

Manchmal fühle ich mich wie Unkraut, manchmal wie Kraut und mitunter auch wie ein Blümelein, allein ein anderer Mensch werde ich durch die Bezeichnung nicht.

" Aus derselben Ackerkrume, wächst das Unkraut wie die Blume " sagt Friedrich von Bodenstedt. Und so einfach wie die Bemerkung auch zu sein scheint, wir brauchen nicht auf den Blütenpracht der anderen zu schauen, wenn wir doch selber ein Leben lang wachsen können.

Sunday, August 3, 2008

10 Dinge die mich 'happy' machen.


Lucy Lopez vom Blog Lucy's Planet Happiness hat mir ein Stöckchen zugeworfen, das ich hiermit aufnehme.


Liebe Leser, Männer sind einfach gestrickt und so mögen mir die Damen die einfachen strukturierten Freuden meines Lebens nachsehen...

  1. Mich macht es glücklich, wenn ich Kommentare von Euch lese. Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt, wie vielseitig die Kommentare und wie clever andere Leute sind. Mitmenschen sind Reichtum.
  2. Ich freue mich immer, wenn ich ein Feuerwerk sehe. Die gleißenden intensiven Farben, die so fröhlich in den Himmel kriechen und ihre aussichtslose Arbeit beginnen, die Nacht zu erhellen, erfreuen mein Auge und kitzeln meine Seele. Sie platzen auseinander und tropfen verglühend zur Erde zurück...Spaß.
  3. Kinderlachen. Kinderlachen macht mich glücklich, wenn ich es höre und sehe. Das Glück der Kinder ist ansteckend und erinnert mich an viele glückliche Kinderheitsstunden....
  4. Ein neues Buch in die Hände zu nehmen. Den Einband zu fühlen, es das erste Mal aufzuklappen und das Papier zu würdigen, das Druckbild des Textes, alles verheißt Leseglück.
  5. Wenn eine Aufgabe auf der Arbeit erfolgreich abgeschlossen wird, bin ich glücklich. Es ist nie selbstverständlich, das Arbeiten erfolgreich zu Ende gebracht werden können.
  6. Meditation macht mich glücklich. Wenn sich der Fokus der Aufmerksamkeit vom Alltag löst und die Gedanken verstummen erfasst mich ein glücklichen Gefühl....
  7. Ein Gedicht zu lesen, das zu mir spricht, von dem ich spüre, das es dem Dichter gelungen ist, ein Gefühl im Text einzuschließen wie ein Träne in Glas....
  8. Schokoladelutschen macht mich glücklich. Langsam löst sich die Schokolade auf der Zunge auf und läuft vor dem Weg in dem Magen über jede erreichbare Geschmackswarze der Zunge.
  9. Die erste Tasse Kaffee am frühen Morgen macht mich nachhaltig glücklich. Es ist nicht nur das Wecken, durch den würzigen bitteren Geschmack, sondern auch der Duft, der die Nase krault und die einsetzende Wirkung des Koffein.
  10. Neue Gerüchte zu hören, Klatsch und Tratsch und die ewigen stillen Post Spiele der deutschen Wirtschaft, ist Klasse. Besser als die Bildzeitung, spannender als jede Moritat, und erholsamer als eine halbe Stunde beim Masseur.
Wer immer sich von diesem Stöckchen angesprochen fühle, hebe es auf und trage es hinaus in die wunderschöne Blogwelt.

Eine Freundin erzählt, Teil II


"Es verging eine Weile und ich hatte das Fenster zur Ewigkeit schon fast vergessen, weil mich meine Lehrerin mit dem Thema Liebe beschäftigte. Ich sollte den Unterschied zwischen meiner Liebe zu einem Hamster in meiner Kinderzeit und zu meinem ersten Freund in der Pubertät herausfinden. Es läge eine wichtige Einsicht für mich darin, sich mit dem Thema zu beschäftigen, als ob je ein Mann meinem kleinen ersten Hamster das Wasser reichen könnte?"

Ich nickte verständnisvoll, weil mir jetzt nicht wirklich eine vernünftige Reaktion einfiel.
Sie sah mich nachdenklich an während ich nickte. "Hattest Du Tiere? "

Ich schüttelte den Kopf. "Sei froh, dann hast Du wahrscheinlich eine unkomplizierte Pubertät hinter dich gebracht." Wieder nickte ich ohne recht zu wissen, warum ich nickte.

"Dann aber ohne Vorwarnung schnitt meine Lehrerin das Thema Ewigkeit wieder an."

"Wir alle sind gefangen in der Vorstellung einer fortschreitenden Zeit. Und da du Deine Gefangenheit nicht ohne weiteres überwinden kannst, werde ich Deine Zeit auf Erden anhalten.
Und genau so geschah es. Ich war unfähig mich zu bewegen, und was eben noch hell war, wurde dunkel. Wenn die Zeit stehen bleibt, dann bleibt auch das Licht stehen, nichts dringt in dein Auge, das Deine Umgebung erhellen könnte. Aber ich war noch da, mein Bewusstsein war noch da und da begriff ich erst, was sie mir zeigen wollte. Das unsere Bewusstheit, unsere Seele, unser Geist jenseits der Zeit existierte. Na, merkst Du was ich Dir zeigen will, fragte sie mich auf einer Ebene die mich zeitlos erreichte."

"Aber der Zweifel hielt mich immer noch fest gefangen. Was wenn ich einen Sack über dem Kopf hätte, ein betoniert wäre und, und, und."

"Wir werden jetzt langsam das Tempo steigern. Alles begann mit einem Flimmern, Aufflackern und Nachglimmen. Die ersten Lichtstrahlen erreichten mein Auge und es war wie eine tiefschwarze Nacht. Dann tauchte langsam erkennbare Schemen auf und alles um mich herum wurde wieder heller. Ich bemerkte, dass ich einatmete, und dass der Atem sich hinzog und nie zu enden schien. Ich war überzeugt, ich kehrte von einem Moment zurück, an dem die Zeit stillgestanden hatte."

"Als Du am Fenster zur Ewigkeit warst, da hattest Du die Möglichkeit, diesen Schritt aus eigener Kraft zu tun. Du hättest die Zeit angehalten und hättest gemerkt, dass du dich in der zeitlosen Welt bewegen kannst. Wir werden also demnächst wieder aufbrechen um die Ewigkeit zu erforschen, denn wer die Ewigkeit kennt, der kennt keine Grenzen....."

Saturday, August 2, 2008

Was passieren kann, wenn jemandem der Kragen platzt,

wie Elfe es so schön formuliert, kann man bei Hier und Jetzt ein schönes Beispiel lesen.

Friday, August 1, 2008

Des Henkers Tochter


Eines meiner Lieblingsgedichte von Eugenie Marlitt, der das Soziale in ihren Büchern stets ein Anliegen war, auch wenn es nicht jeder hören wollte. Zum Verständnis des Gedichtes bedarf es noch zu wissen, dass früher der Henker als unehrlicher Beruf galt und man seine Ehrlichkeit verlor, wenn man diese Menschen berührte. Seid ehrlich, ist dieses Gedicht nicht zeitlos gültig?

Im Tal wogt Morgennebeldampf,
Der Wald erdröhnt von Rossgestampf.

Aufkreischend fliegt der Vögel Schwarm
Vor Hörnerschall und Jagdalarm.

Laut keuchend über Wiesen setzt
Der stolze Hirsch, zu Tod gehetzt.

Und toller rast das Jagdgetos,
Als wär der Spuk der Hölle los.

Da – aus Gestrüpp und Dickicht tritt
Ein Mägdlein, scheu, mit zagem Schritt.

Ein Kind, so zart und wunderhold,
Mit süßem Blick, mit Lockengold,

Ein Friedensbild in heißer Schlacht
Ein Stern in stürm'scher Wetternacht. –

Rings prasselt's durch Gebüsch und Dorn
Und weithin schmettert gell das Horn.

Her braust der wilde Jägertross,
Voraus der Graf auf mächt'gem Ross...

Er hält – es schweigt die tolle Jagd...
Doch scheu entflieht die schöne Magd.

"Wie, Rosenpracht im Waldrevier?
Blüht solche süße Blume hier?"

Er springt vom Ross und hält geschwind
Im Arm das tieferschrock'ne Kind.

Und wie er an es schaut entzückt,
Da naht ein Alter, tiefgebückt.

Und stammelt bebend auf den Knien:
"Herr, lasst mein Kind des Weges ziehn!"

"Der Henker...! wie, – des Henkers Brut
Hat an der Brust des Herrn geruht!"

So tobt der Tross... der Graf erblasst,
Stösst fort die Magd in feiger Hast...

"Die schnöde Schmach sühnt nur ihr Blut!"
So ruft ein roher Knecht voll Wut.

Und schnellt den Pfeil in grauser Lust
Dem Mädchen in die weiße Brust...

Ein geller Schrei – fort jagt der Tross,
Voran der Graf auf mächt'gem Ross...

Und als das Rossgestampf verhallt,
Da wird es still im tiefen Wald. –

Nur schwaches Todesröcheln tönt
Und Vaterfluch zum Himmel stöhnt...

Zur Sonne steigt der Fluch empor...
Die strahlt und lächelt, wie zuvor.

Die Blumen blühen lustig fort
Am blutgedüngten, grausen Ort.

Frei zieht der Mörder; seinen Knecht
Beschützt des Herren Macht und Recht...

"So stirb, mein Kind! Dein Tod entsühnt,
Dass du zu leben dich erkühnt!"