
Es ist ja schon ein Selbstgänger. Immer wieder lese ich in der esoterischen Blogosphäre, dass der Mensch mit seinen Gedanken seine Welt schafft. Klingt gut, klingt mächtig. Ich denke etwas, und dann wird es Wirklichkeit - alles nur eine Frage der Zeit....
Von wem haben wir aber die Worte und verstehen wir alle dasselbe unter diesen Worten? Ihr kennt es bestimmt auch, dass ihr ein Gefühl in euch wahrnehmt, und ihr habt dafür kein Wort. Weil es dafür kein Wort gibt, ist es schwer anderen zu erklären und diesem realen Gefühl, kann die Wirklichkeit nur wortlos folgen.
Immer wenn ich die Gedanken anhalte, die Welt fühle und auf meine Reise gehe, dann ist da immer etwas, für das mir das Wort fehlt. Heilende reinigende Liebe mögen sinnvolle Worte sein, aber wie soll ein Mensch dasselbe wie ich fühlen, wenn er diese Zusammenstellung von Worten nie benötigt hat?
Die Wirklichkeit steckt in den Ritzen der Worte, die Bedeutung der Welt fällt durch das Netz der Sätze, purzelt in die Unendlichkeit durch die Zwischenräume der Worte. Und selbst wenn wir jeden Tag ein neues Wort erfänden, wäre dann schon das Wort dabei, dem die Energie folgen könnte eine neu bessere Welt zu schaffen....?
Worte können der Kleister sein, der auf den Augen unserer Erkenntnis klebt. Worte können uns von einem Kleister lösen und uns an eine andere Stelle führen. In die Ritzen schauen, die Einmaligkeit und Unvergleichbarkeit der Erfahrungen jedes Menschen spüren, das müssen wir schon selber. Ob wir es wollen oder nicht, wir sind einmalig und allein, auch wenn die Sprache uns eine gemeinsame Welt suggeriert. Unsere wirkliche Arbeit fängt an, wenn die Worte verklungen sind...