Thursday, December 31, 2015

Viele Menschen leben ein Leben der Konkurrenz. Sie richten Ihr Handeln an Ihrer Einschätzung aus, dass sie etwas haben, tun, erleben, was besser ist als das, was andere tun und erleben. Sie sind die fleischgewordene Konkurrenz, deren Lebensfreude eigentlich Schadenfreude ist.

Begleitet und gewürzt wird dieses Temperament mit Angst vor Verlust - weil der Verlust die selbst erdachte Rangreihenfolge schnell mal in Unordnung bringen könnte.

Dabei ist mal eines klar, sobald ich nur tue, was mir Spaß macht und was mein Herz ernährt, da ist mir doch egal, ob andere dasselbe oder das Gleiche tun - oder? Da geht jede Konkurrenz an mir spurlos vorbei, weil ich mich wohlfühle so wie ich bin und lebe.

Wo immer ihr seid, folgt eurem Herzen, egal was das soziale Ranking sagt, egal wieviele Leute euch eine Konkurrenz anbieten.

Wenn das 300PS Auto auf der Autobahn das 40 PS Auto schneidet,
wenn die 1te Klasse im Zug leer ist, während in der 2ten Klasse kein Stehplatz mehr zu finden ist,
wenn Dir jemand den Parkplatz wegschnappt - egal. Auf die Herzen kommt es an. Ein liebevolles Herz konkurriert nicht.


Liebe Grüße Ray


Sunday, October 19, 2014

Erwartungen

Das was eine Gesellschaft zusammenhält, sind die Erwartungen der Anderen. Das wovor die Gesellschaft sich am meisten fürchtet ist, dass der Einzelne seinen Erwartungen folgt.

Saturday, October 18, 2014

Das schwarze Aquarium

Im schwarzen Wasser treiben Leuchtfischchen hin und her.

Die meisten schwingen im Takt der Dünung.  

Viel schwarzes Wasser nimmt den Fischen die Sicht auf sich selber.

Andere Fischchen haben geheimnisvolle Blasen um sich herum geschaffen. 

Das schwarze Wasser beeinträchtigt so weniger ihren Weg durch das feuchte Umfeld.  

Sie scheinen nach innen zu blicken.  

Das Innen gefüllt mit mildem sanften Licht.  

Unbeirrt spucken sie unermüdlich schwarzes Wasser aus, das von so vielen Fischchen, um sie herum so eifrig aufgenommen wird, bis die Trinkenden ganz dunkel geworden stehen bleiben. Keinen Weg erkennend stehen sie zu Tausenden und Abertausenden dicht nebeneinander gepackt und warten, dass es Licht wird. 



                                           Bild: Gerd Altmann Aus Freiburg, Deutschland





Tuesday, May 13, 2014

Der Wind der Absicht

Für die Einen ist es
Lästig
Für die Anderen
Eine Last

Stete Brise, richtet aus
Blicke folgen - ungewollt
Der Absicht

Wohin ich auch wandere
Der Wind war dort
Wo immer ich ruhe
Stürmt er

Ab Sicht


Tuesday, April 23, 2013

Eines Tages ging der müde Krieger raus,

Liebe Blogleser, Eure Kommentare beantworte ich noch, versprochen. Noch gehe ich durch die Ascheschlucht, auf das Wasser wartend, das Wasser, das schon geflossen ist, dessen Rauschen ich bereits hörte.


Linie, da war mal einer, der fühlte sich an wie ich, der mal einen kannte, der fühlte sich an wie er...eine Kette gespannt vom hier bis...Danke an Dich, der Du mir vorausgegangen bist, danke Deinem Vorgänger, Danke.




Eines Tages ging der müde Krieger raus, weil die Gewohnheit ihn verurteilt hatte, wieder nach draußen zu gehen. Kaum hatte er die Schwelle seiner Tür überschritten, da gesellte sich der Geist zu ihm. Der Geist ließ sich nicht, wie der müde Krieger, vom Alltag täuschen. Er wusste, er kannte den, den er da aus dem Hause traten sah. Warte nur, sagte der Geist, ich werde Deine Gewohnheit nehmen und werde sie Dir entreißen, um die Müdigkeit für immer zu vertreiben.

Der Geist fuhr in den müden Krieger und entzündete das laue Herz mit dem Feuer der Liebe und dem Zauber des Vergessens. Die Hände waren voller Liebe, der Atem war erfüllt mit Liebe, die Augen waren getaucht in Sehnsucht. Der Fuß entschlüpfte dem Schuh und der nackte Fuß berührte heilige Erde.

Und wo der Fuß die Erde berührte, da öffnete sich die Erde und eine makellose Perle kam zum Vorschein. Die Perle war so schön, dass der müde Krieger sie nicht anschauen konnte ohne das ihm die Tränen kamen. Seine Tränen waren schier unerschöpflich.

Er beugte sich und nahm die Perle in die Hand. Da war ihm, als wanderte die Perle durch seinen Körper und blieb mitten in seinem Herz stecken. Und das Herz las ihm laut vor, was auf der Perle stand.

Die Tage, die Du Dein nanntest
Sie kehren nicht wieder.
Aber jede Träne, 
Die Du beim Anblick der Schönheit vergossen hast,
Schenkt Dir auf Ewigkeit
Ein empfindsames Herz.


Der müde Krieger nickte und setzte sich an dem heiligen Orte nieder. "Ach", sagte er, "ach wie oft bin ich schneller gegangen anstatt bei meinem Herzen zu verweilen. Der Kopf ging seine Runden, doch mein Herz blieb zurück."