Saturday, July 5, 2008

Uniformität


Schule und Gesellschaft haben Erwartungen in uns hinein gepresst. Sei ein guter Arbeiter, ein guter Vater, ein guter Kirchgänger, ein guter Soldat, ein guter Steuerzahler, halte das Maul, wenn du arbeitslos bist. Wir müssen uns reinigen von all diesen Erwartungen, bevor wir die Stimme unserer Erwartungen an uns selbst laut und deutlich vernehmen können.

Eine individuelle Stimme, die uns auf unseren Weg bringt, den keiner so geht und auch kein anderer gehen kann. Wir Menschen ergänzen uns durch Vielfalt und nicht durch Gleichartigkeit. Wer wollte seinem Klon überall begegnen, der ständig das Gleiche sagt, das Gleiche trägt.

Vielfalt, Vielfalt du mein Vergnügen.

Und um die Vielfalt zu genießen, müssen wir uns die Kraft zum Genuss geben.

Uniformität der Gruppen fordern Preise. Minderheiten werden von anderen Gruppen verfolgt, die sich selbst zur Norm erheben möchten.

Vielfalt ist das Vergnügen der Weisen.

Wenn ich die Vielfalt heute begieße und fördere, dann sprießt der Garten des Lebens.

Wenn ich mit dem Unkrautflämmer die Vielfalt auslösche, blicke ich auf eine überschaubare Steinwüste. Ich bin dann nicht mehr bereit in mir eine Vielfalt zu vermuten oder zu zu lassen. Ich knechte mich, um andere zu knechten. Nein. Ich heiße die Vielfalt in mir und anderen willkommen.

Vielfalt ist Kraft - Vielfalt ist Vergnügen.

Friday, July 4, 2008

Sinn des Lebens


Jeder uns hört irgendwann in seinem Inneren die Fragen. Was ist der Sinn des Lebens? Was ist der Sinn meines Lebens? Wem anderen stünde das Recht zu, diese Fragen zu beantworten, als jedem Menschen persönlich? Und wenn wir in uns hinein lauschen, dann hören wir Antworten. Antworten, die uns vielleicht in Konflikt mit unserer Umwelt bringen, weil wir nicht den Erwartungen unserer Freunde, unseres Arbeitgebers, unserer Eltern entsprechen.

Der Sinn meines Lebens ist einfach: Leben. Bewusst Leben. Erfahrungen machen. Veränderungen erfahren. Schaue, atme, rieche, fühle, begreife, träume, meditiere - mäandere im Strom der Unendlichkeit und leuchte mit meinen Fasern die Unendlichkeit aus. Ich bin die Fackel, die das Dunkle sucht um mein Licht im Spiegel zu finden, dass ich stets nur einmal finden kann. Noch erfüllt mich der letzte Blick, derweil das Neue an meinen Sinnen zerrt.

Thursday, July 3, 2008

Vielfalt


Vielfalt und ständige Bewegung sind die Kennzeichen einer realen Welt, in der die Gemeinsamkeiten aller Menschen verschwinden, je näher wir den Menschen kommen. Umgekehrt werden die Gemeinsamkeiten größer, je weiter ich mich von den Menschen entferne. Doch diese Gemeinsamkeiten sind keine Gemeinsamkeiten für die einzelne Person, denn den Reichen interessiert es nicht, ob er genug zu essen hat. Das ist selbstverständlich für ihn.

Spirituelle Wege sind individuelle Wege, die im Einzelnen sehr verschieden sind, und je weiter ich mich von den einzelnen Menschen entferne, umso mehr Gemeinsamkeiten der Wege tauchen auf. Und doch haben wir es mit einer babylonischen Wegverwirrung zu tun, den nicht einer von uns wandelt im spirituellen Weg eines Anderen. Und wenn einer von uns den Anderen das erzählen will, dann hat er ein Interesse daran, die Menschen aus ihrem individuellen spirituellen Weg zu lösen. Für den Zehnten löst z.B. die Kirche seit Jahrhunderten Menschen aus ihrem persönlichen individuellen Weg.

Ich habe einen besonderen spirituellen Weg. Ich kann heute anfangen ihn zu beschreiten. Ich kann heute damit aufhören, ihm zu folgen. Kraft und Energie tanke ich, in dem ich keine vorgefertigte Meinung von meinem Weg habe. Würde ich seinen Ausgang schon kennen, dann wäre mein Weg zu Ende. Vielmehr irre ich mich jeden Tag, (ent)-täusche ich mich jeden Tag, findet meine Energie ihren Weg. Wenn ich den Verlauf meines Weges nicht kenne, welchen Sinn hat es über seinen Verlauf mit Anderen zu streiten? Wenn ich den Verlauf des Weges der Anderen nicht kenne, welchen Sinn hat es mit Ihnen über ihre Route zu streiten? Genieße den Weg, genieße die Erfahrungen der Anderen, solange Du lebst ist Deine Reise nicht vorbei und Dein Wissen genauso klein wie zu Beginn deiner Reise.

Wednesday, July 2, 2008

Andere Menschen erreichen


Vielfalt der Farben am Wasserfall

Wenn ich Menschen erreichen möchte, dann muss ich mich damit beschäftigen, was diesen Menschen wichtig ist. Und ist das, was diese Menschen beschäftigt dasselbe, was mich beschäftigt?

Ich denke nein. Nur auf einer ganz allgemeinen Ebene sind die Interessen aller Menschen gleich. Wir möchten geliebt werden, möchten satt sein, möchten gesund sein, frei von Sorgen. Wenn ich den Menschen verspreche, ich kenne einen Weg, der dich satt macht, der dir Liebe bringt, der dich von Sorgen befreit, dann habe ich ihre Aufmerksamkeit.

Und doch erreicht jeder Gesundheit auf einem anderen Weg. Schon die Krankheiten sind unterschiedlich und es gibt kein Allheilmittel. Schon die Sorgen sind anders, und es gibt kein Patentrezept, schon die Menschen sind anders und es gibt nicht den Typ Mensch, den alle lieben können.

Andere Menschen zu erreichen, ist überlebenswichtig für jeden Einzelnen von uns, denn wer kann heute als Einsiedler in einer modernen Gesellschaft überleben? Einige tun es - sie ziehen in den Wald und leben dort Monate. Das ist nicht jedermanns Sache und Geschmack. Andere Menschen erreichen wird dann einfach, wenn wir akzeptieren, das kein Einziger von uns dem Anderen gleicht. An so viel Verschiedenheit kann ich keine Erwartungen knüpfen, denn das würde bedeuten, die Vielfalt zugunsten einer angeblichen Berechenbarkeit der Menschen aufzugeben.

Alle Menschen, und wenn sie auch im Alltagstrott daherkommen, sind schlafende Vulkane, in denen die Individualität von einem Moment zum anderen ausbrechen kann. Indem ich nichts erwarte, verliere ich nicht beständig Energie in Enttäuschungen. Sondern mein Weg wird reich gesegnet mit Überraschungen aus Ecken mit denen ich nie gerechnet hätte.

Erwarte nichts - liebe die Vielfalt!

Tuesday, July 1, 2008

Positiv zieht Positiv an?



Bild: In der Natur fließt die negative Ladung in Richtung positiver Ladung.

Viele Menschen glauben es, wenn sie ihre positiven Gedanken auf die Welt richten, dann kommt etwas Positives aus der Welt zu ihnen zurück. Diese Vorstellung ist schön für mich, weil es mir das Gefühl der Kontrolle über mein Leben zu geben scheint. Und doch gibt es Menschen in der Welt, denen ich so egal bin, dass sie sich für mich nicht einmal aus ihrem Sessel erheben würden, um mir zu zu hören. Diese Menschen erreiche ich nicht mit meinem positiven Denken, weil sie nicht offen für mich sind. Ich sende nicht auf ihrer Wellenlänge.

Positives zieht Positives an. Das ist sicher richtig. Aber mal Hand aufs Herz. Wer glaubt eigentlich daran, dass Menschen mit negativer Energie nicht ebenso von positiver Energie angezogen werden. Ich nicht. Der Trick des erfolgreichen positiven Denkens liegt meiner Meinung nach darin begründet, ein Bild von sich zu haben, dass man vor Anderen schützt. Jeder individuelle Mensch, ist ein Mikrokosmos an Energie und das was jeder von uns täglich in die Welt entlässt, ist nur ein Bruchteil der Lebensenergie, die uns zu Gebote steht. Es ist stets wenig Energie von Anderen die auf viel Energie von uns in unserem Inneren triftt. Deswegen bin ich in meinem Inneren unbesiegbar und kann meine inneren Bilder von mir schützen. Schützen vor dem Zugriff negativer Menschen und doch habe ich die Welt damit nicht verändert, ich halte nur Kurs auf meinem individuellen Lebensweg, anstatt mich einzureihen, in den Sinn des Lebens von der Stange, für den jeder zahlen muss, auch wenn er mir das Gefühl von Sicherheit vermittelt.

Wenn ich positiv denke, dann denke ich positiv über mich, dann fühle ich meine Positivität, dann habe ich positive Absichten mit mir, und lasse keine negativen Energien von außen zu, denn ich habe in mir einen energetischen Heimvorteil und den sollten wir alle nutzen, in dem wir positive Vorstellungen von uns kultivieren.