Monday, April 20, 2009

Glück


"Tausend und abertausend Ströme fließen ins Meer,
aber das Meer ist nie voll -
und könnte der Mensch Stein zu Gold verwandeln,
sein Herz ist nie zufrieden."

Aus China

Seit den 50 er Jahren hat sich der Wohlstand der Deutschen ungefähr vervierfacht, aber die Zufriedenheit und das Glücksempfinden sind nicht gewachsen. Wohlstand hat uns nicht glücklicher gemacht, weil wahres Glück von innen kommen muss.

Im Vergleich mit der ganzen Welt bringen Wohlstand und Bildung zumindest Gesundheit und so sind die Deutschen im Vergleich mit ärmeren Ländern glücklicher.

Sunday, April 19, 2009

Und immer wieder geht die Sonne auf ....



Ist die Liebe, die wir Kindern geben, nicht dieselbe Liebe, die wir uns geben, wenn wir uns klein und ohnmächtig fühlen?

Erst wenn ich mein inneres Kind annehme, ohne es formen zu wollen, habe ich die Kraft ein Kind zu lieben. Wir sollten jedem Menschen erlauben sich unabhängig vom Alter kindisch zu benehmen. Diese Toleranz ist ein Wegweiser in eine liebevollere Welt.

Ich bin jetzt weg, zum Spielen......

Saturday, April 18, 2009

Der arme Heinrich


In den 90 er Jahren des 12ten Jahrhunderts schreibt Hartmann sein Werk, der arme Heinrich.

Heinrich, ein Ritter dem das Schicksal alles in die Wiege gelegt hat, was ein Ritter sich wünschen kann, ein angenehmes Äußeres, Güter, Reichtum, Kraft und Ehre wird vom Aussatz befallen.
Er macht eine Krise durch, als er erkennt, dass das schöne Leben nun vorbei ist und es keine Heilung für ihn geben wird. Er besucht die Ärzte seiner Zeit. Fährt nach Montpellier und nach Salerno aber niemand macht ihm Mut, dass er je wieder geheilt werden kann.

Ausser, so erfährt er in Salerno, wenn er eine Jungfrau fände, rein und unberührt, die freiwillig für ihn aus dem Leben scheiden will. Mit dem frischen Herzblut kann er vom Aussatz geheilt werden. Heinrich ist klar, das macht keine Frau freiwillig und so fügt er sich in seine Krankheit und verschwindet von der Bildfläche.

Der arme Heinrich zieht zu einer Bauernfamilie. Die haben eine achtjährige Tochter, die aus Liebe für den Herren nach drei Jahren anbietet, sich gerne töten zu lassen. Sie setzt sich mit guter Rhetorik gegen ihre Eltern durch und redet dabei nicht wie ein Kind, sondern wie ein Mann des 12.ten Jahrhunderts, wenn sie u.a. anführt, dass sie nie in Gefahr geraten kann, der unreinen Fleischeslust zu verfallen wenn sie jung stirbt. Als Jungfrau kennt sie die Fleischeslust noch garnicht.

So denken nur Männer aber keine Kinder.

Gut, alle wollen dem Kind ausreden, dass es töten lassen will, aber die Kleine ist fest entschlossen, da das Leben ihres Herrn wertvoller sei, als das ihre. So fährt Heinrich mit ihr nach Salerno. Der Arzt geht mit ihr in ein Zimmer, wo er sie nackt auf einem Tisch festbindet und ein langes Messer wetzt, um ihr das Herz herauszuschneiden.

Der arme Heinrich erspäht durch ein Loch in der Wand die nackte Schöne und jetzt bringt er es nicht mehr übers Herz, dass diese Schönheit ausgelöscht werden soll. Er bricht die Prozedur ab und fährt zurück nach Hause. Das Mädchen ist erbost und nennt sowohl den Arzt als auch den armen Heinrich einen Feigling.

Gott aber gefällt das Verhalten des armen Heinrich und so wird er vom Aussatz geheilt. Nun setzt er durch, das er die Bauerstochter zur Frau nimmt und sein Leben wird schöner als je zuvor.

Das für mich faszinierende am armen Heinrich ist die unverbrämte Darstellung, wie Männer von Frauen Opfer erwarten. Und das es in der westlichen Kultur im Mittelalter das Denken gab, Jungfrauen hätten heilerische Kräfte. Eine Vorstellung die in Afrika vielen Jungfrauen den Beischlaf mit Aids-kranken Männern einbringt, die glaubt eine Jungfrau würde sie von Aids heilen.

Ich persönlich glaube nicht an die Kraft der Jungfräulichkeit und glaube bestimmt, dass Frauen, die eine freie Sexualität leben dürfen und von denen wir nicht erwarten, dass sie sich beständig für Männer opfern sollen, die wahre Kraft in unser aller Leben sind. Allerdings der arme Heinrich ist eine Mär, wie sie auch heute noch das Herz von vielen Männern erwärmt....

Friday, April 17, 2009

Ist dieses Gedicht nicht wie eine Meditation?

Eduard Mörike dichtete:
Im Frühling

Hier lieg ich auf dem Frühlingshügel
Die Wolke wird mein Flügel,
Ein Vogel fliegt mir voraus.
Ach, sag mir, alleinzige Liebe,
Wo du bleibst, dass ich bei dir bliebe!
Doch du und die Lüfte, ihr habt kein Haus.

Die Wolke wird mein Flügel, ich wandere im Geiste mit der Wolke mit, erfüllt von einem tiefen Gefühl der Liebe, wie es ich bei mir in der Meditation stets einstellt, wenn ich loslasse. Der Vogel zeigt mir den Weg sich mit allem zu verbinden...dass keinen festen Ort hat...


Der Sonnenblume gleich steht mein Gemüte offen,
Sehnend,
Sich dehnend
In Lieben und Hoffen.
Frühling, was bist du gewillt?
Wann werd ich gestillt?

Der Frühling ist eine kräftige Metapher für den Aufbruch in neue Erkenntnisse, entpannt und offen freue ich mich sehnend, und dehne meine Wahrnehmung hoffnungsfroh aus.
Die Wolke seh ich wandeln und den Fluss,
Es dringt der Sonne goldener Kuss
Mir tief ins Geblüt hinein;
Die Augen, wunderbar berauschet,
Tun, als schliefen sie ein,
Nur noch das Ohr dem Ton der Biene lauschet.

Der Energiefluss wird fühlbar, das Licht ist lieblich wie die Liebkosung eines Kusses, die mich bis ins Mark hinein durchdringt. Hingabe lässt mich fließen ich verliere mich im Gehör...

Ich denke dies und denke das,
Ich sehne mich und weiß nicht recht, nach was.
Halb ist es Lust, halb ist es Klage.
Mein Herz, o sage,
Was webst du für Erinnerung
In golden grüner Zweige Dämmerung?
Alte unnennbare Tage.

Schließlich startet der innere Dialog erneut...Das Einssein wird zur Erinnerung goldgrüne Energiefäden heilen Seele und Körper. Wie schön das die Dichter auf den Flügeln der Götter reisen....

Sunday, April 5, 2009

Dramen und Tragödien nur für Könige

Das Wissen um die Gleichheit aller Menschen, die bei der Meditation erworben werden kann, ist kein allgemeines Erfahrungsgut.

So waren in der Literatur und der Rhetorik Tragödie und Pathos den Fürsten und Königen vorbehalten. Die Menschen lebten in einer Ständegesellchaft, die ihren Ausdruck in der Kunst fand. Erst die bürgerliche Revolution, nimmt den Königen das Privileg der Tragödie und siedelt sie auf der Erde bei den Bürgern an. Lessing wird mit seinem bürgerlichen Trauerspiel Miß Sarah Sampson als Wendepunkt in Deutschland angesehen....

Wir alle lernen langsam und mehr und mehr, was Gleichheit bedeutet. Die bürgerliche Revolution (1848) brachte Rechte und Freiheiten nur für Besserverdienende... Das Wahlrecht hatte nicht alle... Bis es dann alle Männer besaßen (1871) und später einmal auch die Frauen (1919 -1939, 1949 -....).

Aber wir sind noch lange nicht am Ende der Reise angelangt. Wahre Gleichheit muss noch viele allgemeine Sichtweisen überwinden lernen, bevor wir Menschen einfach nur als Menschen wie Du und ich wahrnehmen....