Thursday, January 7, 2010

Am Tag als die Groschen fielen ( Gedicht)






In deinem Leuchten
Rauscht das Gold
Blitze spielen verträumt
Am Rand Deiner Ewigkeit

Deine Liebe tränkt das Licht
Nährend und gütig
Unebirrt schreitest Du
durch schwarzgiftigen Nebel

ohne Laut weicht das Böse zurück



Wednesday, January 6, 2010

Der Weg der zwei Steine


Der weise Mann zauderte nun schon zwei Tage. Stundenlang stand er vor den Steinen, die markant mitten auf dem Weg lagen. Es waren gewöhnliche Steine, größer als ein Kiesel, kleiner als ein Straußenei und gefleckt waren sie, wie Mischlingskatzen.

In Ruhe stand der weise Mann da, nur um sich wieder zu setzen und schließlich zur Nachtzeit sogar ein Nickerchen am Wegesrand zu machen. Schließlich kam sein besorgter Schüler zu ihm, der den Meister vermisste.

"Meister, wo bleibt ihr. Wir sorgen uns um euch."

"Ach sorgt dich nicht um mich du Dummkopf, bemitleide lieber diese Steine. Was für ein Drama!"

"Wieso Drama, welche Steine meint ihr."

"Ja, siehst du es denn nicht, sie liegen da, sie lieben sich und während sie sich einander annähern, darf ich sie nicht stören, es könnte Jahre oder Jahrhunderte dauern, bevor sie sich wieder so nahe kommen."

Sein Schüler kratzte sich am Kopf. "Warum geht ihr nicht um sie herum? Ich sehe gar nichts."

Der Schüler ging auf die Steine zu, aber der Meister ergriff seinen Arm. "Wage es nicht, die Liebenden zu stören."

Derweil kamen zwei Spaziergänger des Weges, die mitten durch die Steine hindurch gingen."

"Seht ihr, seht ihr Meister. Die beiden haben die Steine gestört, nun können wir nach Hasue gehen."

"Du bist so dumm, dass die Steine weinen würden, wenn sie es könnten. Wie sollen zwei Menschen einen Stein stören."

Der Schüler setzte sich. "Ihr seid ungerecht Meister. Euer Spiel ist willkürlich. Macht ihr das nur, um mich mit nicht nachvollziehbaren Vorschriften zu quälen. Ich bin ein Mensch, wie die Spaziergänger, warum darf ich nicht zwischen den Steinen durchlaufen?"

Der Meister setzte sich und lächelte. "Ganz einfach, die Steine sehen die Menschen nicht. Du als mein Schüler bist aber kein Mensch. Du bist ein Stein, du bist ein Bach, der Himmel oder die Wiese und also sehen die Steine dich."

"Nun gut, dann lasst uns umkehren und einen weiten Bogen machen."

"Nein das geht auch nicht, denn einer der liebenden Steine bin ich. Geh lieber und hole mir etwas zu trinken."

Der Schüler versorgte den Meister mit Essen und Trinken während der nächsten zwei Wochen. Dann eines Morgens, im Frühnebel, sah der Schüler den Meister über den Weg hin und herschreiten. Glücklich lief er auf den Meister zu und umarmte ihn. Doch der Meister entschwand und stattdessen stand der Schüler direkt vor einem der beiden Steine und er fühlte Liebe für diesen Stein, wie für ein junges Mädchen."

Da  trat der Meister aus dem Nebel und gähnte. "Komm, ich habe Verantwortung für dich, du solltest nicht jede Frau sofort nehmen."

Schüler und Meister gingen nach Haus. Zu Hause angekommen fragte der Schüler, "Wie seid ihr so schnell verschwunden?"

"Nun", sagte der Meister, "nicht ich bin verschwunden, sondern Du bist zum Stein geworden und hätte ich dich nicht abgeholt, du wärest vielleicht Jahre fort gewesen. Doch nun bist Du ein Freund der Steine. Liebe sie und sie werden dir so manches Mal den Weg weisen."

Es war nicht das letzte Mal, das der Schüler den Meister für wirklich durchgeknallt hielt.

Tuesday, January 5, 2010

Pornografie


"Wein, Weiber und Gesang und ne zünftige Keilerei,
das macht ein Kaninchen erst zu einem richtigen Kaninchen.
Ihr Weicheier"


Das Internet überschwemmt uns mit Pornografie. Pornogoogleseiten helfen dem gestressten, an Zeitmangel leidenden Mann, die Filme zu sehen, wie er hofft, dass Frauen wären? Allzeit bereit und nur interessiert an der einen männlichen Körperregion.

Ob manche Männer Wünsche an das Universum verschicken, um eine solche Frau zu finden? Was passiert mit uns Männern, wenn wir unsere Träume an Illousionen ausrichten?

Wir erleben den Mangel und werden zu hungrigen Geistern. Rastlos verbluten wir in sinnlosen Träumen und erscheinen nicht am Ort unseres Schicksals.

Monday, January 4, 2010

Sand




Sie mochten wohl stundenlang oder eine Ewigkeit durch den Sand gelaufen sein. Er war durstig, die Sonne schien bis tief in das Knochenmark zu scheinen und er hatte nicht mehr die Kraft irgendeinen Gedanken zu fassen. Er war Sand, innen und außen - nur Sand und nur wenig schien noch zu fehlen, dass er auseinanderrieselte und Ruhe fand als Teil dieser mächtigen Düne, über die er gerade schritt.

"Komm", sagte sein Führer, "lass uns setzen. Es ist jetzt genug, du fängst langsam an Verbrennungen zu zeigen."

Er setzte sich und in seinem Inneren schwankte es weiter, so als ob er mit unsteten Schritten Meter um Meter in einer sinnlosen unendlichen Wüste weiterschreiten würde.

"Du bist hier im Ego des modernen Menschen. Es gibt kein Leben mehr, keine Gnade, nur Glut und Verbrennung. Die Welt wird brennen solange das Ego diese Form hat. Wir brauchen wieder den Regen und die Saat, wir brauchen Platz für andere Lebewesen..."

Er blickte sich um. "Ist mein Ego auch so?", fragte er erschöpft.

"Ganz genau so, du bist ein Kind der Wüste, Du schwitzt in der Sonne während du im Sand der Belanglosigkeiten versinkst. Lass das das Geschäft der anderen sein. Suche Wasser und rette zumindest eine Welt."

"Welche?"

"Deine."

Die Sonne brannte auf ihn nieder und der Wind blies ihm Sand ins Gesicht. Seine Seele wollte aufbrechen, doch seine Hände gruben nach Wasser.

Sunday, January 3, 2010

Das Labyrinth der Vielfalt


Edelweiß - Blume der Weisheit?

Manche Männer sind immer auf der Suche. Sie sammeln Weisheit, Wissen, Erkenntnisse. Wie eine Biene wandern sie von einer Blume der Weisheit zur Nächsten ohne Ruhe und ohne Rast.

Wer viel weiß, wird irgendwann achtlos gegen die Wunder, die einem direkt vor der Nase sitzen. Nichts kann mann(n) mehr schätzen, würdigen oder genießen. Es müssen größere Blumen, neuere, unbekannte Geschöpfe der Vielfalt sein, die den Wissensdurst noch befriedigen können. Auf der Suche nach der letzten, alles umschließenden Erkenntnis verliert sich der Sinn der Suche in der Vielfalt der Eindrücke.

Der Mann stehte vor einer gigantischen unlösbaren Aufgabe, das aus tausend Antworten tausend mal Tausend Fragen wuchsen und nun das Leben schwer und kompliziert erscheint.

Bis... Bis irgendwann die Suche verweilt. Wie ein umgekehrter Trichter werden wenige Objekte immer wieder neu entdeckt und siehe da, die letzte Weisheit findet sich auf jedem Weg, sei er auch noch so klein.

Und bliebe von der Erde eines Tages nur ein Staubkorn, es trüge mit sich, die Weisheit der gesamten Mutter Erde.