Saturday, May 5, 2012

Worte sind vielfältig

In meinem letzten Post hatte ich Lao Tse frei zitiert, d.h. nicht mit Anspruch auf Genauigkeit - zumal ich seine Muttersprache nicht kenne. Ich habe mal im Internet nach unterschiedlichen Fassunge gesucht und fand eine ganz schöne Vielfalt, die mich glauben lässt, dass die unmittelbare Erfahrung durch Meditation und Praxis nie durch das Bücherlernen geschlagen werden kann, denn Worte sind wie das Wellenmuster auf einem See, nichts fasst wirklich die Realität.


Übersetzer: Anonym
Wer den anderen überwindet, ist mächtig
Wer sich selbst überwindet, ist unerschütterlich


Übersetzer: Backofen
Kraft beweist, wer andre zwingt,
Art jedoch, wer sich selbst bezwingt.


Übersetzer: Luetjohann
Andere zu bezwingen erfordert Kraft;
Sich selbst bezwingen erfordert Stärke.


Übersetzer: Fiedler
Wer andere besiegt, ist stark; wer sich besiegt, ist groß.


Übersetzer: Freistetter
Die anderen zu besiegen zeigt deine Kraft.
Doch dich selbst zu besiegen wird erst alles bezwingen.


Übersetzer: Geldsetzer
Wer Menschen überwindet, hat Kraft. Wer sich selbst überwindet, ist stark.


Übersetzer: Gerstner
Wer andere Menschen besiegt, hat Kraft. Wer sich selbst besiegt, gibt sich Mühe (ist stark).


Übersetzer:Hundhausen
Wer Andre zwingt, muß Stärke zeigen,
Wer sich zwingt, dem ist Kraft zu eigen.


Übersetzer: Jerven
Andere bezwingen verlangt Stärke /
Sich bezwingen verlangt Durchdrängung.


Übersetzer: Kirchner
Wer andere überwindet ist stark
wer sich selbst überwindet ist mächtig


Übersetzer: Stephen Mitchell
Herr zu sein über andere bedeutet Stärke;
Herr zu sein über sich selbst bedeutet wahre Kraft.


Übersetzer: Möller
Wer die Menschen überwindet, der hat Kräfte.
Wer sich selber überwindet, der ist stark.


Übersetzer: Müller
Wer andere bezwingt, hat Stärke; wer sich selbst bezwingt, ist ein Held.


Übersetzer: Schneller
Andere lenken ist Können. Selbst sich lenken ist Macht.


Übersetzer: Schnetz
Mächtig, wer über andere herrscht.
Ein König, der sich selbst beherrscht.


Übersetzer: Schwarz
wer andere bezwingt, ist kraftvoll
wer sich selbst bezwingt, ist unbezwingbar


Übersetzer: Sumitomo
Wer andere besiegt, ist stark;
wer sich selbst überwindet - tapfer.


Übersetzer:  Tao Chi
Den, der die Anderen besiegt nennen wir stark -
den, der sich selbst besiegt, wähne ich im Besitz der Macht.


Übersetzer: Wilhelm
Wer andere besiegt, hat Kraft.
Wer sich selber besiegt, ist stark.


Übersetzer: Kobbe
Wer andere bezwingt, hat Gewalt;
Wer sich selbst bezwingt, hat Stärke.


Übersetzer: Zaiß
Kraftvoll ist, wer andere überwindet;
wer sich selbst überwindet, ist mehr.


Übersetzer: von Strauss
Wer andere überwindet, hat Stärke,
Wer sich selbst überwindet, ist mächtig.

Friday, May 4, 2012


Andere Menschen zu beherrschen ist Stärke. Sich selber zu beherrschen ist wahre Macht.

Frei nach Lao Tse


Thursday, May 3, 2012

Vertrauen

Vertrauen ist ein Gefühl, dass Du einem Menschen in der Welt unbedingt entgegen bringen kannst. Dir selbst.
Vertrauen ist der kleine Bruder der Freundschaft, der große Bruder des Erfolgs und die Mutter aller erfolgreichen Veränderungen. Vertrauen in sich selbst.

Mit diesen Sätzen ist nicht der amerikanische Traum gemeint. Du musst nur wollen, dann gelingt Dir alles, höre ich die Amerikaner sagen. Dennoch bleiben sehr viele Menschen in Amerika arm und füttern beständig wenige reiche Menschen, weil sehr arm zu sein auch eine Hürde sein kann, seine Lebensverhältnisse zu ändern. Wenn ein Mensch zu viel Zeit für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss und zu wenig Zeit bleibt, seinen Lebensverhältnisse zu ändern, dann reicht der Wille allein nicht und auch kein Traum.

Nein es ist das Vertrauen in sich selbst, alles auf dem eigenen persönlichen Weg zu finden, das ich brauchen werde. Und dieses Finden beginnt damit zuerst sich selbst zu finden, der eigenen inneren Stimme zu lauschen, selbst wenn das am Anfang bedeuten mag, der Stille zu lauschen. Viele Menschen lauschen 5 Minuten in sich hinein, hören nichts und geben resigniert auf. Hmm, wenn das Lauschen auf die innere Stimme das eigene Leben verändern kann, warum dann nicht tagelang nach innen lauschen, wochenlang oder auch ein Jahr?

Die innere Stimme meldet sich immer zu Wort, sie redet ständig, aber wir haben Wege gefunden, sie im Alltag zu ignorieren, mit Gedankenspielen über die nächste Besorgung. Mit Sorgen über die Arbeit oder den nächsten Tag. Mit vielen Dingen beschäftigen wir unsere Gedanken und übertönen die innere Stimme, die uns beständig sagt, was wichtig ist.

Ich laufe tagtäglich an Hunderten Menschen vorbei und meine innere Stimme weiß über jeden etwas zu sagen. Energiekörper gerissen, verzweifelt. Eitel und ignorant. Ängstlich und aggressiv. Hinter der Maske, ein weicher Keks. Meine innere Stimme hat mich nie getrogen, auch wenn mein Verstand viele Jahre an ihr gezweifelt hat. Aber das Beste, was ich in meinem Leben gemacht habe, begann stets mit einem klaren unmissverständlichen inneren Befehl, der keinen Widerspruch duldete, weil es richtig war für mich.

Diese Stimme besitzt jeder von uns und sie erzählt uns Sachen, die wir vielleicht nicht zu hören gewöhnt sind oder nicht hören wollen und doch können wir uns ihr blind anvertrauen doch der erste Schritt besteht darin uns selbst zu vertrauen, dies in uns zu tragen. Wenn Du Deine innere Stimme noch nicht kennst, dann sprich es einmal laut aus jetzt: Innere Stimme ich vertraue dir, ich höre Dir zu, lehre mich Dich zu hören. Und dann achte auf Deinen Alltag und lausche. Die innere Stimme wird sich Dir zuwenden. Sie fliegt Dir zu im Flügelschlag eines Schwans. Sie krault dir die Ohren mit dem Lächeln eines Unbekannten. Sie singt Dir ein Lied im Zug der Wolken, sie schmiegt sich an Dich im Lärm der Menschen. Sie umgibt Dich schützend und ist bereit Dir zuzuhören.

Die Seele eines Menschen, der sein Innerstes berühren kann ist auf Rosen gebettet sein Wirken ist geweiht und wenn er auch nur ein Narr im Spiel der Menschen zu sein scheint, vollstreckt er den Willen der Unendlichkeit unsichtbar vor den Augen der Welt.







Wednesday, May 2, 2012

Boah, abgesoffen in Ennepetal

Also heute auf dem Heimweg kam ein Wolkenbruch herunter, der schon recht heftig war. Die Autofahrer fuhren langsamer, weil das Wasser so hoch auf der Straße stand, das es meterweit zur Seite spritzte. Schlecht für die wenigen Fußgänger. Wenn ein Auto an einem vorbeifuhr, war die Sicht für eine Sekunde mindestens weggeschwallt, da hilft es, wenn man den Rückweg auch blind kennt.

Das Wasser spritzte aus den Kanaldeckeln wieder nach oben und ich hatte das Gefühl, wenn das Wasser noch ein wenig mehr steigt, dann bleibt das Auto am Ende noch stehen.  Da es in Ennepetal Höhenunterschiede gibt, lief das Wasser die Hügel hinunter und sammelte sich in den Talsenken ein wenig angebräunt und stetig steigend. Die Sichtweite lag stellenweise unter 50 Meter.  Nur gut - es regnet schon länger nicht mehr, ob einige Keller vollgelaufen sind? Hoffentlich nicht...

Neulich in Ennepetal, 
in Zeiten des Klimawandels

Tuesday, May 1, 2012

Schatz, ich bin zu Hause....

Im Fernsehen können wir das Klischee noch beobachten. Ein bartloser, mausgrau beanzugter Mann öffnet die Tür zu seinem Zuhause und ruft, "Schaaatz, ich bin zu Hause." Er strahlt, als wäre er ein Baby, dass das erste Mal in den Wohlgenuss einer Fütterung durch seine Mutter gelangen wird, die ihm frühzeitig konkrete vernünftige Ziele, erreichbare Ziele mit Erfolgsgarantie vor die kleine Nase hängen wird, die ihm spätestens binnen einer halben Stunde satt machen werden.

Aber sind Frauen so? So häuslich? Darauf erpicht jeden Tag dasselbe zu machen. Immer wieder am selben Orte zu sein, die Gedanken nur um Ihren Schatz kreisend, ihm täglich seine Lebensziele mit Backup bietend?

Oder ist dieses Klischee eine männliche Projektion und sind es eher Männer, die ein ausgesprochen lokales Denken, immer wieder um denselben Ort kreisendes Denken besitzen, das eine stete Wiederholung immer wieder dieses einen Tages suchen, an dem am Himmel zwei wunderschöne, warme, unbekannte Flugobjekte auftauchten, die, wie von Geisterhand gesteuert, auf seinem Mund landeten, die so sättigende Fracht trugen...