Tuesday, October 16, 2012

Lieber Peter Altmeier,

ich sehe Dich jetzt häufig im Fernsehen und Du denkst darüber nach, wie ich mit Strom umgehe. Hallo, habe ich Dich darum gebeten? Mein Verbrauchsverhalten ist meine Privatsache. Nimm Deine neugierige Nase und steck' Sie bitte in Deine Angelegenheiten, denn ich habe den Eindruck, dass ihr Politiker keinen Plan habt und erst einmal Eure Hausaufgaben machen müsst.

Lieber Peter, hast Du gewusst das freie Bürger früher keine Steuern zahlten. Steuern und Tribute wurden von besiegten Völkern erhoben. Sag' Peter, hast Du vielleicht manchmal das Gefühl, ich bin Dein Untergebener und habe Dir Tribute zu zahlen?

Du überlegst öffentlich, ob eine Senkung der EEG-Umlage wohlmöglich Leuten zugute kommt, die viel Geld haben und mehr verbrauchen können als arme Mitbürger, deswegen willst Du lieber die Umlage erhöhen, damit die reicheren Bürger nicht von preiswertem Strom mehr profitieren können als arme. Hallo Peter, steck' doch bitte Deine Nase in die Privatangelegenheiten anderer Leute. Ist eine solche Überlegung wirklich ein Dienst an der Gemeinschaft? Nochmal, wir schulden Dir keine Rechenschaft, wieviel Strom wir verbrauchen wollen. Nebenbei, wenn viele Menschen mehr Strom verbrauchen, dann sinkt die Umlage doch, weil sich die Kosten für den eingespeisten Solar-Strom auf eine größere Menge abgenommenen Strom verteilt. Ergo, Mehrverbrauch wird wichtig, deswegen ist es ja auch wichtig, dass niemand von der Umlage befreit wird.

Lieber Peter, stell Dir mal vor, wir Deutschen würden in den Stromstreik treten. Wir würden mal eine Woche alles abschalten. Weißt Du was das die Konzerne kosten würde? Die haben ständig Kraftwerke laufen und es muss also eine bestimmte Menge Strom stets abgenommen werden - und wenn fast nichts abgenommen wird?

Lieber Peter, Du bist jetzt in der Regierung und sollst allen Deutschen dienen. Glückwunsch zu dem Karrieresprung. Also diene.

Gehe hin und überlege, was für die Bürger das Beste ist und verteidige nicht einfach nur den Status Quo. Hab' keine Angst davor Umlagen zu senken, Strompreise einzufrieren, oder Steuern zu senken. Es geht immer weiter. Glaub' mir. Keine Angst - Du schaffst das und ich vertraue Dir, aber kümmer Dich nicht mehr um meine Privatangelegenheiten.



Monday, October 15, 2012

Stirbt er?

Nachdem ich das Bewusstsein verloren hatte, kam ich irgendwann wieder zu mir. Ich fühlte mich schwach, unbeweglich und schnappte fürs Erste nur Wortfetzen auf. Eine weibliche Stimme und eine männliche Stimme sprachen leise miteinander.

"Er könnte sterben....Ich glaube er wacht auf. ... Es war knapp"

"Ray, hörst Du mich", fragte die männliche Stimme.
 Als Antwort schlug ich die Augen auf. Ich sah in ein ernstes Gesicht, von grauen Haaren eingerahmt. Er ging zur Seite und ich blickte in ein Frauengesicht.
"Hallo Ray", ihre Stimme elektrisierte mich, die Stimme hörte ich nicht nur, sie summte in meiner Brust und schien in Wellen durch meinen Körper zu laufen.
"Ray, ich möchte Dir keine Angst machen, aber es geht Dir schlecht, sehr schlecht. Verstehst Du das?"
Ich nickte. Ich fühlte mich echt scheiße schlecht.
"Wir haben Dich auf einen besonderen Platz gebracht, der Dir wohlwollend gesinnt ist. Wir können Dich heilen, wenn Du meiner Stimme folgst."
Ich hatte das merkwürdige Gefühl, als ob das Vibrieren ihrer Stimme meine Aufmerksamkeit aus meinem Körper zog und mich mit diesem Platz verband. Nur dass es sich für mich nicht wie ein fester Platz anfühlte sondern wie eine feuchte elektrische Stelle.
"Jemand hat Dich sehr verletzt. Fühlst Du diese Verletzung? "
Ich folgte Ihrem Stimmrhythmus und landete in einer morastigen Gegend, die intensiv zu bluten schien. Ich wurde massiv traurig und erinnerte mich an meine früheste Kindheit. Ich nickte wie ein Kleinkind.
"Wer hat das getan?"
"Mein ... Vati."
"Was hat Dein Vati getan?"
"Er liebt mich nicht. Er ist gemein zu mir." Mich überfluteten Erinnerungen, von meinem Vater, der nie mit uns Kindern redete, der meine Brüder schlug, der ein Haustyrann für uns Kinder war.
"Dein Vater hat Dich dazu gebracht, dass Du Deine Zukunft ablehnst."
Während Sie das so sagte, erinnerte ich mich an die vielen Male, wo ich als Kleinkind mir gesagt hatte, so willst Du nicht leben. Das ist kein Leben, wie ich es leben möchte. Ich wollte, ich könnte woanders aufwachsen... Ja, ich wollte mein Leben schon als kleines Kind nicht mehr. Ich wurde krank und wäre fast gestorben...
"Der Platz hier, auf dem Du liegst, ist Dein Freund, lass' Ihn Dir helfen. Nehm' einfach die Zukunft die dieser Platz Dir zeigt an, als ob er ein guter Freund oder Vater wäre."
Ihre Worte hallten in meinem Inneren wieder. Bestimmt hatte sie nur einmal gesprochen aber immer und immer wieder hörte ich den Satz und ich spürte diese elektrische Feuchtigkeit. Dann brach ein Damm und der ganze Morast schien aus mir rauszukippen während gleichzeitig, diese elektriserende Feuchtigkeit in mich hineinlief wie Wasser in einen Schwamm. Ich fühlte meine innere Stärke anwachsen und ich sah tausende Bilder an mir vorbeilaufen, von glücklichen Kindern, einem unendlichen Strom glücklicher Kinder, die Zeit für sich hatten und geliebt wurden. Irgendwann konnte ich zwischen mir, diesen Erinnerungen und einem inetnsiven Gefühl der Liebe nicht mehr unterschieden.
Er rüttelte mich. "He Ray, es ist genug, setz' Dich auf."
Sie zeigte mir einen Spiegel. Ich machte einen deutlich entspannteren und vollständigeren Eindruck, als in dem Spiegel der Wasseroberfläche. "Du musst noch ein Weilchen bleiben ok."
Ich nickte und sie ging.
"Ray, hier unter uns gesagt, das war knapp. Wir Menschen können uns sehr schnell töten, wenn wir unser Leben nicht wollen und nicht annehmen. Wir Menschen können Zeit und Ort unseres Todes frei wählen und daher sollten wir gut überlegen, aus welchen Gründen wir ein Leben wieder zurückgeben wollen. Denkst Du es war ein ausreichender Grund, dass Dein Vater keine Ahnung davon hatte, wie er euch Kindern eine glückliche Kindheit schenken kann?"
Ich zuckte mit den Schultern.
"Bestimmt nicht.  Gründe zu sterben sollten mit Dir selber zu tun haben, aber niemals mit dem, was andere Menschen tun. Ein Mensch ist nicht des anderen Menschen Tod. Ein Mensch ist  des anderen Menschen Spiegel, aber wir sind in der Regel unser eigener Tod, ob es uns gefällt oder nicht. Lass Deinen Vater los, verzeih' ihm, dass er keine Ahnung von Kindern hatte und egoistisch war. Vor Dir liegt ein ganzes Leben, in dem Du alles anders machen kannst. Und also entscheide Dich stets für das Leben, wenn Du in den Spiegel anderer Menschen schaust, denn Du siehst Dich selbst."
Ich fühlte mich angestrengt...
"Ist ok. Wir machen eine Pause."







Sunday, October 14, 2012

Name oder Nicht-Name, das ist hier die Frage

Eine Weile war ich hinter dem Mann hinterher gelaufen bis ich es ein wenig verrückt fand, seinen Namen nicht zu kennen. Ich blieb stehen, mir schmerzten die Glieder und das Stehen machte mir dies erst richtig bewusst. Ein Gefühl, als ob ich mich dehnen und strecken wollte und doch ein Angst, also ob ich mir etwas zerren würde, wenn ich es täte.
"He", rief ich. "He, wie heißt Du, ich meine wie ist Dein Name."
Er blieb stehen und drehte sich um. "In dieser Welt bin ich Dein Bruder. Sagen wir Dein älterer Bruder, der ein wenig auf Dich achten wird."
"Und welchen Namen hat mein Bruder?", fragte ich unzufrieden.
Er setzte sich und schaute mich forschend an. Nach einer Weile fragte er, "Möchtest Du Dich nicht vielleicht auch setzen?"
Ich nickte und setzte mich langsam auf den Boden in einen Schneidersitz. Ich berührte den warmen Sand mit der Hand und genoß das weiche nachgiebige Gefühl, das meiner Hand schmeichelte.
"Du fühlst Dich sicherer wenn die Dinge, die Tiere, die Pflanzen und Menschen einen Namen haben. Es gibt Dir das Gefühl im Reich des Bekannten zu sein. Habe ich recht?"
"Das mag schon sein." Ich mochte diese Frage nicht. Warum konnte er mir nicht einfach seinen Namen sagen, wie die Höflichkeit es gebot?" Es ist unhöflich auf eine Frage mit einer Gegenfrage zu antworten", platzte es aus mir raus.
"Deine alte Welt liegt hinter Dir. Dein Wunsch meinen Namen kennen zu wollen ist der Wunsch Deine alte Welt wieder aufzubauen. Warum sonst bist Du so erpicht auf Namen. Hier brauchen wir keine Namen. Namen ändern sich nicht. Namen geben Dir den Eindruck, dass Du es mit einer Konstante zu tun hast und hier", er hob den rechten Arm mit ausgestrecktem Zeigefinger und deutete auf unsere Umgebung. "Hier überall ändert sich alles jeden Moment. Du kannst mir Karl nennen, wenn Du es willst. Aber ich bin jetzt Karl und morgen triffst Du vielleicht den Helmut in mir."
Ich fing an zu lachen, die Vorstellung er wäre von mehreren Menschen bewohnt  fand ich lustig.
"Warum lachst Du?"
"Nun, du wirst Dich doch nicht von einen Tag auf den anderen in einen ganz anderen Menschen verwandeln." Ich lachte weiter.
" Pass auf." Er stand auf und hob etwas dunkelgrünes vom Boden auf. Er legte es in meine Nähe. "Ich nenne dies einen Pflanzenast. Beobachte ihn."
Ich schaute auf den Ast. Nach ungefähr einer Minute kam Bewegung in den Ast. Er schlängelte sich mit großer Geschindigkeit davon.Unwillkürlich hatte ich mich beim Beginn der Bewegung erschreckt.
"Diese Eidechse, war ein Ast für dich. Für mich war sie eine Eidechse, die sich totstellte. Für einen Raubvogel mag sie das Abendessen sein. Wie auch immer, der Name legt fest, was für eine Bedeutung sie in Deinem Leben haben soll. Nur dass die Eidechse bei all dem nicht gefragt wird. Sie weiß nichts von unseren Namen und von den Bedeutungen, die wir in unserem Inneren erschaffen. Wenn wir die Namen aufgeben, geben wir der Welt ihre Vielfalt zurück und wir tun dies nur in unserem Inneren. Ich möchte aber nicht, dass Du der Welt ihre Vielfalt zurückgibst wegen mir. Ich möcht das Du der Welt ihre Vielfalt zurückgibst wegen Dir. Weil Du wandlungsfähig bist, über jede Vorstellung all dessen, was Deine Namen je ausmachen könnten. Du bist ein Mensch, vielleicht mal eine Krähe, ein Grashalm oder Eidechse. Du bist mehr als Du benamsen kannst und fürs Erste gib mir keinen Namen, damit ich alles für Dich sein kann."
Eine Stille entstand. Mir erschien das Gesagte sehr philosophisch. "Ok, großer Bruder" sagte ich. Es knackte im Gehölz und ein Rauschen und Rascheln erfüllte die Luft. Ich fragte mich, was für eine Herde Viecher da wohl unterwegs wäre, als eine Gestalt aus dem angrenzenden Pflanzensaum heraustrat. Ein Mädchen schien es mir zu sein, die eine Vorrichtung durch die Luft schwang, die all diese furchtbaren  Geräusche machte. Sie hatte schwarze Haare, trug ein braungrünes, figurbetontes Kleid und kam schnustracks rüber zu mir.
Sie blieb vor mir stehen und schaute mich an. Ich blickte in ihre Augen. Sie hatte keine erkennbare Gefühlsregung im Gesicht. Sie stoppte die Geräuscherzeugung und ging in die Hocke.
So betrachtete sie mich eine Weile. Sie blickte sich um zum großen Bruder. "Ein Neuer?"
Er nickte.
Sie hielt mir eine Hand hin. "Komm, Du bist verletzt, Du wirst die Nacht hier nicht überleben. Dein Körper hat schon angefangen zu sterben. Bemerkst Du denn nichts?"
Verwundert reichte ich ihr die Hand und erst jetzt bemerkte ich die Schwäche, die mich ergriffen hatte. Die körperlichen Schmerzen waren stärker geworden. Sie stütze mich und ich roch einen milden Duft von Zitronengras und Vanille.
"Er hat sein Heil in der alten Welt gesucht. Namen sollten seine Schwäche vertreiben."
Der große Bruder kam zu uns und stütze mich von der anderen Seite.
"Du bist zu nachsichtig mit den Neuen."
"Es war seine Wahl."
"Und? Was soll es ihm helfen, wenn er seinen Platz nicht mehr erreichen kann?"
"Es wäre seine Wahl."
Ich verlor das Bewusstsein.



Saturday, October 13, 2012

Tag der Brücke

Langsam gehe ich entlang der fahlen gelben Wand, die wabert und unterschiedliche hell ist. Ich gehe auf einem rötlichen Untergrund, der nicht fest ist, aber ich gehe dennoch. Vielleicht schwebe ich, vielleicht segle ich - für mich ist es Gehen. Eine Gehen ohne Zeitgefühl. Ein Gehen mit einer Schwere im Innersten, einer Schwere die mir sagt, dass ich verabredet bin.

Es ist nicht mehr weit, das weiß ich, aber ich weiß nicht was ich treffen werde.

Plötzlich ist die Wand zu Ende und ich sehe eine Brücke. Meine Brücke. Der Boden ist wieder ein normaler Boden, sandig, mit kleinen Kieselsteinchen und Menschen gehen vor meiner Brücke auf und ab. Alle Menschen die da flanieren haben eines gemeinsam, sie gehen auf dieser Seite, auf der ich jetzt noch stehe und die die Ankunftsseite genannt wird, wie ich später erfahre.

Ich sehe meine toten Eltern auf und ab gehen. Mal gehen sie Hand in Hand auf und ab, dann wieder allein. Manchmal läuft sie von hinten an ihn heran und stößt ihn, er strauchelt und dreht sich wütend um. Keiner von Ihnen beachtet mich. Ich stelle mich neben sie, berühre sie mit meiner Hand und erlebe einen Moment aufwallender schmerzhafter Sehnsucht. Zu verlockend der Gedanke nach all den Jahren einen Moment mit meiner Mama zu reden oder meinem alten Herrn.

Nein, sie beachten mich nicht. Sie kämpfen miteinander, sie lieben sich, sie sind allein, eingeschlossen in etwas, also ob sie eine alte DVD-Abspielung wären, wenn nur nicht eine Szene nach der anderen immer wieder neu wäre - so als lebten sie wirklich hier und jetzt.

Meine Jugendliebe geht an mir vorbei. Mir geht das Herz auf, all ihre Reize sind heller, frischer, lebendiger als ich es je erlebt habe. Noch mehr schmerzhafte Aufwallungen ergreifen mich. Es ist als ob mich eine Kette unerfüllter Sehnsüchte ergreift.

Da explodiert aus der Mitte meines Seins, da trifft mich aus der Schwere meines Inneren der Ruf der Verabredung. Die Brücke, gerade noch hatte ich sie gesehen und nun erkenne ich sie nicht mehr.  Ich lasse innerlich los, richte mich auf und sehe sie wieder die Brücke, meine Brücke.

Langsam gehe ich über den Sand, ich spüre meine Beine nicht mehr, fühle keine Arme, keinen Körper, fühle kein Leben und kein Sein und kann nicht mal mehr angstvoll an mir runterschauen, was diese Brücke aus mir macht.

Ich fahre über die Brücke wie ein Geist durch eine hohle Schüssel. Obwohl ich nichts spüre, erzittert die Brücke rhytmisch - da höre ich ein Rufen. Melodisch, flehend, die Stimme eines kleinen Kindes in höchster Not. Ich halte an und drehe mich um. In einiger Entfernung sehe ich den kleinen Ray auf Knieen. Er weint.

"Was willst Du?". Ich antworte mir nicht. Ich weine weiter.

Ich weiß nicht was ich tun kann, doch ich versuche mich an den Rainer weinend auf der Brücke zu erinnern und dann fällt es mir ein. Eine Erinnerung kehrt zurück, die mich wie einen Faustschlag in der Mitte trifft. Ja, vor Jahren war ich schon einmal hier, aber ich kam nicht über die Brücke, mir fehlte die Kraft, meine Trauer, mein persönliches Unglück, all dass ließ mich straucheln. In meiner Erinnerung nehme ich den kleinen Rainer in den Arm. Ich weiß dass er stärker ist, als er dort knieend glaubt. "Komm, wir schaffen es gemeinsam."
Er springt auf und ich fühle mich vollständig. Er frischt gehe ich weiter über diese Brücke, ein Ort ohne Sonne, ohne Zeit, Zukunft oder Vergangenheit. Mir begegnen viele angstvolle Bilder, mehr als einmal scheine ich gewiss zu wissen, wenn ich hier weitergehe, wird es mein sicherer Tod.

Ich weiß nicht wie lange ich durch mein persönliches Tal des Schreckens ging, aber ich kam am anderen Ende an. Jenseits der gelben Mauer war alles scheinbar genauso wie bis her. Bis ich an einen kleinen Teich kam und mich in der Teichoberfläche spiegelte. Ich war lädiert, verletzt, geschunden und überrascht. Denn das Bild in der Wasseroberfläche stimmte nicht mit meiner Wahrnehmung von mir überein.

Ich hörte ein meckerndes Lachen und drehte mich um.

"Willkommen Ray, hast Du es endlich geschaft?" Mir blickte ein freundlicher Mann entgegen, einfach gekleidet, mit Sandalen. Unsere Wahrnehmung lernen wir vom ersten Tag unseres Lebens zu betrügen. Wir wollen uns niemals so sehen, wie wir sind. Doch hier, jenseits der Brücke, gibt es nichts, was dich betrügen wird, du siehst dich im Wasser genauso, wie du bist. Und es wurde Zeit, dass Du kamst. Wir sammeln ein Leben lang Verletzung um Verletzung an, es tobt ein Krieg da draußen. Hier wirst Du wieder heil werden aber komm erstmal mit." Er winkte mir zu und drehte sich um.
Ich warf einen letzten Blick auf die Brücke und meinte am anderen Ende noch Menschen erkennen zu können.
"Komm' sagte er. "Diese Welt dort liegt hinter dir."

In dem Moment brach die Brücke ein.



Thursday, October 11, 2012

Sicht des Herzens



Dein Mund ist meine Erdbeere
So rot, so süß und rund.
Ich möchte Früchte naschen
Das ist doch so gesund

Dein Arm ist meine Schmusedecke
So lang, so warm, so zart
Ich möchte auf ihm schlafen
Mir wär er nicht zu hart.

Deine Augen sind wie Spiegel mir
So hell, so klar, so rein
Ich möchte mich drin spiegeln
Und leis' vor Glück aufschreien.

Und das, was ich nicht sehen kann
So voll, so tief, so stark 
Ist Deiner Seel' Unendlichkeit
Die ich nie missen mag