Wednesday, April 9, 2008

Ursprung


Der Gelehrte winkt mich her. "Ray, ich habe eine Überraschung für Dich."
"Überraschung", ich bin überrascht.
"Ja, fühle mich mal."
Er fühlt sich an, wie ein kleines grünes Lichtlebewesen. Ein bisschen wie ein Baby.
"Siehst Du, das bist Du, als Du mich das erste Mal besucht hast."
"Ein Baby?, ich war doch kein Baby"
"Nein, Du warst hier, schau dich mal um, wo du hier bist."
"Ein Haus, eine Hütte?"
"Ja, sowas in der Art. Hier bist Du am Ursprung Deines Selbst. Wir alle sind am Ursprung unserer Selbst wie Babys, dann werden wir älter, dann lernen wir eine Sprache und dann gehen wir zur Schule und arbeiten, aber die meisten Menschen kehren nicht zu ihrem Ursprung zurück. Dabei ist es so einfach eine erfülltes und glückliches Leben zu führen, wie es der eigenen Bestimmung entspräche."
"Und das wäre?"
"Na hier, diesen Ort, den eigenen Ursprung zu erforschen. Der Ort an dem du als erstes Mal als Baby gewesen bist, um ihn wieder zu verlassen."
"Und andere Menschen bleiben an diesem Ort?"
"Nein alle gehen achtlos hier durch. Ich auch. Bevor ich der Gelehrte wurde, bin ich durch meinen Ursprungsort gegangen, ohne ihn zu beachten. Aber damit missachtete ich den Wunsch, den Befehl des großen Tyrannen. Der große Tyrann legt dir deinen Ursprung als Befehl in die Wiege. Also schau dich mal um. Was siehst Du mit deinen erwachsenen Augen."

Es sieht aus wie ein Haus, große Bilder, Skulpturen. Ich bin ratlos und fühle das Haus.... Ich fühle es.
Ich suche nach mir und ich sehe mich ...... "Ist das meine Bestimmung?"

"Was immer du hier siehst ist deine Bestimmung. Ich bin als junger Mann in meinen Träumen an diese - an meine Ursprungsstelle zurückgekehrt und ich fand nichts als Bücher vor. Überall lagen Bücher herum aufgetürmt und aufgereiht. Also fing ich an mich mit Büchern im Traum zu beschäftigen und später dann erinnerte ich mich an diese Träume und fing auch im Alltag an mich mit Büchern zu beschäftigen. Der Sinn ist immer am Ursprung."

"Und wie finden die Menschen, wie finde ich wieder her?"

"Ist es nicht klar? Du gehst ins Licht. Stelle dir vor ein Baby zu sein und ins Licht zu gehen, was siehst du dann wo landest Du?"

"Ich probiere es aus und lande in einer Art Halle mit Gestühl, nicht das Haus, das ich vorhin gesehen habe. "An einem ähnlichen Ort lande ich, aber nicht hier."
"Der Ort mag wechseln, die Bedeutung ist die gleich, sie hat sich nur ein anderes Bild gesucht, je öfter du die Übung machst, umso klarer wird dir Deine Bestimmung und das schönste daran ist, wann immer du etwas für deine Bestimmung tust, öffnen sich alle Türen zum Erfolg, denn das ist der Ort und der Weg an dem du sein sollst. Wann immer du anderes tust, ist alles zäh und schwer."

"Also sollten die Menschen viel Zeit darauf verwenden, ihre Bestimmung zu erkunden?"

Ja, sicher, aber vertrau mir und komm mal mit. Er bringt mich zum Fenster, wo so viele menschen aneinander vorbeiziehen. Wer von ihnen hat ein Licht an seinem Ursprung angezündet?"

Da fällt mir zum ersten Mal dieses Leuchten an ihm auf, dieses angenehme,intensive warme Leuchten. Ich versuche es draußen an den Menschen wieder zu finden, die hastig die Straßen in einem Nieselregen durchqueren. Fehlanzeige. Die Straße leuchtet nicht.

"Es ist so einfach, aber niemand folgt seinem Licht."

"Hast Du das nie jemanden erzählt?"

Doch, schon - man hielt mich für wunderlich - vielleicht? Alle hören zu. Einige verstehen. Davon haben sehr wenige Zeit dafür. Und von den wenigen mit Zeit, reisst der Zeitgeist die meisten davon. Übrig bleiben die Erfüllten. Sie lächeln wenn sie einander begegnen ohne stehenzubelieben. Sie hören einander zu ohne zu sprechen und sie sagen sich Dinge ohne ein Wort."

Ich nicke Ob ich wohl leuchte?

3 comments:

ahora said...

Bestimmt leuchtest Du.

Trag Dein bestes Kleid -
das aus Licht -
und tanze.

Ganz liebe Grüße

Barbara

Dori said...

Weißt Du lieber Ray,
es tut soooo gut, Menschen zu treffen, die ihr Licht in die Welt tragen und andere Menschen damit ebenfalls zum Leuchten bringen.
Und solch ein Mensch bist Du!
Sonnige Grüße
Dori

Ray Gratzner said...

Liebe Dori, danke für das Kompliment und sonnige Grüße an Dich zurück.

Liebe barbara, danke für die Anregung zu tanzen, das klingt verführerisch