Tuesday, April 22, 2008

Woran man Berater erkennt.


Eine Geschichte die mir immer wieder gut gefällt, die ich in unterschiedlichen Varianten schon gehört habe möchte ich mal aus dem Buch von Helmut Fuchs, Wir sind Wissensriesen, aber Realisierungszwerge zitieren.
Ein Schäfer hütet seine Schafe am Rande einer verlassenen Straße.
Plötzlich brauste ein nagelneuer Porsche Boxster heran und hielt mit quietschenden Reifen. Der Fahrer, ein junger sehr adretter Mann mit Armani Anzug, Cerruti Schuhen, Ray-Ban-Sonnenbrille und einer Pal-Zileri-Krawatte, stieg aus dem Auto aus und fragte den Schäfer:
"Wenn ich herausfinde, wie viele Schafe Sie haben, bekomme ich dann eines?"
Der Schäfer sah den jungen Mann an, dann seine grasende Schafsherde und antwortete:
"Ja, wenn Sie das können, dann bekommen Sie ein Schaf."
Der junge Mann parkte das Auto, verband sein Notebook mit seinem Handy, surfte im Internet die Nasa-Homepage an, scannte die Umgebung mit seinem GPS-System, öffete eine Datenbank und 60 Excel-Sheets mit diversen makros und druckte mit seinem Hightech-Miniprinter eine 150-seitige Auswertung mit Farbbildern und Grafiken aus.
Dann wendete er sich dem Schäfer zu und sagte:
"Sie haben genau 1586 Schafe."
Der Schäger antwortete:
"Das ist richtig, Sie können sich ein Schaf nehmen."
Der junge Mann nahm sich ein Schaf und setzte es in seinen Porsche.
Da wandte sich der Schäfer an den jungen Mann und fragte:
"Wenn ich ihren Beruf errate, bekomme ich dann mein Schaf zurück?"
Der junge Mann antwortete, "Ja, warum nicht. Mal was anderes."
Der Schäfer sah dem Mann tief in die Augen:
"Sie sind ein Unternehmensberater."
"Woher wissen Sie das?",fragte ihn der junge Mann sichtlich verblüfft.
"Sehr einfach", antwortete da der Schäfer.
"Erstens sind sie hier erschienen, ohne dass ich sie darum gebeten habe. Zweitens haben Sie etwas erzählt, was ich sowie so schon wusste und mir dafür etwas in Rechnung gestellt. Und drittens haben Sie keine Ahnung was ich hier mache, sonst hätten sie nicht meinen Hund eingepackt."

Ich muss gestehen, dass ich die Geschichte immer wieder lustig finde.

5 comments:

Dori said...

Lieber Rainer,
was für eine herrliche Geschichte. Lach laut.
Aber jetzt mal ganz im Ernst: diese "Typen" kenne ich (auch). Und sie sind genauso, wie sie in der Geschichte beschrieben werden: sie können einen Hund nicht von einem Schaf unterscheiden. Wer weiss, was sie noch alles nicht unterscheiden können .....
Sonnige Grüße
Dori

der Gauzibauz said...

Lieber Ray.

da muss ich dir mehr als zustimmen!
Das ist richtig lustig, lebensweise
und geht nicht auf Kosten eines Dritten!

Liebe Grüsse//Erika

Ray Gratzner said...

Liebe Dori, geteiltes Leid ist halbes Leid, danke und sonneige Grüße an Dich.

Liebe Erika, ja ganz wichtig wenn man Witze macht, dass man niemandens Gefühle verletzt, was nicht immer leicht ist. Liebe Grüße.

Anonymous said...

Findet ihr wirklich, dass diese Geschichte nicht auf Kosten eines Dritten geht? Oder kann es sein, dass der hier beschriebene Dritte nur in euren Kreisen nicht sonderlich beliebt ist? Würde man statt "Unternehmensberater" etwas anderes einsetzen (Frau, Ausländer, etc.) und das ganze geringfügig abändern, wäre das flugs nicht mehr in Ordnung....

Ray Gratzner said...

Hallo anonymous. Der Berater ist in dieser Geschichte mit sehr vielen Fähigkeiten dargestellt. Er kann durchaus etwas. Vom Trend her habe ich solche Situationen im Arbeitsleben schon erlebt, und ich glaube auch Berater können eine solche Geschichte mit Humor lesen, wie es z.B. eine Dame in der englischsprachigen Version des Postes tat.
Aber danke für das kritische Hinterfragen.