Sunday, May 8, 2011

Die Pause macht es

Menschen sind erfinderisch. Sie schaffen Namen für Dinge, die es nicht gibt. Die es physisch nicht gibt. Ruhm ist ein Name, für den es keine physische Beschaffenheit gibt. Menschen sind dem Gespenst des Ruhmes hinterher gelaufen, haben wohlmöglich ihr Leben dafür weggeworfen und doch existiert der Ruhm nur als eine Gedankenvorstellung in den Köpfen mancher Menschen.

Das Ego, die Vorstellung vom Ich ist eine ähnliche Sache. Unser Ich, das gibt es nicht. Wir können eine Vorstellung davon haben, wir können andere Menschen befragen und wir werden feststellen, dass Fremdbild und Eigenbild auseinanderfallen. Wir werden sogar feststellen, dass wir uns viel schneller verändern, als wir uns einem Zustand je zuordnen könnten. Das einzig einigermaßen konstante am Ich sind seine Routinen und wer wird seine Gewohnheiten mit sich selber verwechseln wollen?

Um sich den Illousionen des Ichseins zu entziehen können wir es wie die Musiker halten. Die Musiker knallen nicht Note an Note, sondern sie machen Pausen. Und erst durch die Pausen erhalten die Musikstücke ihre besonderen, mitreißenden Gesichter.

Auch wir können Pause machen. In budhistischen Klöstern klingt in unregelmäßigen Abständen eine Glocke und ruft alle zum Pausieren auf. Pause machen, Gedanken anhalten, sich kurz besinnen, das trügerische Band des Ichseins anhalten und einfach achtsam sein, das kann ich auch ohne Glocke in meinem Leben praktizieren, um mich mit den Pausen dem wirklichen Leben mehr zu nähern, als sich in einer eingebildeten Geschichte über mein Ego zu verlieren.

Mach mal Pause. mach jetzt Pause und denke mal nichts und unterbreche alles. Nichts...

Und dann ist Zeit für Mamitag Muttertag:

14 comments:

Kastanie said...

tu ich doch glatt
herzlich
kastanie

Gabaretha said...

Lieber Rainer,
als Ex-Musikerin könnte ich Dir davon ein Liedchen singen.
Ich wünsche angenehme Pausen und einen schönen Sonntag-Abend.
Liebe Sonnengrüße aus dem Isartal,
besser und besser,
Gaba

Irmi said...

Lieber Rainer,
abschalten - sich Ruhe gönnen.
Das sollten wir in unseren Alltag einbauen.
Liebe Grüße
Irmi

Sabine said...

Lieber Rainer,

Pausen - wie nötig brauchen wir sie, um zur Ruhe zu kommen, uns zu besinnen, in uns zu kehren.
Viele Wege mag es hiezu geben, erkennt man sie nur.
Allerdings das Ich ist die Ursprünglichkeit, etwas Universelles was uns von Geburt an gegeben wurde, etwas was wir sukzessive verlernt haben zu sein weil unsere Umwelt es so wollte. Ich denke, das Ich ist etwas was wir nur erahnen können, ob wir es jemals wieder greifen ist fraglich aber der Versuch sollte lohnen.
Alles Liebe,
Sabine

design elements said...

Ich habe nicht gewußt, dass in budhistischen Klöstern in unregelmäßigen Abständen eine Glocke zum Pausieren aufruft. Auf dem Schreibtisch von meinem Vater steht ein Zitat: "Wenn du es eilig hast, setze dich." Antonius von Padua

Schöne neue Woche, Rainer

Rosie said...

Ich denke mal, dass das "Ich" keine konstante Größe ist, sondern aus verschiedenen Faktoren besteht, die sich ständig in ihrer Gewichtung und/oder Zusammensetzung auch verändern und unterscheiden können.
Zwar ist in unserer alltäglichen Erfahrung dieses Gefühl vom "Ich" fast immer anwesend, aber es scheint permanent in Bewegung zu sein und unsere Handlungen als eine Art Steuerzentrale zu steuern.
LG von Rosie

angstfrei-leben said...

Lieber Ray,

ist es wirklich nicht zu glauben, was für Dingen wir so hinterher hecheln ;-)

Und Pausen oder besser Gedankenpausen können viel Ausgleich in uns schaffen.

Wieso denkt man da nur so wenig dran.

Dir eine schöne Woche und liebe Grüße
Ines

Ray Gratzner said...

Liebe Kastanie,

ich hoffe Deine Pause war sehr inspirierend...
Liebe Grüße Rainer

Ray Gratzner said...

Liebe Gaba,

klar, als Musikerin hast Du die Pausen gelebt und zum Wohle aller angewendet... Liebe Grüße ins Isartal...Rainer

Ray Gratzner said...

Liebe Irmi,

recht hast Du. Auch ein Schweigen kann mal sehr angenehm sein....

Liebe Grüße Rainer

Ray Gratzner said...

Liebe Sabine,

es zu wieder greifen zu wollen beginnt mit der Einladung, das kann vielleicht ganz einfach sein...

Liebe Grüße Rainer

Ray Gratzner said...

Liebe design elements,

dieser Antonius und Dein Vater sind sehr kluge Menschen. Blinder Aktionismus ist ihnen bestimmt fremd...

Liebe Grüße Rainer

Ray Gratzner said...

Liebe Rosie,

vielen Dank für Deine wertvollen Gedanken und Beobachtungen. Ich finde Du bist ein aufmerksamer Beobachter...

Liebe Grüße Rainer

Ray Gratzner said...

Liebe Ines,

ja, das sind sehr wichtige Funktionen von Pausen, sie führen uns wieder zu uns zurück...

Liebe Grüße Rainer