Tuesday, January 8, 2008

Winter Haiku


Ach, der Wintertag!
Der Schatten des Reitermanns
friert auf der Erde

Basho

Quelle: Mascetti, Zen-Weisheit, ISBN 3-442-33721-6

Monday, January 7, 2008

Aus dem Nachlass eines jung Verstorbenen, der nicht an das Grab seiner Großmutter väterlicherseits eilte

Liebe Mutter!

Ich schreibe diesen Brief nicht um Dich anzuklagen oder zu verletzen. Ich schreibe diesen Brief, damit Du verstehst, was in mir vor sich geht. Dieser Brief ist zum Teil nicht an Dich gerichtet sondern an die Frau, die Du mal vor Jahren gewesen bist. Jedes einzelne Wort ist mir ernst und es täte mir leid, wenn du es einfach von Dir weisen würdest, bloß weil es in unserer Familie nicht üblich ist, die Dinge beim Namen zu nennen oder über seine Gefühle zu reden.

Ich bin drei Jahre alt gewesen. In diesem Alter lernte ich mich finden und die Welt zusammenhängender zu begreifen. Kindermund tut Wahrheit kund. Genauso erfasste ich intuitiv die Stimmung der Leute, die mich umgaben. Ich liebte dich damals sehr und wünschte mir auch wiedergeliebt zu werden. Ich spürte aber bei Dir mir gegenüber eine ständige Gereiztheit und Ablehnung. Du konntest mich damals nicht annehmen wie ich war, sondern Du warst trotzig. Du fühltest Dich von mir vereinnahmt. Wenn ich hingegen beobachtete wie Du Marcel und Armande behandeltest, konnte ich eine solche Gereiztheit nicht empfinden. Weiß der Himmel warum Du gerade auf mich schlecht zu sprechen warst, als ich gerade in dieser wichtigen Phase war.

Die ständige Zurückweisung tat mir weh. Was konnte ich dafür, dass ich auf der Welt war? Eines Morgens nahm ich meinen Mut zusammen und fragte Dich, ob Du mich lieb hättest. Du warst irritiert und wolltest offensichtlich davon nichts hören. Du willst oftmals unangenehme Dinge nicht hören. Für mich war die Frage sehr wichtig - um nicht zu sagen überlebenswichtig. Denn so ein kleiner Wurm braucht das Gefühl geliebt zu sein oder er stirbt. Ich versuchte also verzweifelt Dir meine Gefühlsnot zu offenbaren aber Du wurdest ärgerlich, drehtest Dich um und sagtest, "Das bildest du dir ein." Als Du das Zimmer verlassen hattest, war ich unfähig, mich zu bewegen. Über eine Stunde habe ich auf dem Fleck gestanden und konnte mich nicht rühren. Dass Du mich so behandelst und ich mir alles einbildete entwickelte sich in meinem Kopf so, dass ich ein böser Mensch bin, der Dir böse Gefühle zumisst, die Du gar nicht hattest.

All diese negativen Gefühle waren mir entsprungen, wenn ich Dir glauben sollte. Ich wollte aber liebenswert sein. Diesen Widerspruch hielt ich nicht aus. Noch am gleichen tage bekam ich Fieber und wurde krank. Als die Krankheit vorüber war, fing ich an all das zu tun, was mich für Dich wohl liebenswert machte. Ich gab meine kindliche Welt, die ohne Liebe unerträglich war auf, zugunsten einer Scheinwelt, wo ich mich bemühte so zu sein, dass Du mich lieben könntest. Damals habe ich mich verloren. Aber das Allein gelassen werden in meiner Not, das hatte sich unauslöschlich in die Tiefe meiner Seele gebrannt.

Dann war da noch mein Bruder Armande, der aus Angst log. Ihr habt ihm Angst gemacht und weil er sich nicht zutraute gegen euch zu bestehen, log er. Ihr habt ihm soviel Angst gemacht, dass er auch heute mit dreißig Jahren noch lügt.

Bruder Armande hatte ein Lieblingsspiel als ich klein war. Er hat mir gegenüber demonstriert, dass er besseren Zugang zu Dir hatte, als ich. Wir Kinder haben alle um Deine Liebe gekämpft. Er machte sich einen Spaß daraus mir meine Ohnmacht Dir gegenüber zu beweisen.

Als ich fünf Jahre alt war, beschwerte sich Frau Müller, dass ihr eine Fahrradbirne fehlte. Du kamst zu uns ins Wohnzimmer und fragtest wer die Birne - Preis 15 Pfennig - genommen hätte. Armande sagte, dass ich es gewesen sei. Ich sagte, "Ich war es nicht." Der Lügner Armande rächte sich wieder dafür, dass er als Größter mehr Verantwortung tragen musste als der Kleinste. Du glaubtest Armande und mir nicht, denn ich war für Dich nicht glaubwürdig.
Ich weiß nicht wie lange Du mit dem Teppichklopfer auf mir herum gedroschen hast (nebenbei ist das ein Signal der Liebe?) jedenfalls gestand ich gedemütigt und verletzt, was ich nicht getan hatte. Meine Glaubwürdigkeit war dahin. Mir blieb nichts andere übrig, als ein Clown zu werden, denn dazu hattet ihr mich gemacht und Du hast mich ein absolutes Gefühl der Ohnmacht erleben lassen. Doch ohne Liebe kann ein Kind nicht leben und so vergaß ich.

Du wolltest damals keine Kritik hören, weil Du Angst vor negativen Sachen hattest. So hast Du die Unfähigkeit des Vaters vorgeschoben, um von Dir abzulenken. Er war der Buhmann, weil er respektlos, unverständnisvoll uns Kindern gegenüber und ein großer Egoist war.

Und Armande hat es mir demonstriert, dass ihm geglaubt wurde und nicht mir. Er hat mich leiden lassen und keiner hat mir geglaubt.


Doch all das ist vergeben und vergessen. Als jetzt die Oma starb, da verlangtest Du ich sollte zur Beerdigung kommen und wieder einmal war es Dir egal, was ich empfand. Für Dich zählt nur, was man muss. Du musstest immer. Aber für mich zählt, was man fühlt und ich bin kein kleines Kind mehr, das sich für alles die Schuld in die Schuhe schiebt, Was Du nicht akzeptieren kannst, ist das ich ein Wesen mit eigenen Gefühlen und Empfindungen bin. Statt dessen kommst Du mir mit meinem Vater. Mein Vater, der Zeit seines Lebens nichts anderes zu tun hatte, als seine Kinder zu verarschen, um sich selber in seinen unbefleckten Erwachsenenhimmel zu erheben.

Er hat nie Rücksicht auf meine Gefühle genommen und wenn ich ihn mal gebraucht hätte, dann war er nicht da. Als Vater hat er versagt. Seine Mutter hat er vernachlässigt und sie durch seine merkwürdigen Verhaltensweisen - er hat ihr immerhin das Haus unter dem Hintern wegverkauft, während sie im Krankenhaus lag - um einige Jahre ihres Lebens gebracht. Er hat mir nichts vorzuwerfen.

Wie Du siehst gibt es keinen Grund zu streiten, lass' uns also vertragen.

Sunday, January 6, 2008

Das Wirken der Unendlichkeit, Part II



In der Meditation richtete er seine Aufmerksamkeit darauf, sich als Energieball zu fühlen. Er hatte das Gefühl zu brennen. Er brannte, ihm war, als gleiße eine Flamme an der Außenhaut des Balls.

Er erinnerte sich an einen guten Freund, der immer sehr ausgeglichen war. Dessen Ausstrahlung erinnerte an einen Naturpark.

Er erinnerte sich der Bedeutung der Meditation.

Die äußere Schicht des Energieballs in der Meditation entspricht dem Körper. Je tiefer der Übende in den Ball hineingelang, desto mehr nähert er sich dem Bewusstseinskern. Der äußere Kern verlangt vom Übenden immer wieder Aufmerksamkeit. Da er der Körper ist, bleibt man dort mit seiner Aufmerksamkeit beschäftigt, wenn man krank ist, wenn einem etwas fehlt und so gelangt man nicht bis nach unten, zum Kern der Seele. Der Kern der Seele ist wissend. Er weiß, was dem Körper fehlt

Er versucht sich mit dem Bewusstseinskern in Verbindung zu setzen, indem er tiefer und tiefer gleitet.

Er gelangt tiefer. Plötzlich hat er das Gefühl seine Rückseite und sein Nacken seien mit einer fettigen schweren Schicht belegt. Zusätzlich taucht ein Bild auf, als versuchte jemand seinen Kopf vom Körper zu trennen. Er versteht, dass die dunkle Masse fremde Energie ist, die ihn beeinflussen soll. Sie ist dunkel, weil sie nicht mehr mit dem lichterfüllten Körper verbunden ist, der die Energie ausgestoßen hat.

Er brennt?

Er kontrolliert die Außenhülle des Energieballs und verwandelt sie in eine Naturlandschaft. Das Schwarze an seinem Rücken nimmt den Kampf auf und versucht die Naturlandschaft zu vertreiben.

Das ist der Punkt, jetzt hat er es verstanden. Die Äußere Schicht des Energieballs ist das Bewusstsein seines Körpers. Die innere Schicht ist zuerst die Unendlichkeit und dann die Reise zum Kern der Bewusstheit. Wenn Menschen ihn beeinflussen wollen, dann versuchen sie die äußere Hülle zu treffen und versuchen sie vielleicht in Brand zu setzen oder mit Öl zu verpesten - irgendetwas - das das Leben schwer macht. Deswegen muss er die Außenhaut des Energieballs ernst nehmen und darf sie nicht den Einflüssen frei überlassen. Er hat für seine Außenhaut ein Naturreservat gewählt, weil es ihm so gefällt.

Was ist das Glas?

Das Glas ist eine dünne Innenschicht, die den Teil des Energieballs, der den Körper betrifft vom inneren Bewusstseinteil trennt. Der Körper ist Teil, der für andere Menschen erreichbaren Welt aber was hinter der Glasschicht liegt, ist für andere Menschen unerreichbar. Ein Mensch der mit seiner Aufmerksamkeit in diesen unerreichbaren Teil reist, kommt immer gestärkt mit dem zurück, was ihn und den wirklichen Sinn seines Lebens ausmacht und daher gibt es die Übung, die der Suchende von Zeit zu Zeit machen sollte. Eine Übung, die man den Menschen ans Herz legen sollte.

Der Übende bereitet sich auf die Meditation vor. Die Energieballmeditation in der man sich selber als Energieball erfährt. Der Übende gestaltet mit seinem inneren Auge eine Außenhaut, die von einem Platz der Liebe geprägt ist. Ein lebendes Biotop, das den Körper beruhigt und ihn ins Gleichgewicht bringt.

Dann wird sich in der Landschaft ein Spalt ins Innere auftun. Es wird nichts erzwungen. Der Übenden wartet, bis sich der Spalt freiwillig zeigt.

Der Suchende überschreitet eine Wand aus Glas und sieht an der inneren Oberfläche den Sternenhimmel.

Das Wirken der Unendlichkeit. Dann erscheint das innere Leuchten, dem er sich nähern kann, langsam ohne Hast.

Der Übende ist in Kontakt mit all dem was er sein oder werden will. Er blickt zurück an die Außenhaut wo der Sternenhimmel war und suchst sein Bild. Das beendet die Übung. Er kann in der äußeren Kugel das Bild der schönen Landschaft ausklingen lassen.
Aus dem Innen kommend

Der Schritt der Zeit
Hat die Kugeln geteilt
Der Pfad der Kraft
Verdorrt ohne Saft

Ich blick' zu den Sternen
Überschreite das Glas
Lauf weiter und sitze im Gras
Lauf weiter und denke das

Umgeben von Mächten
Des Friedens und der Stille
Zu neuem Leben
Erwacht die Hülle

Drum tragt einen Mantel
Ein lebendes Kleid
Und seid zeit eures Lebens
Zum Frieden bereit.

Diese Übung von Zeit zu Zeit ausgeführt, hält den Menschen auf seinem Weg zu seinem inneren Ziel wie ein Kompass den Wanderer auf dem Weg.

Saturday, January 5, 2008

Download Tipp


Ich bin beim Internet-Surfen über die Seite Schottenparadies gestoßen. Dort gibt es Bücher zum freien Download. Unter anderem existiert eine Kategorie Religion Esoterik. Vielleicht ist auch etwas dabei, das Dich interessiert.

Thursday, January 3, 2008

Das Wirken der Unendlichkeit Teil 1



Esoterik
ist kein Geheimnis. Esoterik ist nur dann ein Geheimnis und/oder dem täglichen Leben entrückt, wenn ich es bewusst dazu mache. Jeder kann die Fähigkeiten seines Körpers und seiner Wahrnehmung zu seinem Nutzen verwenden. Immer, überall, ich oder Andere.

Jeder Baum wächst anders und entwickelt ein individuelles Aussehen. Allen Bäumen gemeinsam ist, das sie dem Licht entgegenwachsen und sich an der Schwerkraft ausrichten. Licht und Schwerkraft spielen eine wichtige Rolle bei der Art des Wachsens, bei der Formung des Baumes. Wie ein Baum wächst, so wachsen auch die seelischen Kräfte eines Menschens im Laufe seines Lebens immer weiter. Diese seelischen Kräfte müssen sich ausrichten und was für den Baum Sonne und Licht sind, sind für die seelischen Kräfte des Menschen Liebe und das Wirken der Unendlichkeit. Beides brauchen wir, um unsere seelischen Kräfte aufzuforsten und auszurichten.

Die Unendlichkeit ist für den Menschen verstandesmäßig schwer zu fassen. Die Lichtgeschwindigkeit (300.000 km/sek) ist die physikalische Grenze der Ausbreitung von Informationen und kein Mensch könnte zu seinen Lebzeiten an das Ende des Universums reisen. Er wäre lange gestorben, bevor er am Ende unserer Galaxie angekommen wäre.

Also sind wir von der Unendlichkeit umgeben und können nicht mit ihr in Kontakt treten? Nicht ganz. Denn wir können die Unendlichkeit in uns finden, können sie spüren.

Ich gehe auf meine persönliche Trainingsstrecke, d.h. bereite mich auf eine Meditationsübung vor.

Ich stelle mir vor, ich wäre ein Stern. Was sehe ich?

Eine helle warme Lichtquelle, die von viel Schwärze umgeben ist. Das Licht strömt der Unendlichkeit entgegen. Die Vorstellung, ein Stern zu sein, ist lediglich ein Einstieg sich selbst als Energieball wahrzunehmen. Ich stelle mir mich als Stern vor dessen innere Oberfläche verspiegelt ist. Auf diesem inneren Spiegel können Bilder und Gefühle entstehen, wie auf einer lebenden Bildleinwand.

Wenn wir Menschen uns als Energiekugel vorstellen, dann ist die Unendlichkeit in uns das Gefühl der Energiekugel an der inneren Oberfläche. Wenn ich mir vorstelle ich blicke auf die Innenfläche meines Energiefeldes und sehe dort den Sternenhimmel, dann wird in dem Moment wo der Sternenhimmel vor dem inneren Auge sichtbar ist, im Inneren der Kugel ein weiteres Licht auftauchen.

Dieses Licht ist unser Bewusstsein, wir können es zeitlebens beobachten. Wenn wir unseren Stern im Inneren beobachten, dann sehen wir sein Licht in die Unendlichkeit fließen. Wenn wir die Grenze unseres Energieballs spüren und den Sternenhimmel sehen, dann sehen wir unsere Verbindung mit der Unendlichkeit.

Indem wir dieses Bild wahrnehmen, verbinden wir unser Bewusstsein mit dem Wirken der Unendlichkeit. Wir sind in Kontakt mit allen Zeiten und allen Räumen. Unsere seelischen Kräfte wachsen und richten sich aus.

Die Dauer der Übung ist unerheblich. Indem wir das Wirken der Unendlichkeit spüren, nehmen wir teil unabhängig von der Zeitdauer. Die Übung wird beendet, indem wir unser Bild an die Innenfläche unserer Energiekugel projizieren und in den Alltag zurückkehren.

Ich fühle mich ruhig und getragen im Meer der Unendlichkeit.