Tuesday, January 12, 2016

Wenn das innere Kind einschläft

Winterzeit - Zeit der Einkehr - Zeit der Verarbeitung.

Gestern hatte ich Gedanken zum Thema Tod geäußert. Mir fällt zu dem Thema noch eine Beobachtung ein.

Je näher ein Mensch seinem Ende gekommen ist, umso sicherer ist sein inneres Kind eingeschlafen. Ich persönlich glaube, das der kräftigste Teil von uns allen, das innere Kind, das Ende einleitet, indem es einschläft. Danach fehlt uns sehr viel innere Energie.

Das Zähmen des inneren Kindes ist Bestandteil der Domestizierung der Menschen. Wir Erwachsenen legen die Kinder im Inneren in Ketten, weil wir den Glauben teilen, dass die ungestüme spielerische Energie den täglichen wirtschaftlichen Ablauf der Menschen stört.

Das, was die Wirtschaft so berechenbar macht, trennt uns aber auch vom inneren Kind und wir erkennen so vielleicht auch erst zu spät, das es eingeschlafen ist.


Bild: Public Doman von Dawn Hudson

8 comments:

zentao45 said...

Hallo Rainer
offensichtlich ist Dein Inneres Kind wieder hellwach, schön wieder etwas von Dir zu lesen
bis auf weiteres Erwin (zentao)

Ray Gratzner said...

Lieber Zentao, schön dass Du hier reingeschaut hast und danke für Deinen Kommentar.

LG Rainer

jetztdasein said...

Das Bild gefällt mir so gut, ich habe es gleich kopiert. Das innere Kind ist bei mir auch wieder erwacht und lächelt mir jeden Tag aufmunternd zu (bin schon 70)
Liebe Grüsse
jetztdasein

Ray Gratzner said...

Liebe jetztdasein, danke für Deinen Besuch und ich freue mich, dass Dein inneres Kind mit 70 munter und wach ist. Das wünsch ich mir auch und noch viele Jahre weiterhin....

LG Ray

Grey Owl Calluna said...

Natürlich würde ich gern etwas dazu sagen. Aber es läuft halt zumeist auf die selbe, für mich alte, Sache hinaus, dass es in einer anderen Gesellschaftsform keine Freud und die Benennung des inneren Kindes bedurft hätte. Alles wäre so selbstverständlich gewesen. Aber auch.....ganz anders, als wir es hier kennen.
LG Grey Owl

Ray Gratzner said...

Liebe grey Owl,

heute bist Du die Super-Kommentatorin auf diesem Blog, der wieder zum Leben erwacht. Ja, andere Lebensweisen sind denkbar, in die das innere Kind besser eingebunden ist. Vielen Dank für Deinen Besuch.
LG Ray

AnnaFelicitas said...

Lieber Ray,

ich bin mir nicht sicher, ob es ausschließlich wirtschaftliche Gründe sind, die aus wilden und freien Kindern, gefesselte und leicht lenkbare Erwachsene werden lassen. Die Gesellschaft insgesamt profitiert doch ungemein, wenn alle gleichgeschaltet sind.

Abweichler von der Norm haben bzw. hatten es hingegen (immer schon) sehr schwer, denn sie verunsichern, halten Spiegel vor. Was der Einzelne dort erblickt, ist nicht immer rosarot und himmelblau und regt zum Widerstand an. Ist eben einfacher, wenn alle gleich sind. Das verschafft Sicherheit.

Obendrein leben wir in einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen angestrengt "selbst optimieren", weil sie es kaum noch ertragen, von der Masse abzuweichen.

Glücklicherweise stehen diesen aber auch viele gegenüber, die ganz gezielt eigene Wege suchen und beschreiten, die also den Stimmen ihrer inneren Kinder lauschen und folgen.

Das innere Kind als Kraftquell? Das glaube ich auch und stimme dir darin unumwunden zu.

Ich danke dir für diesen schönen und sehr anregenden Artikel.

Alles Liebe
Anna

Ray Gratzner said...

Liebe Ann, du hast es in Deinem Kommentar auch sehr schön auf den Punkt gebracht und das Spannungsfeld zwischen Anpassung und Individualität beleuchtet. Danke für diesen Gedankenaustausch und liebe Grüße an die Welt der Zauberwesen.
Ray