Tuesday, June 15, 2010

Der Mond ist aufgegangen



Ein Schritt geht immer. Das weiß ich. Davor fürchte ich mich manchmal, dass ich es weiß. Ich weiß ich werde einen Schritt weitergehen als die anderen. Weil es mir nicht egal ist, weil ich keine Ruhe finde, wenn etwas nicht vollständig gelöst ist.

Jeden Morgen wache ich auf. Und wenn am Abend die Welt noch geordnet war, bin ich am morgen nicht mehr dieselbe. Ich habe diesen wandernden Horizont in mir. Im Moment sein bedeutet für mich, es zu akzeptieren, dass ich es jeden Tag wieder anders sehe. Ich komme halt nicht zur Ruhe und gehe wieder diesen einen Schritt, der dann alle anderen in Bewegung setzt, die mich nicht leiden können, als Quelle von Unrast.

Sollen sie doch schnarchen in ihren verquasten Routinen, sollen die Sterne an ihrem Himmel vergilben, meine sind jeden Tag neu und - ehrlich, mich strengt das manchmal an bis zur Übelkeit. Ich wünschte es mir aber auch nicht anders. Vielleicht bin ich wie ein Labyrinthforscher, der solange immer wieder einen anderen Gang einlegt, bis er doch hinausgefunden hat. Vielleicht - weiß nicht so ganz. Ist auch egal, denn morgen erzähle ich Dir etwas anderes Ray.

3 comments:

Grey Owl Calluna said...

Es ist gut neugierig und wach zu bleiben, aber das kan einen schon manchmal ganz schön zusetzen.
Sei lieb gegrüßt
Grey Owl

Ray Gratzner said...

Liebe Grye owl, gerade eine weise Eule kennt das rechte Maß, könnte ich mir schon vorstellen. Liebe Grüße in den mysteriösen Buchenhain...Rainer

Ahimsayama said...

Hi,

ja, laß sie schnarchen in ihren verquasten Routinen, all jene, die uns nicht leiden können, weil sie ihr eigenes Spiegelbild nicht ertragen können...
Immer weiter, bis zum Horizont.

LG
Ahimsayama