Monday, June 9, 2008

Das Setzen des Segels der Aufmerksamkeit II



"Kommen wir zu Deinem ersten Irrtum Ray. Wir Männer der Tat handeln nicht nur. Wir machen alles. Wir können effektive Gelehrte sein, Wege finden, hinter den Kulissen agieren, all das können wir auch. Die Tat, um die es hier geht, die den Mann der Tat ausmacht ist ein Kennzeichen der zweiten Aufmerksamkeit. Wenn ich eine Manöver der Aufmerksamkeit in der zweiten Aufmerksamkeit durchführe, dann sehe ich mich handeln. Mit meinem ganzen Körper bin ich beteiligt, während ich etwas tue, das es in der ersten Aufmerksamkeit nicht gibt. Es gibt also eine Eins zu Eins Beziehung zwischen Körpergefühl im Alltag und Erfahrungen des Wissens. Eine Mann der Tat erinnert sich körperlich, deswegen fallen seine Handlungen aus dem Rahmen. Er weiß, wie er Dinge tun muss und muss daher in einem zweiten Schritt Anderen erklären, warum er die Dinge so tat, wie er sie getan hat - das ist mitunter nicht so leicht, denn nicht für jedes Wissen und jede Nuance des Körpergefühls, haben wir Menschen Worte."

Er sieht mich an und schweigt.

"Und worin besteht mein Irrtum?"

Während ich ihn das frage, bewegt er die Lippen synchron mit meiner Frage mit.

"Der Irrtum ist ganz einfach. Menschen können Wissende sein, ohne das es in ihr Alltagsbewusstsein gedrungen ist. Es mag sein, dass es ihnen erst bewusst wird wenn sie sterben und Ihre Energie auf die letzte Reise geht, wie es so blumig heißt. Wissen ist immer auch körperlich und nicht Jeder, der sein Wissen sofort in gestelzte Worte und geleimten Papierbrei setzen kann, ist ein Wissender. Du zum Beispiel weißt bereits viel mehr, als Du weißt dass Du es weißt, weil Du deinem Körper nicht vertraust und auch die Menschen um uns herum, bewahren ein Geheimnis in ihren Körpern auf, dass ich Dir erklären werde, wenn ich dir deinen zweiten Irrtum erläutere. Aber hattest Du diesen angesprochenen Irrtum über Männer der Tat?"

"Dass sie ihr Wissen körperlich mit sich tragen und aber nicht immer sofort auch Worte dafür haben?"

Liebe Leser, seid morgen wieder dabei wenn es heißt Das Setzen des Segels der Aufmerksamkeit III Welches Geheimnis mögen die Menschen um uns herum mit sich tragen?

4 comments:

zentao said...

Lieber Ray
zum ersten: Dein Blog sieht schon viel besser aus, gefällt mir ganz gut.
zum zweiten: Das wir Männer über den Körper lernen ist sehr gut möglich,es ist ja schlussendlich alles eine Einheit. Oder sollte wenigstens Eine Sein.Je nach Typ sind wir mehr Geistig, oder eben Verstandesmenschen.Ich selber bin ein absoluter Bauchmensch und ich bin mehrheitlich Bauchgesteuert.(ich denke mehr emotional)Zum Glück sind wir alle Verschieden.
Liebe Grüsse zentao

ahora said...

Hallo,zentao, hallo Ray, verbindet Euch, kommuniziert,tauscht Eure Erfahrungen aus und schenkt das neue Wissen allen.
Das ist die neue Zeit

sie spielen ernst
im nirgendwo
treffen sich im
irgendwo
im vernetzten
niemandsland

spielen heiter
zwischen netzen
friedlich
ohne zu
verletzen

irgendwo
im nirgendwo

© Barbara Hauser

Astraryllis said...

Das Gedicht, das ahora zitiert hat mich "platt" gemacht. Und dann noch dieser Beitrag von Ray und der Kommentar von zentao.:-)

Ich wünsche Euch allen das Gute für Eure Wege.
Hallo Ray, ich habe Dich gerade in meine Blogroll "Auch mal lesen" aufgenommen.

Liebe Grüße,
Astraryllis.

Ray Gratzner said...

Lieber zentao, es gefällt mir, dass Du bauchgesteuert bist und die Verschiedenartigkeit der Menschen als Bereicherung erlebst. Danke.

Liebe ahora, danke für dieses wunderschöne Gedicht. Liebe Grüße an die Dichterin.

Liebe astraryllis, danke für Dein schönes Feedback und die Aufnahme in die Linkliste.