Monday, February 28, 2011

Was Du nicht willst, das Dir man tu...


Spirituelle Menschen betrachten die Welt als Innen. Darauf gründen viele Wahrnehmungsmanöver, die wiederum zu Reaktionen in der Welt "Außen" führen.

Spirituelle Menschen bringen ihr Leben unter Kontrolle, indem sie in ihrem Inneren Klarheit und Kontrolle schaffen. Die Welt in der wir alle leben ist meiner Meinung nach perfekt und sie sagt zu allem was eine Mensch sich wünscht - Ja. Da alle Menschen gleich sind, steht es auch jedem Menschen zu, in dieser perfekten Welt all das zu haben, was dieser Mensch sich wünscht. Es ist genug für alle da.

In einer Welt die Ja zu allem sagt, können wir auch Mangel erschaffen, wenn wir dies beabsichtigen. Im Moment diskutieren Politiker, wie wir Europa gegen Flüchtlinge aus der arabischen Welt abschotten können. Warum. Wir wollen in Frieden leben und Glück erleben. Warum gönnen wir das nicht auch anderen Menschen? Es ist ja nicht so, dass es für andere Menschen verlockend wäre, in der Fremde zu leben. Wenn dann kommt nur ein kleiner Prozentsatz und den sollten wir mit offenen Armen empfangen, weil wir nicht ärmer werden, sondern weil wir reicher werden durch diese Menschen.  Und weil diese Offenheit mehr Freiheit in unserer Gesellschaft schafft.

Zur Zeit der Völkerwanderung kamen die Barbaren nach Rom und baten darum, im römischen Reich leben zu dürfen. Rom hatte Angst vor den Fremden, die sich als Soldaten anboten. Rom verwies sie des Landes und ging später im Ansturm der Barbaren unter. Römer und Barbaren hätten sich gegenseitig stärken und eine reiche gemeinsame Zukunft haben können.

Es ist meiner Meinung nach nicht so, dass unser Wohlstand und unsere Lebensqualität geschützt werden, wenn Europa Flüchtlinge abweist. Es wird das Gespenst des Mangels in die Köpfe von Hunderten von Millionen Menschen gesenkt, deren Seelen eine gewaltige spirituelle Kraft darstellen. Das macht uns alle ärmer und mehr gefangen in einer Gesellschaft, die den Mangel für viele schafft, um Hülle und Fülle nur wenigen zu bieten.

8 comments:

Grey Owl Calluna said...

Lieber Ray!
Etwas was mir hier sofort in´s Auge sticht: Spirituell und Kontrolle sind Worte, die nicht zusammen passen.
…und ich weiß wirklich nicht welche „Welt“ Du meinst. Da draußen in der Realität wird nicht mit Wattebällchen geworfen.

Wir können noch so viel positive Denken, was zum Nutzen der Mächtigen ist, das ändert nichts daran, dass die Welt da draußen ist wie sie ist, denn die Ursachen auf dieser Ebene sind politische. Da gibt es nix schön zu reden.
Es ist auch gut die Ungerechtigkeiten zu benennen, ans Licht zu zerren, sonst werden sie sich niemals ändern. Das hat nichts mit negativen Denken zu tun, sondern mit Rundum-Wahrnehmung.

Der Vergleich mit Römern und Barbaren lässt mich schmunzeln.
Wo Männer ihre Machtstrukturen festigen und verteidigen, (siehe die arabische Welt), war und ist kein Platz für den Schmusekurs.
Wie ist denn das römische Reich entstanden? Durch Eroberung, durch Krieg.
Man kann ein spirituell erwachter Mensch sein, sollte aber die Ganzheit nicht aus den Augen verlieren und auch über die (Grund-) Ursachen nachdenken. Denn auch diese physische Ebene gehört dazu, die durchaus nicht für jeden so toll ist, auch,….wenn er tausendmal positiv denkt. (Siehe zum Beispiel Indien. So viele spirituelle Menschen die positiv denken. Hat ihr Leben auch nicht verbessert. Oder?).
Daran liegt es nicht „nur“.
Liebe Grüße
Grey Owl
P.S.: Ich habe mich geirrt. Hätte doch auf mein Bauchgefühl hören sollen. Das macht mich traurig. Sorry!

Ray Gratzner said...

Liebe Grey Owl. Danke für diesen engagierten Kommentar. Der gefällt mir gut.

Bei Kontrolle geht mir immer das Bild vom Segelboot durch den Kopf. Auch wenn das Boot den Gezeiten und Stürmen unterworfen ist segelt die Kapitänin auf ihr Ziel zu und kann sogar gegen den Wind kreuzen.
Nicht im Sinn habe ich geheime patriarchalische Pläne von der Weltherrschaft, sondern liebevolle Pläne bezüglich des eigenen Lebens, die frau mitunter auch gegen den Wind kreuzend anfährt.

Ich persönlich bin in meinem Leben schon sehr arm gewesen und habe mich durchaus reich gefühlt und hatte damals auch andere Ziele als Geld aufzuhäufen

Aber mir geht es nicht um die Politik, sondern einfach darum, anderen ihre Ziele und die Erfüllung dieser Ziele zu gönnen, weil dies die Energien fördert, dass die Welt auch offen für die eigenen Ziele ist.

Klar ist da Politik im Spiel und wenn die Politik mal über die Römer nachdenkt, dann merken vielleicht auch Politiker, das Integration ein Quell gesellschaftlichen Reichtums ist. Das wird für Politiker umso wichtiger, je mehr Wähler das erwarten...
Bei den Indern haben wir z.B. den Hinduismus mit seinem Kastensystem. Ich weiß jetzt nicht, was ein Hindu in seinem Leben als Erfüllung sich wünscht. Aber wenn er sich etwas wünscht, würde ich ihm die Erfüllung wünschen.



Liebe Grüße nach Thüringen Rainer

Gabaretha said...

Lieber Rainer,
die Menschen werden lernen.
Manche achten auf das was sie umgibt und erkennen daraus ihre Möglichkeiten zur Veränderung. Andere wollen gegen Unerwünschtes ankämpfen und eben "kontrollieren".
Manche lernen schneller, andere langsamer.
Perfektion gibt es in meiner Welt nicht, aber alles was geschieht hat einen Sinn und wenn jeder Mensch sich aktiv bemüht (zum Wohle aller Beteiligten) das Beste daraus zu machen, wird es wieder ein Stückerl schöner und wärmer auf der Welt.
Ich kann nicht beurteilen, ob es Menschen in anderen Ländern (Beispiel Indien) wirklich schlechter oder besser geht. Jeder Mensch hat eigene Werte und Vorstellungen und auch das Recht nach diesen zu leben.
Diese Meinung habe ich mir gebildet, weil ich schon ganz schön weit in der Welt unterwegs war. ...und was ich gesehen habe hat mir gezeigt: Überall gibt es glückliche und weniger glückliche und auch ganz traurige Menschen. Meine Vorstellung von Glück ist nicht wahllos auf andere übertragbar. Wenn ich es gut mit jemand meine und mein Konzept auf ihn übertragen will, heißt das ja noch lange nicht, dass es auch für den Anderen gut ist.
Deshalb wähle ich für mich: Ich will aufmerksam sein und so weit wie möglich eigene Entscheidungen treffen, so gut wie ich kann und mit dem Blick auf die, die mich umgeben.
Verbesserung beginnt bei mir selbst.

Ich wünsche Dir (und auch mir und allen anderen Leseern) viele gute Gedanken, die zu Worten und Taten werden.
Viele liebe Grüße aus dem Isartal,
besser und besser,
Gaba

Ray Gratzner said...

Liebe Gaba,

das hast Du jetzt sehr stimmig formuliert. Ja ich kann mich Deinen Worten anschließen und denke, dass der Einzelne aufmerksam einen Unterschied machen kann und dem auch gute Taten folgen lassen sollte...

Liebe Grüße Rainer

Jouir la vie said...

Das Problem mit den Flüchtlingen zeigt einmal mehr die Grausamkeit der christlichen Welt. Nicht einmal waren und werden die Europäer bereit sein, wenigstens jetzt in aller Kürze die Flüchtlinge vor Ort zu versorgen, ihnen überhaupt zu helfen.
Es liegt nicht an der Logistik, allein der Wille fehlt.
Und dieses Problem wird sich immer schneller ausbreiten. Es reicht halt nicht, Waffen in solche Länder zu liefern, damit hier einige wenige Milliarden scheffeln. Der Zug der Zeit ist abgefahren, die westlichen Industrienationen haben kläglich versagt, lediglich ausgebeutet und in falsche Richtungen investiert und unterstützt. Eine Nachhaltigkeit von Hilfe, die gab es nicht, wird es auch nie geben...

Servus und so long
Kvelli

Ray Gratzner said...

Lieber Kvelli,

stimmt, die Waffen stammen wahrscheinlich aus dem Westen, aber während der Kaufmann Wagnisrücklagen anlegen muss, wird hier humanitäre Hilfe nicht finanziert. Sollte man der Waffenlobby mal als Fonds aufdrücken...
Liebe Grüße Rainer

Grey Owl Calluna said...

@)Gabaretha
Was für eine Chance, liebe Gabaretha, die Möglichkeiten und das Geld gehabt zu haben in andere Länder zu reisen.
Ich gönne Dir das von Herzen.
Auch wenn ich nie die Möglichkeit und das Geld dafür hatte, möchte ich heute auch nicht mehr solche Reisen unternehmen. Die wären mir viel zu anstrengend.
Da hab´ich wohl doch was verpaßt, und kann so wohl kaum mitreden.
Ja, jeder hat das Recht für sich zu wählen.
LG
Grey Owl

Gabaretha said...

Liebe Grey Owl,
ich war lange Zeit beruflich in der Welt unterwegs. Ich möchte damit sagen, dass ich dadurch die Möglichkeit zu schauen hatte. Für meine Arbeit habe ich natürlich Geld bekommen. Aber was für mich zählt ist nicht aussen, sondern innen zu finden.
...und ich finde sehr schön, wenn Menschen mit unterschiedlichen Blickwinkeln sich austauschen. Deshalb wär es sehr schade, wenn Du nicht mitreden wolltest.
Viele liebe Grüße aus dem Isartal,
besser und besser,
Gaba